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Bertha Laisé aus Ibersheim

Frau Laisé aus Ibersheim, war mit Dr. Adam Karrillon verheiratet. Adam erhielt 1923 die Ehrenbürgerschaft von Weinheim. Am 11. August 1923 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, heute der bedeutendste Literaturpreis in Deutschland. Den Ehrenpreis der Deutschen Schillergesellschaft, der damals als höchste literarische Auszeichnung galt, erhielt er ebenso.

 
 
 
 

Eine unvergessene Frau aus Ibersheim

Bertha entstammt der mennonitischen Großfamilie Laisé, mit hugenottischem Ursprung, aus Ibersheim. Dort ist sie am 27. September 1854 im Haus Wormser Straße 1, heute Hammer Straße 2, geboren. Ihre vollständigen Vornamen sind nach der Geburtsurkunde Klara, Maria, Elisabetha, Bertha. Auf das stattliche Geburtshaus an der Straßenkreuzung hat man einen direkten Blick aus Rheindürkheim kommend. Bertha Laisé ist, mit ihrem Bruder Heinrich, dem Königlichen Regierungsbaumeister ab 1888, die bekannteste Ibersheimerin zu ihrer Zeit gewesen. Ihre Eltern waren: der Großbauer Johann (Jean) Laisé, V. (* 14.9.1828) und Elisabeth Bittel/Büttel (7.9.1829 Eich - 21.8.1865 Ibersheim).

Adam Karrillon hat, durch seine ärztliche Tätigkeit für Eich und Ibersheim, seine spätere Frau näher kennen gelernt. Die erste Bekanntschaft machte er bereits bei seiner Tante Hui in Weinheim, in der Seitz'schen/Hildebrand'schen Mühle. Adam war das Jüngste von zehn Kindern und wurde am 12. Mai 1853 in Wald-Michelbach geboren. Seine Eltern waren Franz Karl Karrillon und Eva Margarethe Maria Bangert. Bertha war Mennonitin und Adam Katholik. Deshalb wurde die kirchliche Trauung im Wormser Dom und die standesamtliche am 13.10.1880 in Ibersheim vorgenommen. Später ist Adam formal der Mennonitenkirche beigetreten. Die Tochter Ella (26.7.1881-1963) war evangelisch und der Sohn Hans (13.5.1883-2.7.1915) katholisch gewesen. Von 1883 bis 1921 war Karrillon Arzt in Weinheim. Adam erhielt 1923 die Ehrenbürgerschaft von Weinheim. Es erfolgte 1924 ein Umzug in das noch schönere Wiesbaden. Dort verstarb er am 14. September 1938. Seine Witwe wurde 1944 ausgebombt und zog zu ihrer Tochter Ella nach Weinheim.

Kontakte nach Ibersheim und umgekehrt gab es immer wieder. Der Verwandte Hartmut Schäfer erinnert sich noch heute, als er zum 100. Geburtstag mit nach Weinheim eingeladen wurde. Selbst in hohem Alter sorgte sich Bertha damals um ihre Gäste mit entsprechenden Hinweisen. Auch der Ortsbürgermeister Otto Feldmann hatte nie ihren Geburtstag vergessen und kam immer mit einem schönen Blumenstrauß aus der ehemaligen Heimat und tauschte dabei Erinnerungen und Informationen mit ihr aus. Über ihren Geburtsort dichtete sie: "Dort wo meine Wiege stand, ich die Jugendzeit mit ihren schönen Erinnerungen durchlebte, wie könnte ich den geweihten Ort vergessen. Ibersheim ist sein Name."

Zu ihrem 100. Geburtstag erfolgte eine Einladung nach Bonn mit Bundespräsident Theodor Heuss als Teilnehmer. Sogar als zierliche Person ist sie 107 Jahre alt geworden und war zeitweise die älteste Frau Deutschlands. Am 22. März 1962 starb sie in Weinheim und ruht im Ehrengrab ihres Mannes auf dem Weinheimer Peterskirchen-Friedhof. Die Trauerfeier war evangelisch, die Einsegnung erfolgte von Daniel Habegger, dem Ibersheimer Mennonitenpfarrer.
Beide Personen wurden mit einem Straßennamen geehrt: in Ibersheim ist eine "Bertha- Karrillon-Strasse" und in Eich eine "Adam-Karrillon-Strasse".


Ein Beitrag von Edmund Ritscher, Mannheim (Mai 2013)

 
 
 

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