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Jazzlexikon

Jazz hat viele Variationen und Spielarten

Selbstverständlich gibt es und existieren noch viele verschiedene Spielarten und Stile im Jazz wie z.B. Post Bop, Crossover, oder Modern Mainstream etc. Alle zu beschreiben sprengt den vorgesehenen Rahmen. Hier sind die populären »Strömungen« kurz beschrieben.

 
 

Blues

ab ca. 1880

Ursprünglich ist der Blues die weltliche Gesangsform der nordamerikanischen Schwarzen wird sehr oft in zwölftaktiger Form unter Verwendung der "BlueNotes" vorgetragen.

Zuerst war es eine Vokalmusik (ohne Instrumentalbegleitung), später wurde der Blues unterstützt von Gitarre oder Klavier und schließlich durch ganze Bands. Der Blues beeinflusste die gesamte Jazzentwicklung und entscheidend den Pop. Daraus entwickelte sich über den Boogie Woogie und Rythm'n Blues der Rock'n'Roll.
Blusmusiker: Muddy Waters, B.B. King, im Rock Eric Clapton

 
 
 
 

Ragtime

ab ca. 1890

Ob man den Ragtime als Jazz bezeichnet ist jedem selbst überlassen, denn im Ragtime findet keine Improvisation statt, und es fehlt auch das "Bluesfeeling". Aber dennoch übt dieser alte Stil seit seiner Glanzzeit, in den Jahren 1899-1915, großen Einfluss auf die ersten Formen des Jazz aus.

Ragtime ist meist nur als Pianomusik bekannt. Die voll ausnotierten Ragtime für Orchestern werden eher selten dem Publikum zu Gehör gebracht. Die Synkopen und Struktur des Ragtime sind eine gekonnte Vermischung von "Marschmusik-Aspekten" und klassischer Musik, melodisch, harmonisch und formal stark an die europäische E-Musik, weitgehend durchkomponiert, und erinnert nur zeitweise an Jazzmusik. Allerdings erlebten viele Ragtime-Melodien Jahre später im Dixieland-Bereich eine Renaissance.
Zentren des Ragtime: Sedalia, St. Louis und später New York.
Größte Ragtime-Hits: "Marple Leaf Rag" und "The Entertainer".
Ragtime-Musiker: Scott Joplin, James Scott, Joseph Lamb

 
 
 
 

New Orleans

ab ca. 1900

Der New Orleans ist die älteste Form des Jazz. Seine Anfänge begründete Buddy Bolden mit seiner ersten Band 1895. Diese Jazzform ist durchweg ensembleorientiert, mit klar definierten Rollen für jedes Instrument.

Die Trompete oder das Cornett übernimmt die melodische Struktur. Die Posaunen sind für die Harmonien zuständig und Klarinetten übernehmen die Gegenmelodien. In der Besetzung sind meist noch Piano oder Banjo, Bass oder Tuba und Schlagzeug. Betrachtet man die fröhlichen Grundharmonien und die schier unglaubliche Spielfreude der Musiker, kommt man schnell zu dem Schluss, dass der New Orleans zu den am leichtesten zugängliche Jazz-Stil ist.
Zentren der "Schwarzen" Spielweise: in und um New Orleans, vor allem bis 1917 im Vergnügungsviertel Storyville, aber auch in anderen Südstaaten.
Musikalische Vertreter: Louis Armstrong, Sidney Bechet, George Lewis Heute: Sammy Remington

 
 
 
 

Dixieland

ab ca. 1910

Dixieland war die "weiße" Nachahmung des New Orleans-Stils, der mit Classic Jazz fusionierte, und auch als "Chicago Jazz" bezeichnet wird. Sein Entstehen verdankt er vor allem weißen Musikern die sich gerüstet mit Strohhut und Hosenträgern, den Alten Größen des New Orleans gleichtuen wollten.

Da es den Musikern mit diesem Revival der alten Stile nicht gelang die Wurzeln wirklich wieder aufleben zu lassen entstand letztlich jener "neu-alte" Stil, mit vermehrter Gewichtung der solistischen Leistung, der heute als Dixieland bekannt ist.

Hauptvertreter: Original Dixieland Jazz Band, Muggsy Spanier's Ragtime Band in Europa: Chris Barber, Dutch Swing College Band Heute: Harlem Ramblers, Picadilly Six

Chicago Dixieland (ab ca. 1920) Hauptvertreter: Bix Beiderbecke, Eddie Condon, Bobby Hackett
Heute: Tremble Kids

 
 
 
 

Classic Jazz

ab ca. 1920

Nicht alle Jazzstücke der zwanziger Jahre können als "New Orleans Jazz" oder als "Dixieland" bezeichnet werden. Die Zwanziger Jahre waren eine vielseitig musikalische Dekade.

Die jazz-inspirierten Dance-Bands hatten eine stetige Entwicklung hin zum Solospiel, und stehen so im Gegensatz zum Band- oder Orchester-Spiel.
Von den technisch sehr guten Pianisten und einer immer größer werdenden Anzahl inovativer Hornisten, gingen die Entwicklungen aus. Diese Art von solisitischer Musik wird oft mit dem Begriff "Classic Jazz" bezeichnet.
Die wohl wichtigsten Interpreten sind Bix Beiderbecke, Fletcher Henderson und Clarence Williams.

 
 
 
 

Swing

ab ca. 1920

Parallel zur Entwicklung des improvisierten New Orleans, wurde der Jazz immer bekannter und größere Dance-Bands formierten sich. Für die Bands wurde es jedoch immer wichtiger, dass die Arrangements genau ausnotiert wurden, weil oft mehr als vier Hörner in deiner Gruppe spielten.

Über den Zeitpunkt des Beginns der Swing-Ära kann man sich streiten. Die Einen behaupten er fand zu dem Zeitpunkt statt, an welchem Louis Armstrong im Jahre 1924 in das Fletcher Henderson Orchstra eintrat. Don Redman schrieb die Arrangements, welche die berühmten Phrasen jenes Cornettisten in so schöner Weise hervorhob. Andere sind der Meinung die Swing-Ära begann mit den ersten Klängen des Benny Goodman Orchestra. Der Swing war eine der produktivsten Kräfte in der amerikanischen Populär-Musik. Um das Jahr 1946 endete die Big-Band Ära.

Ein Unterscheidungsmerkmal des Swing gegenüber dem New Orleans oder Dixieland sind die Arrangements. Diese sind wesentlich "schlanker" aufgebaut mit anspruchsvolleren Solos.

 
 
 
 

Cool Jazz

oder West Coast Jazz

ab ca. 1940

In den späten vierziger Jahren entstand der Cool Jazz aus dem Bop heraus. Es ist eine Mixtur aus Bop mit leichten Anklängen des Swings, die oft stark überzogen dargestellt werden.

Dissonanzen werden sehr smooth (weich) gespielt, und die Arrangements bilden den Mittelpunkt dieser Musik. Neu war damals, dass die Akzente der Rhythmus-Gruppe eher dezent klingen.
Viele Hauptpräsentanten dieses Jazz-Stils waren Studio-Musiker und lebten in Los Angeles. Deshalb wird dieser Stil oft auch als "West Coast Jazz" bezeichnet.

 
 
 
 

Bebop

ab ca. 1950

Der auch oft als Bop bezeichnete Bebop, war eine radikale neue Musik die in den frühen vierziger Jahren aufkam, und um das Jahr 1945 "explodierte". Der größte Unterschied gegenüber dem Swing ist, dass die Musiker mehr akkordbezogen improvisieren(im Swing ist sehr "melodie-verliebt").

Oft wird das Thema nach dem ersten Chorus nicht mehr gespielt, und nur noch über das Harmonie-Gerüst improvisiert. Das Tempo liegt oft im Up-Tempo-Bereich. Este Ansätze des Bebop wurden bereits in der Swing-Ära vorbereitet durch die Tenorsaxophonisten Coleman Hawkins und Lester Young im Zusammenhang mit dem Kansas-City-Jazz. Die um das Jahr 1941 abgehaltenen Jamsessions der Musiker Thelonius Monk, Charlie Christian, Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Kenny Clarke begründen den offiziellen Beginn des Bebop.

Der experimentelle Charakter des Bebop zeigt sich z.B. im bewussten Rückgriff auf afro-cubanische Rhythmen (Afro-Cuban-Jazz), bildet den Ausgangspunkt und auch die Grundlage des gesamten modernen Jazz und erscheint in immer neuen Varianten wie etwa Hard Bop oder Cool Bop.

 
 
 
 

Mainstream

ab ca. 1950

"Mainstream", die Musik des Trompeters Buck Clayton und seiner Zeitgenossen, die alle Veteranen aus der Swing-Ära sind, und in den Fünfzigern spielten. Die alten Big-Band Stars, u.a. Coleman Hawkins, Lester Young, Harry "Sweets" Edison und Roy Eldridge, jammten in kleineren Gruppen ihre Standards.

Der Mainstream-Jazz wurde in den sechziger Jahren stark von anderen Musikstilen überschattet, zudem kam erschwerend hinzu, dass immer mehr seiner wichtigsten Vertreter aus dem Leben schieden.

Ein Comeback fand erst in den siebziger Jahren mit dem Aufkommen des Tenorsaxophonisten Scott Hamilton sowie dem Trompeter Warren Vache und dem Start des Concord Labels statt. Dieses Comback hält immer noch an!

 
 
 
 

Hard Bop

ab ca. 1955

Der Hard Bop ist das Gegenstück zu den sanften Sounds des Cool Jazz. Der auffälligste Unterschied zum Bop ist, dass die Melodieinstrumente und die Rhythmus Sektion mehr zu einem "soulfull playing" neigen und die Melodiestruktur einen einfacheren Aufbau hat.

Das etwas losgelöste Spiel kommt besonders der Kreativität der Bassisten zu gute, da dieser die Freiheit hat von üblichen Walking-Bass-Feeling abzuweichen. Die "Blüte-Zeit" des Hard Bop war in den Jahren 1955 bis 1970. In der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre wurde der Einfluss der Avantgarde Musik immer stärker. Einige der wichtigen und maßgeblichen Musiker des Hard Bop, z.B. Jackie McLean und Lee Morgan, standen "zwischen" den Stilen.

Mit dem Aufkommen der Fusion Music und vor allem dem Verkauf des Blue Note Labels, eines der stärksten Hard Bop Label, begann die schwere Zeit für diese Spielart des Jazz.
Ein Rivival fand in den achtziger Jahren durch die sogenannten "Young Lions" statt. Zu diesen zählen z.B. die Harper Brothers oder das T.S. Monk Sextet

 
 
 
 

Third Stream

ab ca. 1957

Third-stream ist ein Ausdruck der von Gunther Schuller im Jahre 1957 geschaffen wurde, und drückt vom Grundgedanken eine Mixtur aus Jazz und klassischer Musik aus.

Meistens wird eine Fusion zwischen den zwei völlig verschiedenen Stilen erreicht in dem ein Jazz Solis von Streichern begleitet oder unterlegt wird. Die prägnantesten Phrasen versucht man so musikalisch zu gewichten. Die Third Stream Ära endete mit dem Aufkommen des Avantgarde.

 
 
 
 

Free Jazz

ab ca. 1961

Swing und Dixieland Musiker improvisieren nach melodischen Strukturen, Bop, Cool Jazz und Hard Bop Musiker nach harmonischen Strukturen. Free Jazz weicht vollkommen von diesen Ansätzen ab. Der Solist hat keine Festlegung in Form einer Progression oder Struktur Folge zu leisten, er ist "vollkommen frei".

Es fand ein Durchbruch in den freien Raum einer ausgeweiteten Tonalität statt, verbunden mit einer neuen, durch Auflösung von Metrum und Beat gekennzeichnete, neue rhythmische Konzeption. Mit diesen Änderungen geht eine Betonung des Intensitätsmoments einher, die in den früheren Jazzstilen nicht denkbar war.

 
 
 
 

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