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13. Jüdische Kulturtage Worms

vom 10. September bis 31. Oktober 2017

Musik, Vorträge, Theater und Ausstellung: Vom 10. September bis 31. Oktober 2017 laden die 13. Jüdischen Kulturtage zum Kennenlernen der jüdischen Kultur in die SchUM-Stadt Worms ein.

Titelbild Programmflyer Jüdische Kulturtage 2017)

Programm 2017

Service

Informationen über die Jüdischen Kulturtage 2017 finden Sie auch im Programm-Flyer, der in gedruckter Form an allen Kulturinstitutionen der Stadt ausliegt.

Christiane Weidringer, Schlamassel (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)
Christiane Weidringer, Schlamassel (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)

Sonntag, 10. September, 19 Uhr - THEATER

Hof der Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Christiane Weidringer: Schlamassel – Am Anfang war das (Ja-)Wort

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro (Studierende, Behinderte), Karten im Vorverkauf im Raschi-Haus oder an der Abendkasse.

Wenn die Hochzeitsvermittlerin aus ihrem Nähkästchen plaudert, bleibt niemand ungeschoren! Christiane Weidringer (Erfurt) spielt eine Heiratsvermittlerin, die für ihren Berufsstand wirbt und anhand von Geschichten zwischen Massel und Schlamassel zeigt, wie wichtig, aber auch wie schwierig es ist, Mann und Frau zusammenzubringen. Denn immer stellt sich die Frage: "Was hast du im Kopf, was hast du im Herzen, was hast du in der Tasche?" Also sind Geist, Gefühl und Geldbeutel für eine solide Beziehung bedeutende Kriterien, auch heute noch. Am Ende muss jedoch auch sie bekennen, dass sie mit ihrer Vermittlung an Grenzen stößt, denn es gibt viel Wunderbares zwischen Himmel und Erde. Und Ehen werden im Himmel geschlossen. 

Dabei wäre sie selbst eine gute Partie. Sie singt und tanzt, erzählt mit ihren Handpuppen Geschichten aus der Bibel über arrangierte Hochzeiten.

 
Vortrag Dr. Hanna Liss
Vortrag Dr. Hanna Liss

Dienstag, 12. September, 19 Uhr - VORTRAG

Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Die Bibel als Roman. Unerhörte Ansichten eines mittelalterlichen jüdischen Gelehrten

Vortrag von Prof. Dr. Hanna Liss, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Teil der Reihe "Raschi und seine Schüler – Inspiration für SchUM ?". Eintritt frei.

Der Enkel des berühmten Raschi, R. Shmuel ben Meir (ca. 1088? bis 1158), der in der Normandie beheimatet und unter dem Akronym Raschbam bekannt war, hat sich intensiv mit dem Werk seines Großvaters auseinandergesetzt. Dabei sparte er nicht mit kritischen Bemerkungen gegen die rabbinische Frömmigkeit, der er einen neuen Zeitgeist entgegen ­setzte. Der Vortrag beleuchtet diesen kritischen Kopf: Wogegen wandte sich Raschbam? Was war sein Publikum, und warum wird dieser Kommentar bis heute vernachlässigt?

 
Isaac Kalimi (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)
Isaac Kalimi (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)

Dienstag, 26. September, 19 Uhr - VORTRAG

Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Raschis Bibelkommentare und seine exegetischen Methoden

Vortrag von Prof. Dr. Isaac Kalimi, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Evangelisch-Theologische Fakultät, Teil der Reihe "Raschi und seine Schüler – Inspiration für SchUM?". Eintritt frei.

Nach einer kurzen Einführung über Raschi und seine Zeit, Leben und Erziehung behandelt der Vortrag die Frage, ob Raschi die ganze Hebräische Bibel (und den Babylonischen Talmud) kommentiert hat und warum. Dann reden wir über Raschis exegetische Methoden mit verschiedenen Beispielen aus dem Torakommentar. Wir werden uns auch mit Raschis zeitgenössischen Begegnungen mit christlichen Gelehrten und der christlichen Gesellschaft befassen.

 
Ensemble Naschuwa (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)
Ensemble Naschuwa (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)

Donnerstag, 28. September, 19 Uhr - KONZERT

Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Ensemble Naschuwa: Shejn wi die lewone

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro (Studierende, Behinderte), Karten im Vorverkauf im Raschi-Haus oder an der Abendkasse.

Vom Wohl und Weh des Alltags, vom Zusammenleben im Schtetl und im Ghetto erzählen die jiddischen Lieder dieser musikalischen Reise. Sie thematisieren aber auch politische Verfolgung, rufen also auch geschichtliche Erinnerung wach. Die hebräischen Lieder kommen aus dem israelischen Alltag, aber auch aus der Synagoge. Die Klezmer-Musik knüpft an die Tradition der Klezmorim an, die jahrhundertelang auf Hochzeiten, Bar Mizwot und anderen Festen gespielt haben. Eigenkompositionen im Stil der traditionellen Klezmer-Musik runden das Repertoire ab und lassen persönliche Einflüsse erkennen. 

Seit dreißig Jahren tingelt Naschuwa durch Deutschland und Europa und gibt Konzerte, spielt in Kirchen, Synagogen und Jazzkellern, auf Kulturfesten und Kirchentagen, in Museen und Gedenkstätten. 

Naschuwa, das sind Matthias Helms (Geige und Gesang), Tom Damm (Gitarren, Tabla), Rainer Ortner (Akkordeon), Knud Krautwig (Kontrabass).

 
Raschiskulptur vor der Synagoge in Worms. (Foto: R. Uhrig) 
Raschiskulptur vor der Synagoge in Worms. (Foto: R. Uhrig)

Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr - VORTRAG

Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, Worms

Raschis Kommentare – Kanon der rabbinischen Schriftrezeption bis heute

Vortrag von Aharon Ran Vernikovsky, Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde Mainz, Teil der Reihe "Raschi und seine Schüler – Inspiration für SchUM?". Eintritt frei.

Raschi verfasste kurze und prägnante Kommentare zu den wesentlichen Schriften des Judentums. Seitdem sind Raschis Kommentare Kanon der rabbinischen Schriftrezeption. Raschi zählt zum wichtigsten Interpreten von Tora und Talmud. Ohne Raschis Auslegungen wären wesentliche Fundamentalschriften des Judentums für uns bis heute verschlossen und unverständlich. In seinem Vortrag wird Rabbiner Vernikovsky anhand ausgewählter Beispiele Raschis Bedeutung und Genialität erläutern.

 
Marc Grellert (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)
Marc Grellert (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)

Donnerstag, 26. Oktober, 19 Uhr - VORTRAG

Hochschule Worms, Raum A 125, Erenburgerstraße 19, Worms

Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion

Vortrag von Dr.-Ing. Marc Grellert (Architectura Virtualis / TU Darmstadt). Eintritt frei.

Der Vortrag behandelt Potenziale und Grenzen des Einsatzes virtueller Modelle für das Erinnern an verlorene und zerstörte Synagogen und deren Architekturen. Mit den dreidimensionalen Rekonstruktionen werden die durch mutwillige Zerstörungen verschwundenen Gebäude wieder sichtbar. Sie bleiben jedoch leer, entvölkert – gleichsam ein digitales Monument, das auch die Shoah erinnert.

 
Die Ausstellung "Galgal" zeigt mikrografische Figurationen von Wortbildern aus ausgewählten westeuropäischen jüdischen Bibelhandschriften des 12. bis 14. Jahrhunderts. (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)
Die Ausstellung "Galgal" zeigt mikrografische Figurationen von Wortbildern aus ausgewählten westeuropäischen jüdischen Bibelhandschriften des 12. bis 14. Jahrhunderts. (Quelle: Programm Jüdische Kulturtage 2017)

Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.galgal.de

bis Dienstag, 31. Oktober - AUSSTELLUNG

Synagoge, Hintere Judengasse 4, Worms

Galgal – Schöpfungselemente in Bewegung. Computeranimierte Inszenierung

Ornamental-figurativer Mikrografie aus mittel­alterlichen jüdischen Bibelhandschriften im kultischen Raum. Ausstellung von Eckhard Westermeier (Berlin) und Hanna Liss (Heidelberg). Eintritt frei. 

Öffnungszeiten: Sonntag bis Freitag 10 bis 12.30 und 13.30 bis 16 Uhr (außer an jüdischen Feiertagen). 

Führungen (jeweils 11 und 15 Uhr; deutsch oder englisch je nach Bedarf): 5., 7., 12., 14., 19. und 26. September sowie 10., 17., 19. und 26. Oktober 2017.

Die Ausstellung zeigt mikrografische Figurationen von Wortbildern aus ausgewählten westeuropäischen jüdischen Bibelhandschriften des 12. bis 14. Jahrhunderts. Durch deren computeranimierte Inszenierung wird dabei die Jüdische Bibel durch Beamer-Projektion im jüdisch-kultischen Raum der Synagoge platziert: Jüdische (Manuskript-)Kultur wird als eigene Stimme seh- und erlebbar. 

Die Ausstellung führt multimedial in eine vergessene Welt des jüdischen Mittelalters ein. Die inszenierten Wortbilder (masora figurata) entstammen jüdischen hebräischen Handschriften des Mittelalters: Masora sind zunächst Randkommentare neben dem Bibeltext. War dieser seit der Antike nur mit Konsonanten überliefert, entwickelten die sogenannten Masoreten im Mittelalter ein System von Vokal- und Betonungszeichen. 

Nicht nur wurden mit diesem masoretischen Text Aussprache und Bedeutungen festgelegt; vielmehr ging es den Masoreten auch darum, mittels der Randkommentare Abschreib­fehlern vorzubeugen: Ihre Notizen am Rand enthalten insbesondere statistische Angaben, und deren Art der Darstellung entwickelte mit der Zeit kunstvolle Formen. 

Der mikrografische Text der Wortbilder wird zumeist in zoomorpher (später auch anthropomorpher) figürlicher Darstellung (Hunde, Pferde, Hasen, Gazellen, Vögel, Drachen oder Fantasietiere) oder in Pflanzenform geboten und ähnelt damit auf den ersten Blick den Drôlerien, wie wir sie als Ornamentik nicht nur in den gotischen Handschriften, sondern auch in der Bau- und Kleinplastik finden. Die Drôlerien sind dabei sowohl konkret als auch abstrakt, fratzenhaft und dämonisch. Die Zeichnungen sind durch ihre Buchstaben-Atome begrenzt, zeigen aber oftmals eine enorme Bewegung: Die Tiere springen oder winden sich, die Flechtwerkbänder sind auf- und abführend bzw. in sich gedreht.

 
 
 

Veranstalter

Die Jüdischen Kulturtage 2017 werden von der Stadt Worms in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz / Worms, dem Verein Warmaisa e. V. und dem Verein SchUM-Städte e. V. im Rahmen des Europatages der Jüdischen Kultur (5.9.) veranstaltet. 

Informationen erteilt die Kulturkoordination der Stadt Worms:

Kontakt

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M. A. Volker Gallé
Stadtverwaltung Worms
Büro des Oberbürgermeisters
Marktplatz 2
67547 Worms
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 10 51

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