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Wormser Religionsgespräche

Mit Blick auf die Wormser Religionsgespräche des 16. Jahrhunderts veranstalteten die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau gemeinsam mit der Stadt Worms 2013 und 2016 Religionsgespräche der Gegenwart. 

Vom 16. bis zum 19. April sollten die Wormser Relionsgespräche zum dritten Mal stattfinden. Aufgrund der Coronapandemie entfallen die geplanten Veranstaltungen, sollen jedoch punktuell zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. 

"Multireligiosität und Multikonfessionalität"

3. Wormser Religionsgespräche vom 16. bis 19.04.2020
FÄLLT AUS - Angebote werden punktuell nachgeholt

„Alle Veranstaltungen, zu denen Menschen auf engem Raum zusammenkommen, bergen das Risiko, dass Viren übertragen werden und anschließend in neue Kreise der Bevölkerung gelangen. Dies gilt umso mehr für Veranstaltungen, zu denen Menschen überregional anreisen“, so Dekan Harald Storch. Die Verantwortung für die Menschen nehme man auch beim Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau sehr ernst und sei daher mit der Stadt Worms übereingekommen, die Veranstaltung abzusagen.

„Wir werden die Wormser Religionsgespräche jedoch nicht einfach aussetzen, sondern in anderer Form nachholen“, informiert Dekan Harald Storch. So soll etwa die geplante Ausstellung in der Dreifaltigkeitskirche zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt werden und auch für den Film „Zwingli – der Reformator“ werde ein geeigneter Alternativtermin gesucht. Mit der Kinowelt Worms nehme man diesbezüglich Kontakt auf, denkbar wäre etwa der diesjährige Reformationstag. „Natürlich wollen wir den Film auch dann für die Besucher kostenlos anbieten“, so Dekanatspräses Alexander Ebert. Mit den ursprünglich zu den Religionsgesprächen geladenen Referenten sei man ebenfalls im Gespräch und werde die Vorträge und Seminare zum Thema „Multireligiosität und Multikonfessionalität“ neu planen.

Weitere Informationen bei Volker Gallé, volker.galle@worms.de sowie beim Evangelischen Dekanat, Telefon (0 62 41) 84 95 -0, verwaltung@worms-evangelisch.de und unter www.worms-evangelisch.de.

 
 
 

Rückblick: Religionsgespräche in Worms

2. Religionsgespräche 2016

Rückblick 2016 / Thema: "Gewissensfreiheit in der Einen Welt"

Der Studien- und Begegnungstag schloss auch eine geistliche Domführung ein. 
Der Studien- und Begegnungstag schloss auch eine geistliche Domführung ein.
Der dritte Tag der Veranstaltung begann mit einem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche. 
Der dritte Tag der Veranstaltung begann mit einem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche.

2. Religionsgespräche vom 15. bis 17. April 2016

Die Stadt Worms und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) luden vom 15. bis 17. April 2016 zu den "2. Wormser Religionsgesprächen" ein.  Das Programm 2016 stand unter dem Motto "Gewissensfreiheit in der Einen Welt".

Prof. Dr. Gerhard Robbers eröffnete die Veranstaltungam 15. April mit einer Rede zum Thema "Gewissensfreiheit im Pluralismus" im Wormser Tagungszentrum. Robbers ist Justizminister in Rheinland-Pfalz und Professor für Öffentliches Recht, Kirchenrecht, Staatsphilosophie und Verfassungsgeschichte an der Universität Trier.

Studien- und Begegnungstag 

Am 16. April lud das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau zu einem Studien- und Begegnungstag ein: Workshops mit Gästen aus dem Libanon, Kamerun, Tschechien, Italien und Deutschland erwarteten die Teilnehmer. Ferner brachte eine Bahn die Gäste zu "Orten des Gewissens", über Mittag konnten sich die Besucher einer geistlichen Domführung anschließen und künstlerisch Interessierte kamen bei einer Mitmachaktion auf ihre Kosten. Jugendliche durften bei einem Theaterworkshop Erfahrungen sammeln. Der Samstag schloss mit einem Konzert in der Magnuskirche und dem Kurzfilmabend "Gewissenskonflikte – Gewissensentscheidungen" im Wormser Tagungszentrum. 

Gottesdienst und Podiumsdiskussion

Mit einem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche am 17. April wurde der dritte Tag der Veranstaltung eröffnet. Die Predigt hielt Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN und Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Die Podiumsdiskussion mit dem Titel "Hier stehe ich und kann nicht anders – Mein Gewissen und unsere/eure Welt" stand im Mittelpunkt der Tagung und war erneut hochkarätig besetzt: Prof. Dr. Volker Gerhardt (Philosoph/Berlin), Prof. Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Philosoph und Politologe/Berlin, Kamerun), Dr. Nayla Tabbara (Islamwissenschaftlerin/Libanon), Dr. Debbie Weissmann (jüdische Erziehungswissenschaftlerin/Israel) und Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, diskutierten über Gewissensfreiheit, kulturelle Diversität und Wahrheitsansprüche von Kulturen und Religionen. Moderiert wurde die Runde von Alrun Kopelke, die zwanzig Jahre als Journalistin tätig war, davon zehn Jahre als Fernsehmoderatorin beim Hessischen Rundfunk. Kopelke arbeitet heute als Pfarrerin in der Wetterau. 

Das Oriental-Jazz-Ensemble "FisFüz" als Begleitprogramm zur Podiumsdiskussion, ein jüdisch-christlich-muslimisches Chorprojekt zu Psalm 104, sowie die Ausstellungen "Frieden geht anders" und "Wormser Religionsgespräche vom 16. bis 21. Jahrhundert" rundeten das Programm ab.

Service

Alle Termine 2016 im Überblick:

Flyer "2. Wormser Religionsgespräche 2016" (PDF)

 

1. Religionsgespräche 2013

Hintergrund: Religionsgespräche in Worms

Religionsgespräche in Worms – Geschichte(n) mit Zukunft

Gespräche kommen nur zustande, wenn es verschiedene Meinungen gibt und die Meinenden sich dennoch austauschen wollen. Das ist bei Religionsgesprächen nicht anders, nur dass Religion vom Grundsatz her mit Wahrheits- und Bekenntnis­ansprüchen einhergeht.

1541 suchten Martin Bucer und Johannes Gropper beim ersten Wormser Religionsgespräch nach einem Konsens in gemeinsamen Lehrartikeln, dem "Wormser Buch". Und auch nach dem Augsburger Religionsfrieden, der das Reich in evangelische und katholische Territorien teilte, wurde 1557 beim zweiten Wormser Religionsgespräch, an dem Melanchthon und Gropper teilnahmen, ein erneuter Konsensversuch unter­nommen. Beide Gespräche kamen nicht zum gewünschten Erfolg. Das gilt auch für das ebenfalls 1557 in Worms-Pfeddersheim geführte Gespräch zwischen Reformierten und Täufern. 

Seit dem frühen Mittelalter gibt es in Europa und im Nahen Osten Religionsgespräche in religiösen Streitfragen, auch zwischen Christen und Juden sowie Christen und Muslimen. Und diese Gespräche stehen trotz ihres oft uneingelösten Anspruchs zur Einigung dennoch für das Potenzial der Verständigung in religiösen Fragen. 

Deshalb griff die Stadt Worms gemeinsam mit der EKHN (EKHN = Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) und der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) im Themenjahr "Reformation und Toleranz" der Lutherdekade diese Tradition auf und lud vom 19. bis 21. April 2013 zu "Wormser Religionsgesprächen" ein, die im ersten Jahr den Arbeitstitel "Dulden oder Verstehen" trugen und alle zwei Jahre unter einem anderen Thema fortgesetzt werden sollen. 

 

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