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Veranstaltungsarchiv Gleichstellungsstelle

Sie haben eine Veranstaltung verpasst und möchten sich im Nachhinein informieren? Oder Ihnen hat die Veranstaltung so gut gefallen, dass Sie noch ein paar Details nachlesen möchten? Mit unserem neuen Veranstaltungsarchiv informiert die Gleichstellungsstelle Sie über alle bisher gelaufenen Veranstaltungen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! 

2019

2015 - 2016

2019

2018

2015-2016

 

Frauen auf der Flucht - Risiken, Bedürfnisse und Herausforderungen

Elisabeth Rohr führte aus, dass Frauen in ihren Herkunftsländern oft von Vergewaltigung, Versklavung, Zwangsverheiratung und weiteren Repressalien betroffen sind. „Geschlechtsspezifische Asylgründe sind zwar seit 2005 als Passus im Gesetz verankert, lassen sich aber oft nur schwer durchsetzen“, verdeutlichte Rohr. Generell sei eine zunehmende Feminisierung von Flucht und internationaler Migration feststellbar.

Frauen verfügen oftmals nicht über die finanziellen Mittel, um eine Flucht bis nach Europa antreten zu können. Während der Flucht werde ihnen daher oft nur gegen sexuelle Dienstleistungen Hilfe und Unterstützung zuteil. Der Großteil der Frauen zähle zu den sogenannten Binnenflüchtlingen. „Die Erleichterung, an einem vermeintlich sicheren Zufluchtsort gelandet zu sein, verwandelt sich leider viel zu oft in ein Gefühl neuer Verfolgung und Diskriminierung“, berichtete die Referentin. So würde häufig die Flucht selbst wie auch die Ankunft im Aufnahmeland zu gravierenden Traumatisierungen führen. Neben Krieg und politischer Verfolgung hätten Frauen oft spezifische Fluchtgründe und daraus resultierende Bedürfnisse, denen man auch in den Aufnahmeländern nur schwer gerecht werden könne, so Rohr.

Rahel Kurt schilderte den Spagat zwischen dem Wunsch, sich in einem fremden Land ein neues Leben aufzubauen, und den täglichen Herausforderungen und Überforderungen, mit denen sie sich ganz persönlich konfrontiert sah. Kurt stammt aus Mardin, einer Region im Südosten der Türkei, an der Grenze zu Syrien. 1976 kam sie mit ihrer Familie asylsuchend nach Deutschland und lebt seitdem hier. Als Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche gehörten sie in der Türkei zu einer religiös-ethnischen Minderheit. Ihr neues Leben in Deutschland wurde von ihr und ihrer Familie als ein Neustart in Freiheit empfunden. In ihrem Vortrag warb sie immer wieder für gegenseitiges Verständnis und betonte, dass man sich als Migrantin von seinen Ängsten und Unsicherheiten nicht lähmen lassen sollte. „ Nicht alle Menschen empfangen einen mit offenen Armen, allerdings darf man sich davon weder entmutigen lassen noch die vielen helfenden Hände übersehen, die einem durchaus helfen wollen “, sagte Kurt.

Auch wenn sich an den allgemeinen Umständen nicht viel ändern lässt, die Vorträge rüttelten in jedem Fall auf. Die rund 40 Teilnehmerinnen signalisierten durch ihre Nachfragen großes Interesse und Betroffenheit für die Situation flüchtender Frauen. Da die Bekämpfung der Fluchtursachen in den Herkunftsländern nicht ohne weiteres möglich ist, wurde den Teilnehmenden deutlich, dass es umso wichtiger ist, als Aufnahmeland sein Möglichstes zu tun, um Erleichterung zu verschaffen. 


Frau Prof. Dr. Rohr hat zu den angesprochenen Themen zwei Bücher veröffentlicht die über die Gleichstellungsstelle direkt bei Frau Prof. Rohr bestellt werden können:

Elisabeth RohrMechtild M. Jansen (Hg.): Grenzgängerinnen:

Frauen auf der Flucht, im Exil und in der Migration sind Wanderinnen zwischen Welten und Kulturen: Grenzgängerinnen, die darum bemüht sind, die Welt und die Kultur, die sie oder ihre Eltern verlassen haben, mit ihrer gegenwärtigen Lebenswirklichkeit zu versöhnen. Dieser Versöhnungsprozess ist ein oftmals schmerzhafter und von Trauer und Schuldgefühlen, aber auch von Hoffnungen, Träumen und Sehnsüchten begleiteter Weg der Auseinandersetzung, der, wenn er gelingt, neue Perspektiven eröffnen und eine stabile Identität schaffen kann.
Der Aufbau neuer Perspektiven und Lebenschancen wird jedoch durch politische und gesellschaftliche Bedingungen erschwert, die spezifische Flucht- und Migrationsgründe von weiblichen Flüchtlingen und Migrantinnen ignorieren oder verleugnen und Frauen dadurch während und auch nach erfolgter Flucht oder Migration in aller Regel massiver geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Benachteiligung aussetzen.
Der vorliegende Band will darauf aufmerksam machen, dass 80% aller weltweiten Binnenlandflüchtlinge Frauen sind und diese nur deshalb nicht als Flüchtlinge in unser Bewusstsein gelangen, weil sie keine nationalen Grenzen überschreiten und deshalb weitaus seltener als Männer in Europa Asyl beantragen. Der Band will jedoch vor allem auf eine Lücke in einer wissenschaftlichen Debatte hinweisen, die bislang viel zu selten die weibliche Seite der Flüchtingsproblematik berücksichtigt hat und allzu ethnozentrisch nur auf die Situation in Deutschland fixiert war. Deshalb geht es auch um die Situation weiblicher Flüchtlinge in Guatemala und um die Lage der Migrantinnen in Spanien. Im Vordergrund steht dabei das Interesse, neben gesellschaftlichen Aspekten vor allem Facetten des innerpsychischen Erlebens weiblicher Flüchtlinge und Migrantinnen aufzuzeigen und ihrem Ringen um Versöhnung und um eine menschenwürdige Zukunft Raum und Worte zu verleihen.


und Elisabeth Rohr, Mechtild M. Jansen, Jamila Adamou (Hg.): Die vergessenen Kinder der Globalisierung - Psychosoziale Folgen von Migration:

Transnationale Kindheit stellt ein in der internationalen Migrationsforschung weitestgehend vernachlässigtes Thema dar. Während die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von migrierten Elternteilen in der neuen Heimat relativ gut erforscht sind, bleiben die Schicksale zurückgelassener, allein geflüchteter und remigrierter Kinder und Jugendlicher nahezu unberücksichtigt.

Die BeiträgerInnen gehen der Frage nach, was es für Kinder bedeutet, wenn Eltern über Jahre abwesend sind. Wie bewältigen sie ihre Trennungs- und Verlusterfahrungen? Greifen sie dabei auf gender-spezifische Coping-Strategien zurück? Welche psychosozialen Folgen zieht die erzwungene Autonomie der Kinder nach sich? Mit lebendigen Geschichten von Kindern vermittelt das Buch einen tiefgründigen Einblick in kindliche Lebensrealitäten und erlaubt Erkenntnisse jenseits der bisherigen transkulturellen Migrationsforschung.

Mit Beiträgen von Joseba Achoteguí, Christine Bär, Elisabeth Beck-Gernsheim, Anca Gheaus, Elisabeth Rohr, Sarah Schackert, Nausikaa Schirilla, Simon Moses Schleimer, Angela Schmidt-Bernhardt und Gülcin Wilhelm

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Von links: Mathilde Neidlinger und Irmtraud Seckler vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Wormser Frauenverbände e.V., Referentin Rahel Kurt, Gabriele Schmittel und Veronik Heimkreitner (Gleichstellungsstelle Stadt Worms) sowie Referentin Prof. Elisabeth Rohr. 
Von links: Mathilde Neidlinger und Irmtraud Seckler vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Wormser Frauenverbände e.V., Referentin Rahel Kurt, Gabriele Schmittel und Veronik Heimkreitner (Gleichstellungsstelle Stadt Worms) sowie Referentin Prof. Elisabeth Rohr.

Obwohl die Flucht nach Europa aktuell eher ein männlich geprägtes Gesicht hat, besteht weltweit die große Mehrheit der Flüchtlinge aus Frauen und Kindern. Überdies sind Frauen neben Krieg und politischer Verfolgung oftmals mit geschlechtsspezifischen Gefahren konfrontiert. Ein Grund für die Gleichstellungsstelle und die Arbeitsgemeinschaft Wormser Frauenverbände e.V., das Thema „Frauen auf der Flucht“ in einer gemeinsamen Veranstaltung am vergangenen Dienstag (17. Mai) im Wormser Kultur- und Tagungszentrum mit zwei Referentinnen näher zu beleuchten.

Prof. Elisabeth Rohr, Professorin für interkulturelle Erziehung an der Universität Marburg, und Rahel Kurt, selbst ehemalige Flüchtlingsfrau, gaben in ihren Vorträgen einen überaus informativen Überblick über die allgemeinen Besonderheiten des Lebens von Frauen auf der Flucht und die besonderen Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. 

 

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Veranstaltungen 2015 - 2016

 

Veranstaltungen 2016

 

Fachtagung - Erziehung im interkulturellen Dialog

Am Donnerstag den 28.04.2016 fand die Fachtagung zum Thema „Interkulturelle Sozialisation – Erziehung im Kontext von Kultur und Zuwanderung“ statt. Dass Erziehung im Familienkontext und Primarbereich immer noch hauptsächlich Frauensache ist, war der Grund für die beiden Organisatorinnen, Elisabeth Gransche, Migrations- und Integrationsbeauftragte und Veronik Heimkreitner, Gleichtellungsbeauftragte der Stadt Worms diese Veranstaltung gemeinsam auszurichten. Erfreulich war die große Nachfrage von Fach- und Leitungskräften, die mit rund 45 TeilnehmerInnen deutlich signalisierte, dass aus Fachkreisen ein hoher Bedarf an Veranstaltungen dieser Art besteht. Die Fachtagung begann mit dem wissenschaftlich fundierten Fachvortrag von Frau Prof. Dr. Engin, Leiterin des Heidelberger Zentrums für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik. Im Anschluss knüpfte Frau Mollaogullari, Sozialarbeiterin in Ludwigshafen thematisch an den Vortrag von Frau Prof. Dr. Engin an und berichtete aus ihrem Praxis-Alltag.

 

Werben für Verständnis und Dialog

Frau Prof. Dr. Engin thematisierte in ihrem Vortrag kulturell bedingte Sozialisationsunterschiede - meist muslimischer Familien – und konnte anhand praktischer Beispiele aufzeigen, dass die Erziehungsvorstellungen muslimischer Eltern oftmals nicht mit westlichen Vorstellungen übereinstimmen. Das Konzept der "guten Mutter" sei beispielsweise grundverschieden und führe in der Praxis nicht selten zu Irritationen und Unverständnis – auf beiden Seiten. Für die Gleichstellungsbeauftragte Heimkreitner war der Aspekt der geschlechtsspezifischen Erziehung in den Migrantenfamilien ein wesentlicher Punkt der Fachtagung. Engin berichtete von den traditionellen Rollenerwartungen, die je nach Herkunftsland bei Migranten wesentlich stärker von alten Rollenbildern dominiert sind, als dies in westlichen Ländern mittlerweile der Fall ist. Der Dialog und das Werben für gegenseitiges Verständnis sei oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Wie Engin betonte, müssen andere Interventionsformen angeboten werden als dies bisher der Fall war; aufsuchende Arbeit sei vielfach erfolgreicher als die bloße Bereitstellung von Angebotsstrukturen. Bildungspartnerschaften mit den Eltern und die Investition in primäre Bildung sei aus diesem Grund in jedem Fall der wichtigste Ansatzpunkt. Dass die Handlungsempfehlungen aufgrund der Vielfalt von Kultur- und Sozialmilieus wage und optional bleiben und es keine Integrationsrezepte geben kann, unterstreicht die Integrationsbeauftragte Gransche mit dem Hinweis auf die sog. Sinusstudie, die unter dem Aspekt der schichtspezifischen Sozialisation den Einfluss von Migration reduziert und die Relevanz der Bildung als Integrationskatalysator bestätigt. Frau Mollaogullari berichtete aus der Perspektive ihrer Tätigkeit als Sozialarbeiterin anschaulich über die Heterogenität und Widersprüchlichkeit der Integrationsbemühungen. Auch sie warb für den gegenseitigen Dialog und den Aufbau von Beziehungen und sprach sich zugleich auch für das Setzen klarer Grenzen aus. Die richtige Balance zwischen Fördern und Fordern sei der Weg zu einer positiven Integration. Die teilnehmenden Fachkräfte hatten ausreichend Gelegenheit sich untereinander und mit den Referentinnen auszutauschen. Die Veranstalterinnen lobten im Einklang mit Referentinnen und Teilnehmenden Inhalt und Atmosphäre der Veranstaltung.

 

 

Girls`Day und Boys`Day 2016 in der Stadtverwaltung Worms

Anlässlich des jährlich stattfindenden Girls´Day bot die Stadtverwaltung Worms interessierten Mädchen die Möglichkeit, Einblicke in Mädchen untypische Berufsbereiche zu bekommen. Der Mädchen-Zukunftstag, Girls´Day, existiert mittlerweile seit 15 Jahren und bietet Mädchen ab der 5. Klasse einmal im Jahr die Gelegenheit, in nach wie vor eher männlich besetzte Berufe hineinzuschnuppern. Der Aktionstag bietet nicht nur für Jungen und Mädchen die Möglichkeit, jeweils untypische Berufe kennen zu lernen, sondern Unternehmen und Institutionen erhalten im Umkehrschluss die Möglichkeit, interessierten Nachwuchs anzusprechen. 2015 haben deutschlandweit rund 103.000 Schülerinnen am Girls´Day teilgenommen. Parallel zum Mädchen-Zukunftstag findet seit 2011 jährlich der Boys´Day statt. Äquivalent zum Girls´Day wird Jungen die Möglichkeit gegeben, praktische Erfahrungen in Berufen mit einem geringen Männeranteil zu sammeln. In diesem Jahr konnte die Stadtverwaltung Worms neben den Angeboten für Mädchen auch für Jungs Angebote ermöglichen. Für Jungs bestand die Möglichkeit in einer Kita, der Jugendbücherei oder im Sozialbereich Einblicke in die Berufspraxis zu erlangen. Im Rahmen des Girls´Day konnten fünf Mädchen im Bereich 6 - Planen und Bauen, in der Abteilung Stadtvermessung und Geoinformationen Einblicke in ein männliches Berufsfeld bekommen. Die Resonanz im Rathaus selbst und auch die Nachfrage von Seiten der Schülerinnen und Schüler waren auch in diesem Jahr wieder sehr gut.

 
 

Internationaler Frauentag

Am 8. März 2016 war der Internationale Frauentag und auch in Worms wurden in diesem Jahr wieder einige interessante Veranstaltungen angeboten. 

Vormittags war das Frauenhaus mit einer Kunstinstellation auf dem Obermarkt vertreten und informierte über die Arbeit des Frauenhauses hier in Worms. Um 14.00 Uhr lud Frau Schreiber-Wolsiffer zu einer spannenden Stadtführung durch Worms ein, in der es um das Leben und die Frauenbewegung um 1900 bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts ging.

Als Abschluss dieses Tages lud die Gleichstellungsstelle der Stadt Worms und die AsF zu einem Kinobesuch in  die Kinowelt Worms ein. Gezeigt wurde der Film: Sternstunde ihres Lebens mit Iris Berben als Elisabeth Selbert. Der Film spielt in Bonn im Jahre 1948 und behandelt den Kampf der Juristin Elisabeth Selbert, als Mitglied des Parlamentarischen Rats, den Artikel 3 des Grundgesetztes dahingehend zu verändern, dass er lautet: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt". Die ursprüngliche Fassung lautete lediglich: "Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten". Elisabeth Selbert wusste aus ihrer Erfahrung als Anwältin, wie viel schlechter Frauen im privatrechtlichen Bereich, im Ehe-, Familien- und Arbeitsrecht gestellt waren. Für sie war es „eine Selbstverständlichkeit, dass man heute weitergehen muss als in Weimar und dass man den Frauen die Gleichberechtigung auf allen Gebieten geben muss. Die Frau soll nicht nur in staatsbürgerlichen Dingen gleichstehen, sondern muss auf allen Rechtsgebieten dem Manne gleichgestellt werden.“ Selbert wurde am 22.9.1896 in Kassel geboren und starb am 9.6.1986 ebenda. Sie war eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Elisabeth Selbert wäre dieses Jahr 120 Jahre geworden.

Einige der im Film angesprochenen Missstände in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern sind nach wie vor aktuell. Viel konnte bisher erreicht werden und vieles ist Frauen wie Elisabeth Selbert zu verdanken. Gerade aus diesem Dank heraus darf nicht übersehen werden, dass aber noch einiges getan werden muss.

Bildnachweis:Stiftung Haus der Geschichte Urheber: Wagner-Hehmke / Hehmke-Winterer 
Bildnachweis:Stiftung Haus der Geschichte
Urheber: Wagner-Hehmke / Hehmke-Winterer
 
 

Veranstaltungen 2015

 
 
 
Feierliche Fahnenhissung am 24.11.2015 
Feierliche Fahnenhissung am 24.11.2015

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Weltweit wird am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Der Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst wegen Ihres Aufbegehrens gegen den Diktator Trujillo nach monatelanger Folter hingerichtet wurden. 1981 wurde der 25. November als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen von Aktivistinnen ausgerufen und 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkannt.

Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES setzt am 25. November mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Stadt Worms an dem Aktionstag und hat in einem feierlichem Rahmen die Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Eingang zur Fußgängerzone gehisst. Dieses Jahr fand die Fahnenhissung mit Blick auf den "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" bereits im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 24.11.2015 statt.

Besondere Schwerpunkte lagen in diesem Jahr auf der Gewaltbetroffenheit von Frauen mit körperlichen Einschränkungen und Behinderungen sowie auf dem Kampf gegen Frühehen von Mädchen. 

Dank einer Kooperation von zahlreichen Wormser Bäckereien und der Gleichstellungsstelle, wurde am 25.11.2015, durch eine Brötchentütenaktion, auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht.

 
 
 
 

14. Herbstmarkt Wormser Frauenverbände am 24. und 25.10.2015

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand der 14. Herbstmarkt der Arbeitsgemeinschaft der Wormser Frauenverbände auf dem Obermarkt statt. In insgesamt 15 Holzbuden wurde ein breites Angebot für jeden Geschmack geboten. Dabei lockte jeder Stand mit ganz individuellen kulinarischen Köstlichkeiten, Dekorativem oder Praktischem.

Eröffnet wurde der Herbstmarkt am Samstag um 11.00 Uhr im Beisein des Beigeordneten Uwe Franz, Annelie Büssow (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Wormser Frauenverbände) und Veronik Heimkreitner (Gleichstellungsbeauftragte). Die Musikschule Wirthwein bestreite den musikalischen Rahmen.

Wie in jedem Jahr spenden alle beteiligten Frauengruppen und -institutionen den Erlös aus den Verkäufen an zahlreiche Initiativen und Organisationen in Worms.

 
 
 
 
Vortrag Zwangsverheiratung

Abendveranstaltung zum Thema: Zwangsverheiratung

Die Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Sozialisation“, welche in Zusammenarbeit der Gleichstellungsbeauftragten und den beiden Beauftragten für Migration und Integration der Stadt Worms durchgeführt wird, startete am Mittwoch den 14. Oktober 2015 mit einer Abendveranstaltung zum Thema Zwangsverheiratung.
Der Abend begann mit einem Vortrag von Frau Dr. Kirchhart, Diplompädagogin, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und Geschäftsführerin im MädchenHaus Mainz. Im Anschluss wurde der Dokumentarfilm "Türkische Hochzeitsreisende - Familienehre vor Liebe" von Susanne Babila (SWR) gezeigt und Raum für einen regen Austausch mit der Referentin gegeben.

Das Phänomen ist nicht auf einen Kulturkreis oder eine Religion beschränkt

Frau Dr. Kirchhart thematisierte in ihrem Vortrag kulturell bedingte Sozialisationsunterschiede - meist muslimischer Familien - und kulturelle Hintergründe von Zwangsverheiratung. Die Erziehung von Mädchen und Jungen, so berichtete Kirchhart, unterscheide sich ab der Geschlechtsreife grundlegend. Muslimische Mädchen geraten deshalb noch stärker als Jungen in den Zwiespalt zwischen traditionellen Rollenerwartungen der muslimischen Herkunftskultur auf der einen Seite und der deutschen Kultur auf der Anderen. Für Frauen ist der Weg in die Selbständigkeit und in die Eigenverantwortlichkeit aus diesem Grund häufig konfliktiver.
Der Film führte in eine zum Teil fremd anmutende Welt und bot Einblicke in die Hochzeitsrituale religiöser türkischer Familien in Deutschland. Die bekannte Autorin Fatma Bläser und die Journalistin Seyran Ateş führten durch die Welt von arrangierten Ehen und dem Schicksal von Frauen, die gegen Ihren Willen verheiratet wurden. Beide Frauen setzten sich für die Rechte muslimischer Frauen in Deutschland ein und riefen dazu auf, hin zu schauen und in den Dialog zu treten.

Die Hilfsangebote und Fachstellen sind verfügbar, jedoch muss der Impuls diese Hilfe anzunehmen von den Betroffenen selbst kommen. Für viele Jugendliche aus traditionell religiösen Familien ist der Gehorsam den Eltern gegenüber wichtiger, als die Verwirklichung eigener Träume. Dieses Verhaltensmuster stieß bei zahlreichen Zuschauern auf Verwunderung und zeigt, dass wir noch mehr in den gegenseitigen Dialog treten müssen, um ein stärkeres gegenseitiges Verständnis aufzubauen, aber auch um alte patriarchalische Strukturen aufzubrechen.

Den Vortrag von Frau Dr. Kirchhart können Sie hier nachlesen.