Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Schriftvergrößerung
AAA

Heldinnen

Die Gleichstellung der Frau war und ist ein langer Weg. Hier stellen wir Ihnen in unregelmäßiger Folge Wegbereiterinnen der Frauenbewegung und Frauen, die ungewöhnliches geleistet haben, vor.

Amelia Earhart Bild: Wikimedia commons 
Amelia Earhart
Bild: Wikimedia commons

Amelia Earhart

Amelia Earhart (1897 – 1937), geboren in Atchinson/Kansas, war Amerikas legendärste Fliegerin. Schon als Mädchen wollte sie all das tun, was Jungs taten – nur besser. Ihr Medizinstudium brach sie nach kurzer Zeit ab. Seit sie zum ersten Mal in einem Flugzeug mitfliegen durfte, ließ sie ihr Ziel selbst einmal zu fliegen, nicht mehr aus den Augen.
Eine entscheidende Bedeutung für ihren Lebensweg war ihre Begegnung mit der Fliegerin Neta Snook, bei der sie wenig später Flugunterricht nahm Die Fliegerei beherrschte von nun an ihr Leben.
In der folgenden Zeit nahm sie alle möglichen Jobs an, um ihren Traum vom Fliegen zu finanzieren – unter anderem arbeitete sie als Telefonistin und Würstchenverkäuferin.
1928 flog Amelia Earhart als Passagierin zusammen mit einem Piloten und einem Mechaniker als erste Frau an Bord über den Atlantik. Amerika feierte sie nach der Rückkehr in einem wochenlangen Triumphzug – doch sie wollte selbst fliegen.
Daher beteiligte sie sich 1929 Cleveland Women’s Air Derby – einem Überlandflugwettbewerb für Pilotinnen, der von der Presse unter anderem als „Puderquastenrennen“ verspottet wurde. Amelia Earhart war empört über diese Reaktionen und gründete daraufhin den Club der 99er – einer Vereinigung von Pilotinnen mit dem Ziel, die Stellung der Frau in der Luftfahrt zu stärken und Vorurteile abzubauen.
Am 20. Februar 1932 startete Amelia mit ihrer einmotorigen Lockheed Vega von Neufundland und flog als erste Frau in 14 Stunden und 56 Minuten über rd. 3000 Kilometer Wasserwüste des Atlantiks bis nach Nordirland. Sie hatte damit als erster Mensch zwei Mal in der Luft den Atlantik überquert: einmal als Mitfliegerin und einmal als Pilotin. In London wurde Amelia Earhart nach diesem Rekordflug umjubelt. New York bereitete ihr zwei Wochen später ebenfalls einen triumphalen Empfang.
Amelia gelang Anfang 1935 als erstem Menschen der gefährliche Flug von Hawaii zum amerikanischen Festland. Diese Strecke ist länger als die Route von den USA nach Europa.
Am 20. Mai 1937 startete Amelia Earhart in Miami zu einer Erdumrundung auf der Höhe der Äquators mit ihrer zweimotorigen Lockheed Electra - das hatte zuvor noch kein Pilot gewagt. Ihre Rückkehr war für den Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli 1937 geplant.
Am 2. Juli 1937 begann sie nach Landungen in Brasilien, Westafrika, Kalkutta, Rangoon und Neuguinea die gefährlichste Etappe: von Nordguinea bis zur Insel Howland südlich von Samoa.Die Funker britischer und amerikanischer Schiffe hörten 20 Stunden nach dem Start die letzten Funksignale von Amelia Earharts Flugzeug. Seitdem gilt sie als verschollen. Amelia Earhart und ihr Navigator Fred Noonan waren vermutlich nach den vierwöchigen Strapazen völlig erschöpft und hatten das nur wenige Kilometer große Atoll Howland in den Wasserwüsten des Pazifiks nicht gefunden.
64 Flugzeuge und acht Kriegsschiffe beteiligten sich an einer Suchaktion, es wurde nicht die geringste Spur von Maschine und Besatzung entdeckt. Bereits kurz nach Amelia Earharts Verschwinden kamen Spekulationen über ihren Verbleib auf. Bis heute ranken sich viele Legenden um ihr Ende. Allerdings konnte ihr Schicksal nie aufgeklärt werden.
An die unvergessene Fliegerin erinnert auf der Howlandinsel ein Leuchtturm, der ihren Namen erhielt.

 
 
 
 
Louise Otto-Peters, 1819-1895 Quelle: Wikimedia commons 
Louise Otto-Peters,
1819-1895
Quelle: Wikimedia commons

Louise Otto-Peters

"Dem Reich der Freiheit werb’ ich Bürgerinnen"

Louise Otto-Peters wurde 1819 in Meißen geboren. Sie gilt als Initiatiorin der deutschen Frauenbewegung.
Zunächst begann sie damit durch Artikel in Zeitungen, u. a. schrieb sie: „Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht.“

Mehr über Louise Otto-Peters finden Sie hier

 
 
 
 
Elisabeth Selbert 1896 - 1986 Bild: Wikimedia commons 
Elisabeth Selbert
1896 - 1986
Bild: Wikimedia commons

Elisabeth Selbert

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt"

Elisabeth Selbert wurde 1896 in Kassel geboren und entstammt einfachen Verhältnissen. Geld, um der Tochter eine akademische Ausbildung zu finanzieren, fehlt der Familie. Doch Elisabeth Selbert gab ihr Ziel nie auf und begann 1926 als eine der ersten Frauen im Alter von 30 Jahren und mit 2 Kindern ihr Studium. Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Mann Adam Selbert, den sie 1920 heiratete, und ihren Eltern.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie für die SPD in den hessischen Landtag gewählt und als Vertreterin ihrer Partei, entgegen aller Widerstände, in den Parlamentarischen Rat entsandt. Damit wurde sie eine der vier Mütter des Grundgesetzes und soltel gemeinsam mit 61 Vätern eine neue Verfassung erarbeiten. Ihr erster Entwurf für einen Grundgesetzartikel, der die Gleichberechtigung von Männern und Frauen vorsieht, wurde abgelehnt. Doch wieder gab Elisabeth Selbert nicht auf, sondern mobilisierte Frauenverbände, gemeinsam mit ihr zu protestieren.
Zehntausende empörter Frauen aus allen Bevölkerungsschichten schrieben daraufhin Briefe an die Abgeordneten und bewegten die Männer zum Einlenken. Art. 3 Abs. 2 des Grundgesetzes lautet seitdem „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“- Elisabeth Selbert feierte damit ihren größten politischen Erfolg. Der Grundgesetzartikel hatte zur Folge, dass große Teile des damals geltenden Familienrechts verfassungswidrig wurden, da sie dem Grundsatz der Gleichberechtigung widersprachen.
Elisabeth Selbert arbeitete nach Ende ihres politischen Engagements weiter in ihrer eigenen Kanzlei, die auf Familienrecht spezialisiert war. Sie starb 1986 in Kassel.
Die hessische Landesregierung vergibt seit 1983 jährlich den Elisabeth-Selbert-Preis und ehrt damit Männer und Frauen, „die in hervorragender Weise mit ihrer gestalterischen Kraft und ihren Leistungen für die Gesellschaft zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Männern und Frauen beigetragen haben“.