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Doppelbelastung Familie und Beruf

In den meisten Fällen tragen die Frauen die Doppelbelastung Beruf und Familie.

 
 
 

Doppelbelastung

Arbeiten gehen, den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden, die eigene Mutter pflegen und nebenbei den Haushalt erledigen? Der Alltag berufstätiger Frauen mit Familie ist meist komplexer als der des dazugehörigen männlichen Partners. Alleinerziehende haben es in dieser Hinsicht noch schwerer.

Im europäischen Durchschnitt arbeiten Männer sechs Stunden pro Woche im Haushalt – Frauen verwenden dagegen mit 25 Stunden fast viermal so viel Zeit für unbezahlte Haus- und Familienarbeit.

Ob Frauen in Teilzeit oder in Vollzeit beschäftigt sind, ist dabei für die Arbeitsteilung irrelevant – auch wenn beide Partner vollzeitbeschäftigt sind, ist die Frau für die Versorgung der Kinder und die Erledigung der anfallenden Hausarbeit verantwortlich.
Sogar wenn Frauen die Hauptverdienerinnen der Familie sind und mindestens 60% des Familieneinkommens verdienen, wenden Sie deutlich mehr Zeit für die Kinder und den Haushalt auf als ihre Partner in der Zuverdienerrolle.

Überkommene Rollenvorstellungen, die Frauen traditionell die Verantwortung für unbezahlte Familienarbeit zuschreiben, sind der hauptsächliche Grund für diese ungerechte Aufgabenteilung.

Folgen der Doppelbelastung

Als Folge dieser Doppelbelastung leiden vor allem Mütter unter Zeitdruck. Laut einer AOK-Familienstudie aus dem Jahr 2010 stuft jede fünfte Mutter ihren Gesundheitszustand als „weniger gut“ oder „schlecht“ ein. Als häufigsten Grund dafür nannten die befragten Frauen Zeitdruck und Stress.

Neben den gesundheitlichen Folgen wirkt sich die Doppelbelastung auch auf das berufliche Vorankommen von Frauen aus. Eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, dass jede zweite Frau aufgrund der Belastungen durch Familie und Beruf mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern muss.

Um Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu fördern, ist daher eine gesellschaftliche Unterstützung zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – zum Beispiel durch den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote – besonders wichtig.

Allerdings ist auch ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel notwendig, damit sich Frauen nicht mehr alleine für die Haus- und Familienarbeit zuständig fühlen. Dies kann nur durch eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zwischen Männern und Frauen geschehen und wäre ein wichtiger Schritt hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft.

Weitere Informationen zum Thema Stress durch Doppelbelastung und Möglichkeiten, diesen Stress zu bewältigen, bietet das Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.