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Wald in Worms

Rheinland-Pfalz ist mit einem Waldanteil von 42 % der Landesfläche nicht nur das waldreichste Bundesland sondern birgt gleichzeitig eine Region, die zu den waldärmsten Gebieten in ganz Deutschland gehört: Rheinhessen, geprägt von Weinbau und Landwirtschaft mit einem Waldanteil von unter 5 %. Und Worms als Teil dieser Region kommt mit 3 % des Stadtgebietes ein noch geringerer Waldanteil zu. Umso wertvoller sind die verbliebenen Waldflächen mit ihren zahlreichen für Mensch und Natur wichtigen Ökosystemleistungen. Zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Wormser Waldes in öffentlicher Hand kooperiert die Stadtverwaltung, hier die Abteilungen Grünflächen und Gewässer und die Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft, mit dem Forstamt Rheinhessen, was für den Wald in Worms zu besonderen Zielsetzungen und Entscheidungen geführt hat, die mittel- bis langfristig zur beachtlichen Aufwertung seines Biotopwertes für Natur- und Artenschutz beitragen sollen.

 
 
 
Alte Eiche in der Bürgerweide (Foto: Erich Kulling) 
Alte Eiche in der Bürgerweide (Foto: Erich Kulling)

Ökosystem und vielseitiges Multitalent

Wälder leisten eine Menge sowohl direkt für Natur und Landschaft als auch für den Menschen selbst. Neben seiner Nutzfunktion (Lieferant von Holz, Beeren, Pilzen, Kräutern und Wild) bietet der Wald eine Vielzahl an Schutzfunktionen:

  • Boden wird durch Wald vor Erosion geschützt und mit Humus angereichert.
  • Niederschlagswasser wird im Waldboden gefiltert und in großen Mengen gespeichert (bis zu 200 l/m²). So wird der Oberflächenabfluss verhindert und das Grundwasser angereichert.
  • Wald trägt durch seine Filterwirkung zur Reinigung der Luft von Staub und Schadstoffen bei und produziert Sauerstoff. 
  • Wichtige Klimafunktionen übernimmt der Wald durch den  Ausgleich von Temperaturschwankungen, höhere Luftfeuchtigkeit und dadurch niedrigere Temperaturen. In der Nähe einer Stadt kann der Wald dadurch auch für Luftaustausch und damit für Frischluft in der Stadt sorgen.
  • Wald gestaltet das Landschaftsbild in besonderem Maße.
  • Für die Erholung des Menschen sind Waldgebiete sehr wichtig. Der Wald wird vom Menschen als ursprüngliche Natur empfunden und bietet Ruhe und Entspannung. Auch Sportler nutzen den Wald.
  • Der Wald ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz
 
 
 
 
Infopunkt Waldpfad (Foto: Rolf Göttel) 
Infopunkt Waldpfad (Foto: Rolf Göttel)

Waldflächen in Worms

Die im Forsteinrichtungswerk für Worms dargestellten zusammenhängenden Waldflächen in öffentlicher Hand sind

  • im Norden zwischen Rheindürkheim und Hamm der Auwald parallel zum Rhein
  • die Herrnsheimer Klauern mit dem Waldpfad
  • der Waldbereich in der Bürgerweide
 
 
 
 
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Vorrangflächen für den Naturschutz im Wormser Süden 
Vorrangflächen für den Naturschutz im Wormser Süden

Besondere Zielsetzung im Wormser Stadtwald

Nach einem Stadtratsbeschluss Ende 2010 hat Oberbürgermeister Michael Kissel die Deklaration "Biologische Vielfalt in Kommunen" unterzeichnet. Die Stadt Worms ist damit dem Bündnis von engagierten Kommunen zum Schutz und zur Entwicklung der lokalen biologischen Vielfalt beigetreten. 

Ein Ziel dieser Deklaration betrifft die naturnahe Waldbewirtschaftung. Per Stadtratsbeschluss wurden im Rahmen der Forsteinrichtung 2012 als primäre Ziele auf allen Waldflächen des Stadtwaldes Naherholung und der Natur- Biotop- und Artenschutz festgelegt. Es sollen keine Maßnahmen mit dem Ziel der Holzproduktion erfolgen. 

Das führte zur Verpflichtung, geeignete städtische Waldflächen als Vorrangflächen für den Naturschutz auszuweisen mit dem Ziel der Förderung landesweit bedeutsamer Verantwortungsarten (in Worms z.B. Heldbock und Mittelspecht).  Diese Flächen steigern sich im Vergleich zu vormals 2 % der Waldfläche nun auf 30%. Auf den restlichen 70 % sind die Naherholung und die Schutzaufgaben gleichrangig.

 
 
 
 

Ein deutliches Zeichen für biologische Vielfalt

Mit dem Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz bei Landesforsten Rheinland-Pfalz (BAT-Konzept) haben die für die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes Verantwortlichen ein Handlungskonzept vorliegen, das wichtige Hinweise und Vorgaben zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Wald enthält. 

Erhaltung von Biotopbäumen mit folgenden Merkmalen

  • Höhlenbäume
  • Totholz
  • Altbäume (sog. Methusalembäume)
  • seltene heimische Baumarten
  • Bäume mit besonderen Merkmalen wie Mulmhöhlen, Pilzkonsolen, starker Moosbewuchs, ungewöhnliche Wuchsform
  • Bäume mit sich lösender Rinde
  • Habitatbäume (besiedelte Horstbäume oder mit Fortpflanzungs- und Ruhestätten von streng geschützten Arten)

Durch Nutzungsverzicht in Waldrefugien, Biotopbaumgruppen oder einzelner Biotopbäume werden Lebensstätten zahlreicher Tierarten geschützt und geschaffen. Waldbewohnern und Nahrungsgästen wie z.B. zahlreichen geschützten und seltenen Vogelarten, Insekten und Fledermäusen wird hier die Lebensgrundlage erhalten und verbessert. 

 
 
 
 

Kontakt

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Jutta Zimmermann

Telefon: 0 62 41 / 8 53 - 35 06

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