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Rückblick Storchennest im Tiergarten Worms (2015 - 2013)

Seit ein paar Jahren besucht ein Storchen-Pärchen jedes Frühjahr den Tiergarten in Worms. In ihrem Nest hoch oben auf einem Turm, brüten sie ihren Nachwuchs aus und ziehen ihn auf. Einen Blick in das Storchennest wird durch eine Kamera ermöglicht, die einen direkt in das Nest blicken lässt. Einige wissenswerte Informationen über das Paar gab es von "Storchenmama" Ingrid Dorner.

Verfolgen Sie hier mit uns die bisherigen Bruterfolge und leider auch tragischen Momente:

 

Die Brutsaison 2015:

Karte mit Flugstrecke der Wormser Störche von Deutschland nach Spanien (2015; Quelle: Dr. Hilmar Kienzl) 
Karte mit Flugstrecke der Wormser Störche von Deutschland nach Spanien (2015; Quelle: Dr. Hilmar Kienzl)

Wormser Störche sterben in Spanien

2015 war ein warmes und trockenes Jahr mit idealen Bedingungen für die Störche, weiß Vogelexperte Dr. Hilmar Kienzl vom NABU Worms zu berichten. Die Zahl der Jungtiere aus Rheinhessen und der Pfalz sei 2015 hervorragend gewesen, die Jungstörche flogen kräftig und gesund nach Spanien. Andere kamen bis nach Mali und und Niger.  

Das Bild zeigt den üblichen Weg (siehe violette Linie), den die Störche aus Rheinland Pfalz und Worms nach Spanien und Afrika nehmen und den die Funksignale ergeben haben. Die drei grünen Punkte in Spanien zeigen, wo die drei Wormser Junstörche des Jahres 2015 leider ums Leben gekommen sind.

Wissenswertes über die Störche erfahren Sie auch unter www.pfalzstorch.de

 
 

Die Brutsaison 2014:

Storchenpaar im Nest des Tiergarten Worms (Webcam-Bild vom 26.02.2014) 
Storchenpaar im Nest des Tiergarten Worms (Webcam-Bild vom 26.02.2014)

Die Störche sind wieder da!

Seit 26. Februar 2014 sind die Livebilder aus dem Storchennest wieder online und gleich erreichte uns der Hinweis einer Storchenfreundin aus Lampertheim-Hofheim, dass auch das Storchenpaar bereits im Nest zu sehen ist. Vielen Dank dafür!

 
 
 
 

Die Brutsaison 2013:

Das Storchenpaar und ihr erstes Ei 2013 (Bild: webcam) 
Das Storchenpaar und ihr erstes Ei 2013 (Bild: webcam)

"Wer ist wer?" und "Wo kommen sie her?"

Unterscheiden kann man die beiden folgendermaßen: Die Störchin trägt den schwarzen ELSA-Ring „oben“, über dem Gelenk, der Storch hat seinen schmalen Alu-Ring „unten“, über den Zehen (siehe Bild). „Ihn“ kann man auch identifizieren, wenn er allein im Nest brütet: an der speziellen Gefiederfärbung.

Der männliche Storch ist im Jahr 1995 in Mannheim geschlüpft und ist somit bereits 18 Jahre alt. Er ist sehr reisefaul und überwintert auch meist im Luisenpark (oder auch in Bobenheim-Roxheim). Von dort aus begibt er sich jedes Jahr schon frühzeitig zu seinem Nest im Tiergarten und sieht nach dem Rechten. 

Das Weibchen ist erst 10 Jahre alt. Sie verlässt ihren Partner jeden Herbst und fliegt in das warme Afrika. 

Da Störche in Einehe leben, treffen sich die beiden seit 1999 jedes Frühjahr wieder in Worms, um gemeinsam ihre Jungen großzuziehen.

 
 
 
... dann waren es zwei Eier (Bild: webcam) 
... dann waren es zwei Eier (Bild: webcam)
... schnell folgte ein drittes Ei 
... schnell folgte ein drittes Ei
Stolz präsentiert Mama-Storch ihre vier Eier 
Stolz präsentiert Mama-Storch ihre vier Eier

Werden Verhalten und Brut durch das Wetter beeinflusst?

Nicht die Kälte, sondern das mangelnde Futterangebot gibt den Ausschlag für den Herbstzug der Störche. Es ist also nicht ganz ungewöhnlich, dass ein Weißstorch in Deutschland überwintert. Schließlich findet er in der Nähe der Menschen genügend Futter. So ein Storch ist nicht gerade wählerisch was die Nahrung betrifft. Er frisst alles vom Insekt über den Frosch bis zum Kleinsäuger. Trotzdem gehören die Weißstörche auf Grund der Lebensraumzerstörung und der Zersiedlung der Landschaft zu den bedrohten Tierarten.

Auch der dieses Jahr ungewöhlich lange Winter war sehr hart für die Störche und hat damit auch das Brutverhalten beeinflusst. Laut Frau Dorner ist es ist normal, dass die Störchin alle zwei Tage ein Ei legt. Am 28.3.2013 war in Worms das erste Ei zu sehen, am 31.3. war es immer nur noch eines! Das ist ungewöhnlich. Am 4.4. waren es dann drei, da hat der Zweitagesrhythmus gestimmt. Dass es am 8.4.2013 nur vier Eier waren – und wohl auch nicht mehr welche dazukommen – weist auf die schlechte Konditionierung der Vögel nach diesen ungewöhnlich langen schlechten Wetterbedingungen hin.

„Das Nest ist aufgrund seiner hervorragenden Lage heiß begehrt und unser Männchen da oben hat Anfangs immer viel zu tun seine Brutstätte vor anderen Mitbewerbern zu verteidigen. Im Februar diesen Jahres wurde das Storchennest grunderneuert und im März die neue Storchenkamera installiert. Es hatte sich viel zuviel Material angesammelt. Das zu Humus zerfallene Nistmaterial ist bei starkem Regen auch eine Gefahr für die Jungvögel, denn auf dem verdichteten Untergrund kann die Feuchtigkeit nicht mehr gut ablaufen. Zudem muss man auch aus Gründen der Gesundheit das Nest gelegentlich komplett neu erbauen, denn es gibt Krankheitserreger die sich über Jahre halten können und so ebenfalls für Jungvögel eine Gefahr darstellen.

Das Überleben haben die Jungstörche des Tiergartens in den vergangenen Jahren vor allem ihrem, in der Aufzucht sehr erfahrenen, Vater zu verdanken. Dieser schützte zum Beispiel die Brut in ihren ersten Lebenswochen vor großer Hitze, indem er ihnen mit seinen Flügeln Schatten spendete. Aber auch die nicht ganz so erfahrene Mutter verhält sich immer fürsorglicher und trägt ihren Teil zu der gelungenen Aufzucht bei. 

 
 
 
der komplette Storchen-Nachwuchs und ein Elternteil 
der komplette Storchen-Nachwuchs und ein Elternteil

Storchen-Nachwuchs 2013 geschlüpft!

Am Freitag, 03.05.2013 konnten wir per Storchen-Webcam die ersten beiden Jungtiere im Nest entdecken. Daher war es wahrscheinlich, dass die letzten beiden Störche über das Wochenende auf die Welt kommen. Das 3. Küken wurde dann auch am Samstag, 04.05.2013, von Elke Schilling-Laubmeister entdeckt. Sie sichtete am frühen Montagmorgen, 06.05.2013 auch das vierte und somit letzte Küken im Storchen-Nest.

Nun hoffen wir alle, dass die "Kleinen" alle groß und stark werden.

 
 
 
"Papa" und die "Kleinen" 
"Papa" und die "Kleinen"

Statistik über die Brutsaison 2013:

1. Ei gesichtet am 28.03.2013 (07.30 Uhr)
2. Ei gesichtet am 01.04.2013 (10.17 Uhr)
3. Ei gesichtet am 03.04.2013
4. Ei gesichtet am 05.04.2013 (15.30 Uhr)

1. Küken geschlüpft am 03.05.2013
2. Küken geschlüpft am 03.05.2013
3. Küken geschlüpft am 04.05.2013
4. Küken geschlüpft am 06.05.2013

Ein Beitrag von Elke Schilling-Laubmeister, Schweiz

 
 
 
"Papa" und die "Kleinen" 
"Papa" und die "Kleinen"

Zwei Jungvögel haben es 2013 geschafft

Zwei der Anfang Mai 2013 geschlüpften Jungvögel haben überlebt. „Wir sind alle sehr froh und glücklich, dass es die beiden geschafft haben“, erklärt Ingrid Dorner, die die Beringung durchführte. Denn bei der dauerhaften Nässe und Kälte im Frühjahr handelte es sich um typisches Storchen-Sterbewetter: Die Altvögel wurden völlig durchnässt, sie konnten nicht mehr ihre Nahrungsflüge machen und genügend Futter herbeischaffen. Viele kleine Jungen, besonders im Westpfälzer Raum starben zudem an Kreislaufversagen oder Lungenentzündung. So auch leider zwei der Storchenküken im Tiergarten Worms. „Wir haben alle mitgelitten und gehofft, dass die beiden verbliebenen Störche durchkommen – und sie haben tatsächlich überlebt“, freut sich Reviertierleiter Marco Mitzinger.

 
 
 
Das leere Storchennest (Webcam-Bild vom 14.08.2013) 
Das leere Storchennest (Webcam-Bild vom 14.08.2013)

Die Störche sind "ausgeflogen"

"Ja, jetzt sind alle weg, die Jungstörche schon eine ganze Woche, die Eltern sehe ich seit zwei Tagen auch nicht mehr", meldete Hannelore Wollbeck aus Hofheim Mitte August 2013 der Internetrededaktion. "Was war das doch im Mai eine Zitterpartie wegen dem schlechten Wetter, immerhin haben es zwei Störche gepackt. Erst nach 3 Jahren kommen die Jungen wieder in die Nähe ihres Geburtsortes", schrieb sie uns. "Jetzt warten wir auf das neue Jahr und sind gespannt wann die Falken und Störche ihr erstes Ei legen."

 
 
 
Ingrid Dorner beringt Jungstörche (Archivbild) 
Ingrid Dorner beringt Jungstörche (Archivbild)

Beringung in luftiger Höhe

Ingrid Dorner, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Weißstorch engagiert und mittlerweile ein bekanntes Gesicht im Tiergarten Worms ist, führt im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell und in Zusammenarbeit mit dem NABU jedes Jahr die Beringungsaktion der Jungvögel durch. An die Beringer der Störche werden höchste Ansprüche bezüglich Technik, Datenqualität und Sicherheit der zu markierenden Tiere gestellt. Dazu müssen sie besonders ausgebildet sein, in Prüfungen Kenntnisse über Vogelarten, Fang und sachgerechte Handhabung nachweisen und sie benötigen eine offizielle Genehmigung.

Durch die Beringung kann man feststellen, welche Zugwege der Storch nimmt, wie alt er ist, wo er her kommt und welches Brutalter er hat“, berichtete Ingrid Dorner. Die Jungstörche des Tiergartens werden deshalb mit einem laserbeschichteten Kunststoffring, der mit einem Buchstaben-Ziffern-Code ausgestattet ist, beringt. Dieser kann mit einem Teleskop bis auf etwa 200 Meter Entfernung abgelesen werden.
Drei Seiten des Ringes tragen das Kürzel für die Beringungszentrale und eine Seite trägt die Post- und E-Mail-Adresse für mögliche Finder. 

Lesen Sie hier mehr über die Beringung