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Abenheim, ein Ort im südlichen Wonnegau

Abenheim blickt auf eine 6.000-jährige Geschichte zurück. Steinzeitjäger, Kelten, Germanen, Römer, Burgunder, Franken haben sich hier niedergelassen oder sind durchgezogen.

Abenheims Klausenbergkapelle 
Abenheims Klausenbergkapelle
Alter Abenheimer Bahnhof 
Alter Abenheimer Bahnhof

Vergangenheit aus der bewegten Geschichte

Die Sankt-Michaels-Kapelle, erstmals um 975 im Handbuch der Diözese Mainz erwähnt, ist das Wahrzeichen von Worms-Abenheim. Seit über 1000 Jahren überragt sie den Ort. Von hier aus genießt man einen herrlichen Rundblick vom Pfälzer Wald im Westen bis weit über die Rheinebene zum Odenwald im Osten.
Abenheim, seit 1969 Vorort von Worms kann, wie selten ein Ort, auf eine archäologisch begründete Besiedlung seit der Jungsteinzeit zurückblicken. Funde aus der Zeit der Steinzeitjäger, Germanen, Römer, Burgunder und Franken, wobei letztere die Begründer von Abenheim waren, erbrachten den Beweis.
Der Adelige Franke Abo gab Abenheim, als "Heim des Abo", seinen Namen. Mit der Schenkungsurkunde vom 29. Dezember 774 des Racher von Ebertsheim (Pfalz) unter Karl dem Großen an Abt Gundeland (Kloster Lorsch) erfuhr Abenheim erstmals urkundliche Erwähnung.
In der Folgezeit wurde die geschichtliche Erwähnung vom Kloster Fulda beeinflusst. Das Kloster Fulda musste zur Verwaltung der Gerichtsherrschaft um 820 einen Vogt einsetzen. Im Besitz der Vogtei lassen sich die Grafen von Leiningen feststellen, die auch Grundbesitz im Ort hatten.
Ein Dorfadel tritt mit der Nennung einer Wernher de Abenheim im Jahre 1190 auf. Im Jahre 1395 werden eine Burg und ein Burgherr clasen genannt. Um 1473 überlassen die Brüder Hans und Dietz von Wachenheim, 1475 Rheinhard Graf zu Leiningen und 1476 das Cyriakusstift Neuhausen (Worms) ihre Anteile am Schlossgin zu Abenheim, Wolf, Kämmerer von Worms, genannt Dalberg.
Von 1390 bis bis 1797 waren die Ortsherren die von Dalberg. Der 1556 erbaute Amthof (Zehnthof) soll mit Steinen einer Burg oder des Schloßgins gebaut worden sein. Der letzte Zehntmeister Georg Ernst kaufte 1810 den Amthof für 5000 Gulden. Heute befindet er sich in Privatbesitz.
Unter der Dalbergsichen Herrschaft entstand 1753 die Abenheimer Schilder- und Hammerzunft, die bereits 1710 erwähnt wird und lange Zeit in hoher Blüte stand. Am 16. Mai 1969 beschloss der Gemeinderat die Eingemeindung von Abenheim in die Stadt Worms mit wirkung vom 7. Juni 1969. Dies ermöglichte die Durchführung wichtiger infrastruktureller Maßnahmen, die die Wohn- und Lebensqualität des Vorortes entscheidend verbesserten.Im Jahr 1999 gedachte Abenheim im Rahmen einer würdevollen 1225-Jahrfeier seiner erstmaligen Erwähnung im Jahre 774.
Die abwechslungsreiche Dorfgeschichte ist in einer Ortschronik niedergeschrieben, die der Heimatverein Abenheim im Jahr 2003 herausgegeben hat. Sie kann auch in der ehemaligen Dorfschule, seit 1968 Heimatmuseum, gegenüber der Pfarrkirche nachvollzogen werden. Im Obergeschoss des Museums können exponate von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart und im Dachgeschoss haus- und landwirtschaftliche Ausstellungsstücke bestaunt werden.


Gegenwart - Im Wandel der Zeit

Abenheim ist heute ein lebendiger Vorort von Worms, der seinen eigenen dörflichen Charakter bewahrt hat. Das hohe Engagement seiner Bürger in den
vielen Vereinen sichert über das ganze Jahr ein reiches gesellschaftliches und kulturelles Dorfgemeinschaftsleben. Die reich geschmückte barocke Pfarrkirche in der Mitte des Ortes wurde 1736 dem heiligen Bonifatius geweiht. Neben ihr zeugen die Wegekreuze an den Ortsausgängen und das »Heilige Häuschen« nahe der Kirche in der Wonnegaustraße von der früheren dörflichen Religiosität. Neben diesen historischen Bauwerken ist das aktuelle Bild von Abenheim sehr stark von der Wein- und Sekterzeugung in den vielen Qualitätsweingütern geprägt. Sie laden zum Verkosten und Verweilen ein und informieren gerne in modernen Kellern und gemütlichen Weinprobierstuben über die Herstellung ihrer edlen Produkte, dem Abenheimer "Klausenberger". Die heutige Zeit ist davon gekennzeichnet, dass sich Veränderungen spürbar vollziehen.
Die globalen und kontinentalen Veränderungen sind von enormer Tragweite und haben ihre Auswirkungen auch in die regionalen und lokalen Einheiten hinein. So muss sich auch ein Vorort wie Worms-Abenheim mit seinen rund 2800 Einwohnern den Herausforderungen der Zeit stellen und versuchen, die Veränderungen mitzugestalten. Deutliche Veränderungen zeichnen sich ab in der wirtschaftlichen Struktur der Gemeinde. Wir finden zwar zurzeit noch eine gut ausgebildete Infrastruktur für die Nahversorgung vor. Bäcker, Metzger und Lebensmittelgeschäfte gibt es, sowie Geschenk-, Haushalts-, Schreibwaren- und Textileinkauf sind vor Ort möglich; auch ist die Gesundheitsfürsorge durch Ärzte und eine Apotheke sichergestellt, und das Handwerk mit Kraftfahrzeugen, Landmaschinen, Heizung, Klima, Wasser, Elektronik, Schreinerei, Bestattung und Gartenbau ist ebenso vorhanden wie Landhandel und Brennstoffe. Der Katholische Kindergarten, die Klausenberg-Grundschule und die Förderschule sowie zwei Spielplätze versorgen die Kinder. Festhalle, Schulturnhalle, Sportplatz, Reitplatz, Schützenhaus, Hundesportanlage, Sängerheim, Pfarrzentrum, Heimatmuseum und mehrere Gaststätten bieten Gelegenheit zum Ausgleich vom Alltag. Die Anzahl der Arbeitsplätze im Ort ist jedoch rückläufig.
Die Landwirtschaft und der Weinbau, die den Ort seit vielen jahrhunderten maßgeblich prägen, erleben ebenfalls eine starke strukturelle Veränderung. Ackerbau ist nur noch mit großen Maschinen auf sehr großen Flächen wirtschaftlich zu betreiben, und der Weinbau muss höchsten Ansprüchen in Qualität und Kreativität genügen, um wettbewerbsfähig zu sein. Daneben ist die erfolgreiche Weinvermarktung nur noch in Verbindung mit dem "Erlebnis" Wein zu gestalten. Viele junge Winzer im Ort zeigen hier höchste Kreativität. Die dörfliche Lebenswelt. die sich über viele jahrhunderte hinweg durch das Neben- und Miteinander von Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnen im Familienverbund dargestellt und sich so auch gegenseitig respektiert und akzeptiert hat, ändert sich ebenfalls stark. Für nur noch einen relativ geringen Teil der Bevölkerung ist das Dorf Lebens - und Arbeitsmittelpunkt. Der weitaus größere Anteil der Bevölkerung definiert den Ort als Wohn-, Ruhe- und Ausgleichsraum für die Zeit vor und nach dem Arbeitstag. Und dies oft nur noch für einen begrenzten Zeitraum von wenigen Jahren.
Das Erfordernis, sich in der heutigen Berufswelt auch räumlich immer wieder einmal zu verändern. d. h. mobil zu sein, steht im Widerspruch zur Bindung und Identifikation mit dem Wohnort. Aus diesen Gründen verlassen junge Abenheimer den Geburtsort, und "Auswärtige", die in Rheinhessen, dem Rhein-Main- und Rhein-Nekar-Raum Arbeit finden, kommen neu hinzu. Strukturen in den persönlichen Beziehungen der Dorfbewohner, in der Nachbarschaft und im Vereinsleauben, die sich früher über Jahrzehnte bildeten, bestehen heute nur noch wenige Jahre. Die Anzahl der Abenheimer Bewohner, die von Abenheim als ihrem Heimatort sprechen können, nimmt so stetig ab.
Trotzdem ist hier die Identifikation mit dem Wohnort erstaunlich, aber auch erfreulich hoch. Hierzu tragen viele identitätsstiftende Eigenschaften bei. Trotz seiner vermeintlich stark ausgeprägten konservativen Grundhaltung ist der typische "Abenheimer" offen für Menschen und interessiert an Neuem. Gerade in der stark ausgeprägten Vereinsszene (zurzeit 23 Organisationen innerhalb der Gemeinschaft der Abenheimer Vereine und Verbände) zeigt es sich, wie schnell "Neu hinzugezogene" Anschluss finden. akzeptiert werden und bereit sind. Arbeit und Verantwortung im Ehrenamt zu übernehmen. Der vielseitige Veranstaltungskalender, der das ganze Jahr füllt und seine Höhepunkte an Kirchweih (Kerb) und Fastnacht hat, gibt viele Gelegenheiten, sich portlich, kulturell und karitativ zu engagieren.
Das Bekenntnis zur guten Leistung in der Gemeinschaft wird in all diesen Gruppen hochgehalten. sodass Erfolgserlebnisse zusätzlich zusammenschweißen.
Außer durch seine Menschen zeichnet sich Abenheim durch seinen dörflichen Charakter aus. Seine stillen Gassen, die geschichtsträchtigen Denkmäler und beschaulichen Plätze vermitteln eine besondere Atmosphäre. Wer den Blick vom Klausenberg auf Abenheim kennt, weiß, welche Sicherheit und Geborgenheit der überschaubare Ort, eingebettet in weite Rebenhügel im Norden und ausgedehnte fruchtbare Felder im Süden, geben kann. Vom Pfälzer Wald im Westen
über die Rhein ebene im Osten zum Odenwald hin ist es ein beeindruckendes visuelles Erlebnis, das Zuversicht für Ungewisses und Kraft für neue Herausforderungen verleiht. Dort oben in rund 140 Metern über NN fühlt man sich dem Himmel einfach näher.