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Der Judenfriedhof in Worms-Heppenheim

von Werner Kropp

Lange Geschichte

Wie anderswo, so liegen auch hier in Heppenheim die Anfänge der jüdischen Gemeinde im Dunkeln. Wir wissen nur, daß bereits im Jahr 1722 zwei jüdische Familien in Heppenheim lebten.Wo die ersten Juden herkamen ist nicht bekannt, auch ihre Namen sind uns nicht überliefert. Nur die Statistik überlebte. Von den Juden des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts wissen wir, daß sie aus Pfeddersheim (Bamberger, Mayer, Salomon), aus Bockenheim (Tryfuß), aus Dirmstein (Klein) und aus Dalsheim (Goldschmitt und Gutmann) kamen.

Sie betrieben Land- und Viehhandel, Düngemittel- und Gemüsehandel sowie Kurzwaren- und Stoffhandel. Auch ein Metzger betrieb hier sein Handwerk. Die Zahl der jüdischen Einwohner in Heppenheim nahm mit den Jahren zu und erreichte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Höchststand mit 72 Personen. In der Folge verringerte sich ihre Zahl etwas und blieb bei 50 - 60 Personen so einigermaßen konstant. Erst um die Jahrhundertwende nahm ihre Zahl weiter ab.

1933 waren noch 19 Juden in Heppenheim ansässig. Fast alle wanderten aus. Ihre Wege führten sie nach England, in die USA sowie nach Argentinien, Paraguay, Uruguay und Palästina. Wir wissen, daß bereits im 18. Jhd. die Toten auf dem Judenfriedhof in Dalsheim beerdigt wurden. Das älteste, bekannte Grab stammt aus dem Jahr 1851. Vermutlich wurden auch vorher die Bestattungen in Dalsheim vorgenommen. Die älteren Gräber sind alle in hebräischer Sprache beschriftet und solange diese Inschriften nicht von Fachleuten erfaßt und übersetzt werden, werden wir nicht wissen ob weitere Heppenheimer dort beerdigt sind.

Der Weg nach Dalsheim ist in etwa 9 bis 10 km lang. Das bedeutet ca. 3 Stunden zu Fuß für die einfache Wegstrecke. Bei dem bestehenden Gebot die Toten noch am Sterbetag zu beerdigen war die Beerdigung sicherlich keine einfache Angelegenheit. Man ging dazu über seine Toten auch in Pfeddersheim zu beerdigen. Die älteste, bekannte Bestattung hier stammt aus dem Jahr 1867. Die Entfernung nach Pfeddersheim ist in etwa nur halb so weit wie nach Dalsheim, was durchaus ein Argument für die Bevorzugung dieses Friedhofs war.

Ein Leichenhaus wie in den Städten gab es auf dem Lande nicht. In Heppenheim wurden die Toten zu Hause gewaschen und in einem Trauerzug, bei dem die Familienangehörigen, Verwandte, Freunde, Geschäftspartner und Nachbarn teilnahmen, auf den Friedhof geleitet. Das war bei den Juden nicht anders als bei den Christen. Daß bei einer Beerdigung die Glocken der evangelischen Kirche läuteten war für alle Heppenheimer selbstverständlich, da wurde, wie auch bei der Teilnahme am Trauerzug, keine Ausnahme gemacht. Die Religionszugehörigkeit spielte hierbei keine Rolle. Das war auch noch bei der letzten Beerdigung im Jahr 1935 so.

Beschreibung des Friedhofs

Der Heppenheimer Judenfriedhof grenzt direkt an die nördliche Umfassungsmauer des kommunalen Friedhof an, so daß man sagen kann, daß die christlichen wie die jüdischen Bürger dieses Dorfes trotz aller Unterschiede im Religiösen, Nachbarn waren und blieben, im Leben wie im Tod.

Er liegt in der Flur IV, das Flurstück trägt die Nummer 119. In der Liste der rheinlandpfälzischen Judenfriedhöfe trägt dieser Friedhof die Nummer 228. Als Eigentümer war Salomon Mayer eingetragen (StA Worms, 50/112, Schreiben vom 18.02.1950). Der Zugang erfolgt über die Straße 'Am Friedhof'. Das Gelände hat die Form eines langgezogenen, rechtwinkligen Dreiecks. Die kurze Seite des rechten Winkels grenzt an die Mauer des christlichen Friedhofs, die lange Seite bildet die Rückfront und die verbleibende dritte Seite bildet die Vorderfront des Friedhofs.

Seine Fläche beträgt 337 qm. Von dieser Mauer ist nur noch ein kleiner Rest, der die nördliche Spitze umgibt, vorhanden. Die Westseite des Geländes wird durch einen einfachen Maschendrahtzaun geschützt. Im Frühjahr 1995 wurde auf der Ostseite ein neuer Metallzaun und ein neues Tor montiert.Die Fläche um die Gräber ist mit Rasen bedeckt. An der Ostseite, direkt hinter dem Zaun wurden nach dem Krieg eine Reihe von 15 Fichten gepflanzt. Wege gibt es auf diesen Gelände nicht.

Geschichte

Gegen Ende des 19. Jhd. wurde in der israelitischen Gemeinde der Wunsch nach einem eigenen Friedhof immer stärker. Die israelitische Kultusgemeinde hatte dann 1894 darum gebeten man möge ihr einen Platz zur Bestattung ihrer Toten zuweisen. Noch im gleichen Jahr beschloß der Gemeinderat dieses Gelände hier zur Verfügung zu stellen, damit die Juden endlich einen Platz zur Bestattung ihrer Toten ihr Eigen nennen konnten und sie nicht mehr nach außerhalb auf einen entfernten Friedhof bringen mußten. Im folgenden Jahr, also 1895, schenkte die bürgerliche Gemeinde den Juden das Gelände Als Eigentümer wurde Salomon Mayer eingetragen. Mayer war als Mitglied im Vorstand der Kultusgemeinde maßgeblich an dem Zustandekommen dieser Schenkung beteiligt.

Laut einer Liste vom 17.09.1896 (StA. Worms, 50/112) besaßen folgende Familien das Beerdigungsrecht:

Max Gutmann
Max Salomon I
Max Salomon II
(Bah ?) Salomon
David SalomonS
alomon Mayer
Ludwig Salomon
(?) Salomon

War das Friedhofsgelände am Anfang nur mit einem einfachen Drahtzaun versehen, so wurden von den jüdischen Einwohnern schon bald Gelder für eine stabile Abschlußmauer, entlang der Ostseite (Monsheimer Weg) erstellt. Der Friedhof wurde erstmals am 18.04.1900 belegt. Charlotte Mayer, Frau des Salomon Mayer, war die erste Tote die auf dem Heppenheimer jüdischen Friedhof bestattet wurde. Die Letzte die hier zu Grabe getragen wurde war Sara Gutmann. Sie starb am 23.12.1935 und wurde unter großer Anteilnahme der Heppenheimer Bevölkerung beerdigt.

In den Wochen nach dem 10. November 1938 wurde der Friedhof von rassistischen Fanatikern heimgesucht. Die Gräber wurden geschändet und die Mauer die diesen Ort umgab wurde beschädigt und in der Folge als Steinbruch genutzt. Im Frühjahr 1945 wurde, offenbar auf Anordnung des Ortsgruppenleiters, der verwüstete jüdische Friedhof wieder, so weit möglich, in Ordnung gebracht und die umgestürzten Grabsteine wieder aufgerichtet.

Von dieser Mauer ist deshalb nur noch ein kleiner Rest, der die nördliche Spitze umgibt, vorhanden. Vorder- und Rückseite des Geländes werden durch einen einfachen Drahtzaun geschützt, der erst vor 1 - 2 Jahren einen einfachen Maschendrahtzaun ersetzte.

Mit Wirkung vom 7. November 1990 ist der jüdische Friedhof eine unterschutzgestellte Denkmalzone. Sie trägt die Bezeichnung 'Jüdischer Friedhof Worms-Heppenheim'. Schutzzweck ist die Erhaltung der gesamten Anlage mit ihren aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammenden geosteten Grabsteinen als letzter Hinweis auf die ehemalige jüdische Gemeinde in Heppenheim und als Denkmal deutsch-jüdischer Geschichte.

Die Gräber Auf dem Friedhof befinden sich 18 Gräber mit 24 Bestattungen. Von denen 16 entlang der Westseite liegen. Vor dieser Grabreihe liegen noch 2 weitere Gräber. Die Gräber sind in OstWestrichtung ausgerichtet. Die Grabsteine befinden sich am Westende der Gräber, die Inschrift zeigt nach Osten. Auf den Rückseiten finden sich keine Inschriften. Die Einfassungen der Gräber sind teilweise abgesenkt.

11 Grabsteine tragen die Namen sowie Geburts- und Sterbedaten. Auf einigen Tafeln kann man Inschriften lesen, in deutsch und hebräisch. Bei 7 weiteren Grabsteinen fehlen die Inschriftentafeln. Wer sie entfernt hat und wohin sie gekommen sind ist unbekannt. Formen, Ornamente, Symbole. Die Grabsteine sind typisch für das beginnende 20. Jhd. Die Anpassung der Juden an das christliche Umfeld ist sehr weit fortgeschritten. Die Steine diesseits und jenseits der Mauer unterscheiden sich nicht. Lediglich die hebräischen Inschriften auf einigen Grabsteinen zeigen uns, daß wir hier auf einem jüdischen Friedhof stehen.

Die Sandsteinstelen die wir von alten Judenfriedhöfen her kennen gibt es hier schon nicht mehr. Hier sieht man zum Teil recht aufwendige Steinmetzarbeiten. Als Material wurden Sandstein und Granit verwendet. An Symbolen findet man hier, wie fast überall, die segnenden Hände, ebenso den Stern und gedrehte Stäbe. Als Schmuckelemente wurden in der Mehrzahl florale Darstellungen verwendet. Einige Steine werden von Akroterien bekrönt. Aber auch Rollwerk, Muschel und gotisches Maßwerk. An einem Stein gibt es auch orientalisch anmutende Formen. Ab der Mitte der 20er Jahre werden die Steine einfacher. Das kann damit zusammenhängen, daß die wohlhabenden Juden das Dorf bereits verlassen haben und nach Worms oder Mannheim bzw. ins Ausland umgesiedelt sind.

Beschreibung der Gräber

Im folgenden Kapitel werden die Gräber im Einzelnen beschrieben. Vorhandene deutschen Inschriften werden wiedergegeben. Sofern auch hebräische Texte auf dem Grabsteinen stehen wird auf ihre Existenz hingewiesen. Eine Übersetzung ist hier leider nicht möglich. Wo es möglich war wurden auch Angaben zur Person gemacht.

Es gibt eine Anzahl von Grabsteinen die keine Inschrift haben bzw. bei denen die Tafeln mit den Inschriften entfernt wurden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage wie die Tafeln abhanden kamen. Wurden sie mit roher Gewalt abgerissen und zerschlagen, oder wurden sie viel-mehr von Verwandten abgeschraubt und mit in die Emigration genommen um dort das Andenken an die Verstorbenen bewahren zu können?

Vergleicht man die Sterbedaten der namentlich bekannten Gräber, so kann man daraus schließen, daß der Friedhof von seinem Südende her, also von der Mauer zum christlichen Friedhof, kontinuierlich belegt wurde, wobei Raum für die Gräber der jeweiligen Ehepartner freigelassen wurde. Von dieser Annahmen ausgehend kann man nun die unbekannten Gräber Personen zuordnen die in der fraglichen Zeit gestorben sind und ein Beerdigungsrecht hatten, bzw. in Heppenheim geboren wurden. Die Namen der auf diese Weise zugeordneten Gräber habe ich kursiv wiedergegeben um auf die Fraglichkeit der Zuordnung hinzuweisen.

Charlotte MayerGrab-Nr. 1
Hier ruht in Gott Charlotte Mayer geb. Steinhardt Ehefrau von Jesaias Mayergest. 18. April 1900 im Alter von 88 Jahren Ruhe sanft.
Über dieser Inschrift steht noch eine 2-zeilige hebräische Inschrift.
Charlotte M. wurde um 1818/19 in Flonheim geboren. Ihre Eltern waren der Handelsmann Ferdinandt Steinhardt aus Flonheim und seine Frau Therese geb. Levy. Sie war mit Jesaias Mayer (Handelsmann) verheiratet. Beide hatten einen Sohn namens Salomon (geb. im Jahr 1857). Jesaias M. starb am 08.08.1885 und wurde auf dem Friedhof in Pfeddersheim beerdigt. Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten. Die Inschriftenplatte hat Risse.

n.n.Grab-Nr. 2
Die ehemals vorhandene Inschriftentafel fehlt. Es ist nicht möglich das Grab auf Grund des Sterberegisters einer Person zuzuordnen. Ich vermute, daß hier Jakob Alfred Mayer bestattet wurde. Er starb am 11.02.1902 im Alter von 12 Jahre. Er war der Sohn des Salomon Mayer.
Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten.

n.n. Gutmann Grab-Nr. 3
Die Inschrift fehlt. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, daß jemals eine Inschrift angebracht war. Das Grabmal stellt einen abgebrochen Baumstamm dar, Hinweis auf einen viel zu früh gestorbenen Menschen. Vermutlich liegt hier liegt hier der Sohn von Ludwig und Sara Gutmann. Er kam am 17. Aug. 1901 tot zur Welt.
Der Grabstein besteht aus Sandstein.

Moritz Salomon II Grab-Nr. 4
Hier ruht in Gott Moritz Salomon II geb. 12. Jan. 1846 gest. 26. Jan. 1904 Ruhe sanft Gewidmet von den trauernden Hinterbliebenen.
Moritz Salomon II wurde am 12.01.1846 in Heppenheim in der Grabenstr. 219¼ geboren. Sein Vater war der Handelsmann Nathan Salomon, seine Mutter war Ester S. geb. Marx.
Moritz S. heiratete Johanna Hirsch. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Er starb am 26. Januar 1904. Die trauernden Hinterbliebenen waren wohl seine Ehefrau und seine Tochter. Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten.

Johanna SalomonGrab-Nr. 5
Hier ruht in Gott FrauMoritz Salomon II geb. Hirsch geb. 10. Oct. 1836 gest. 6. Juni 1909 Ruhe sanft gewidmet von ihrer trauernden Tochter.
Frau Salomon hieß mit Vornamen 'Johanna'. Sie wurde am 10. Oktober 1836 als Tochter der Fam. Hirsch geboren. Johanna S. heiratete den Handelsmann Moritz Salomon II. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Johanna S. starb am 6. Juni 1909 in Heppenheim. Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten.

Isidor Salomon Grab-Nr. 6
Hier ruht Isidor Salomon geb. 8. Aug. 1883 gest. 27. Juli 1906.
Über dieser Inschrift steht noch eine 6-zeilige hebräische Inschrift. Darüber sind die segnenden Hände der Aroniten zu sehen. Isidor S. wurde am 08.08.1883 in Heppenheim geboren. Seine Eltern waren der Metzger David Salomon und Ida geb. Salomon. Isidor S. war nicht verheiratet. Er wurde am 27. Juli 1906 im Alter von 22 Jahren tot aufgefunden.
Der Grabstein besteht aus Marmor. Außer einigen Kratzern gibt es keine Beschädigungen.

Moritz Salomon Helena Salomon Grab-Nr. 7
Moritz Salomon geb. 15. April 1832 gest. 8. Febr. 1910; Helena Salomon geb. Klein geb. 6. März 1828 gest. 18. Jan. 1911.
Über dieser Inschrift steht noch eine 10-zeilige hebräische Inschrift auf einer Tafel die die Form der mosaischen Gesetzestafel hat. Links von dieser Tafel ist ein freies Feld in dem sich offensichtlich ebenfalls eine vergleichbare Tafel befand. Über diesen beiden Tafeln war noch eine Inschrift mit dem Inhalt ' Familie (Mor.) Salomon I.' angebracht. Diese Inschrift ist zerstört und nur in Fragmenten vorhanden.
Moritz Salomon wurde am 15. 04.1832 in Heppenheim geboren. Seine Eltern waren Isaak Salomon (Handelsmann) und Babetta geb. Hirsch aus Horchheim. Helena S. wurde am 06.03.1828 in Heppenheim geboren. Der Makler Parkus Klein und Ester geb. Emanuel waren ihre Eltern.
Beide heiraten am 07.12.1858 in Heppenheim. Moritz S. war Handelsmann. Er starb am 8. Feb. 1910, seine Frau Helena starb ein Jahr später, am 18. Jan. 1911.
Der Grabstein besteht aus Sandstein. Die Akroterien sind abgebrochen, leichte Beschädigungen am den Kanten.

Leonhard SalomonGrab-Nr. 8
Hier ruht Leonhard Salomon geb. 17. April 1852 gest. 25. Nov. 1910.
Über dieser Inschrift steht noch eine 6-zeilige hebräische Inschrift. Darüber die segnenden Hände der Aroniten. Leonhard S. wurde am 17. April 1852 in Heppenheim in der Grabenstr. 262 als Sohn des Handelsmannes Nathan Salomon und dessen Frau Esther, geb. Marx geboren. Am 12.02.1867 erteilte ihm das Großherzogliche Kreisamt, aufgrund seiner Geburt, das Heimatrecht. Wie sein Vater war auch er Handelsmann.
Am 20.08.1879 heiratet er Elisabetha Groß (geb. am 29.09.1847) aus Beindersheim.
Leonhard S. starb am 25.11.1910 in Heppenheim. Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten.

Berthold Klein Grab-Nr. 9
Hier ruht in Frieden Berthold Klein geb. 11. Nov. 1878 gest. 15. Sept. 1911
Unter dieser Inschrift steht noch eine 5-zeilige hebräische Inschrift. Berthold Klein kam am 11.11.1878 in Frankenthal zur Welt. Seine Eltern waren der Landesproduktenhändler Moritz Klein II und Johannette geb. Loeb.
Berthold K. war mit Paula Vollmer verheiratet. Am 03.04.1907 wurde ihm ein Heimatschein ausgestellt. Er starb am 15.09.1911 in Heppenheim. Der Grabstein besteht aus Marmor. Er zeigt keine Beschädigungen.

Max Gutmann Susanna Gutmann Grab-Nr. 10
Die Grabinschrift fehlt. Ursprünglich waren Inschriften vorhanden, die auf 2 mosaischen Gesetzestafeln standen. Über ihnen befand sich ein Schild das wohl auf die Grabstätte der Familie hinwies. Max Gutmann wurde am 09.03.1835 in Nieder-Ramstadt geboren. Seine Eltern waren Lehmann Gutmann und Sahra geb. Lazar.
Max G. war von Beruf Handelsmann.Am 01.09.1868 heiratete er in Nieder-Ramstadt Susanna Salomon. Im gleichen Jahr hatte er auch seinen Landhandel gegründet. Susanna wurde am 09.04.1836 in Heppenheim geboren. Ihre Eltern waren der Handelsmann Isaak Salomon und Barbara S. geb. Hirsch. Wann das Ehepaar Gutmann nach Heppenheim kam ist nicht bekannt. In den Jahren 1869 und 1870 war Max G. noch in Nieder-Ramstadt heimatberechtigt. Das älteste Zeugnis ihrer Anwesenheit in Heppenheim ist ein Inserat in der Festschrift zur 30-Jahr-Feier des Turnvereins im Jahre 1911.
Max und Susanna G. hatten 2 Kinder: Ludwig (* 22.08.1869) und Bertha (* 31.07.1870).
Das Ehepaar Gutmann wohnte zunächst in der Wiesengasse bevor es in die Wormser Landstraße zog. Max G. assistierte dem Synagogenvorsteher Isaak Tryfuß bei religiösen Anlässen.
Wann Max G. starb ist nicht bekannt. Seine Frau Susanna G. starb am 25.06.1913 im Alter von 77 Jahren. Da beide bis zu letzt in Heppenheim wohnten und der Sohn Ludwig seinen Landhandel in Heppenheim betrieb, ist anzunehmen, daß beide auf dem Heppenheimer Judenfriedhof beerdigt wurden. Ihre Schwiegertochter Ruth Gutmann (Goodman) ist der Auffassung, daß ihre Schwiegereltern auf dem Heppenheimer Friedhof begraben liegen.
Der Grabstein besteht aus Sandstein. Er ist trotz leichter Beschädigungen gut erhalten.

Salomon Mayer Babette Mayer Grab-Nr. 11
Die Tafel mit der Grabinschrift fehlt. Salomon Mayer wurde im Jahre 1857 in Heppenheim geboren. Seine Eltern waren der Handelsmann Jesaias Mayer und Charlotte geb. Steinhardt, beide in Heppenheim ansässig. Salomon M. war mit Babette Morgenthau verheiratet. Vermutlich hatten sie eine Tochter mit Namen Friederike, geb. am 22.03.1882. Das Ehepaar wohnte am Kirchplatz 1. Dort betrieben sie ein Geschäft mit Tuch- und Manufakturwaren, Bettfedern und Daunen sowie ein Ausstattungsgeschäft. Er vermietete auch Schlafstellen an Knechte und Mägde in der Hauptstr. Nr. 68. Salomon M. war Mitlied im Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde Heppenheim. Er ist als Besitzer des Friedhofsgelände eingetragen.
Salomon M. starb am 06.07.1916 im Alter von 59 Jahren. Er hatte auf dem Heppenheimer Friedhof ein Beerdigungsrecht. Der Grabstein besteht vermutlich aus Granit.

David Salomon Ida Salomon Grab-Nr. 12
Ruhestätte David Salomonder Eheleute Ida Salomon geb. 12. Juli 1854 David gest. 7. Janr. 1924 Über dieser Inschrift steht noch eine 7-zeilige hebräische Inschrift. Darüber die segnenden Hände der Aroniten. Die rechte Tafel mit Inschrift fehlt. David Salomon wurde am 12. Juli 1854 in Heppenheim geboren. Seine Eltern waren der Metzger und Handelsmann Salomon Salomon und Susanna geb. Mandel. Zeuge für das Geburtsregister war der israelitische Lehrer Isaac Bach, wohnhaft in Heppenheim. David S. war mit Ida Salomon verheiratet. Er war als Metzger in Heppenheim berufstätig. Darüber hinaus war er Mitglied im Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde in Heppenheim. David S. starb am 07.01.1924. Er besaß das Beerdigungsrecht auf dem Friedhof in Heppenheim. Wann Ida S. starb ist nicht bekannt. Nach Aussage von Helga Baszynski wurde sie in Heppenheim beerdigt, so daß man wohl mit Recht annehmen darf, daß sie neben ihrem Mann ruht.
Der Grabstein besteht aus Marmor.

Ludwig Salomon Karoline Salomon Grab-Nr. 13
Die Grabinschrift fehlt. Es gibt auch keine Spuren die darauf hinweisen, daß jemals eine Inschriftentafel angebracht war. Ludwig Salomon wurde im Jahre 1857 in Heppenheim geboren. Er heiratete Karoline Dornberger. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Artur und Berta hervor. Das Ehepaar wohnte in der Klostergasse wo sie ein Geschäft besaßen. Sie handelten mit Manufaktur-, Mode-, Kurz- und Wollwaren. Ebenso mit Herren- und Knabenkonfektion sowie Arbeiterkleidern. Auch Möbel aller Art incl. Betten und den dazugehörigen Bettfedern und Daunen.
Ludwig S. der ein Beerdigungsrecht besaß starb am 06.09.1924 im Alter von 67 Jahren in Heppenheim.
Ida S. soll 1927 nach Worms gegangen sein. Es darf aber vermutet werden, daß sie an der Seite ihres Mannes bestattet wurde. Der Grabstein besteht aus Sandstein.

Moritz Klein II Grab-Nr. 14
Die Tafel mit der Grabinschrift fehlt. Moritz Klein wurde am 2. Sep. 1852 in Heppenheim geboren. Seine Eltern waren der Händler Salomon K. und Johanna geb. Klein. Moritz K. heiratete am 18.08.1877 Johanna Löb (geb. am 27.11.1852 in Fußgönnheim). Die Trauung fand in Fußgönnheim statt. Das Ehepaar wohnte in der Wormser Landstr. Nr. 2. Beide hatten einen Sohn namens Berthold (geb. am 11.11.1878). Moritz K. war von Beruf Landesproduktenhändler. Er war auch Mitglied im Wohlfahrtsausschuß und im Finanzausschuß der israelitischen Kultusgemeinde.
Moritz K. starb am 06.01.1927 in Heppenheim. Der Grabstein besteht aus Sandstein.

Johannette Klein Grab-Nr. 15
Die Tafel mit der Grabinschrift fehlt. Johanna bzw. Johannette Klein wurde am 27.11.1852 in Fußgönnheim geboren. Ihre Eltern waren Leonhard Löb und Johanna geb. Vollmer. Beide wohnten in Fußgönnheim.
Johannette K. heiratete am 18.08.1877 in ihrem Heimatdorf den Heppenheimer Händler Moritz Klein. Wann Johannette K. starb und ob sie auf dem Heppenheimer Friedhof beerdigt ist kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Lediglich die Form der beiden nebeneinanderstehenden Grabsteine verleiten zu der Annahme, daß sie neben ihrem Mann begraben wurde. Der Grabstein besteht aus Sandstein. Es gibt Beschädigungen im oberen Randbereich.

Sara Gutmann Grab-Nr. 16
Hier ruht unsere liebe Mutter Frau Sara Gutmann geb. Steigerwald geb. 27.03.1875 gest. 23.12.1935 Sara Gutmann kam am 27.03.1875 als Tochter der Eheleute Louis Steigerwald und Sarah geb. Rosenthal in Heilbronn zur Welt.
Am 02.08.1898 heiratete sie in Heilbronn Ludwig Gutmann aus Heppenheim. Beide hatten einen Sohn mit Namen Erich. Ihr Mann Ludwig hatte in Heppenheim ein Geschäft mit Landesprodukten, auch war er Weinkommissionär.
Sara Gutmann starb am 23.12.1935 in Heppenheim. Ihr Mann Ludwig starb bereits im Jahre 1940 im Krankenhaus in Mannheim und ist auf dem dortigen Judenfriedhof begraben.
Die Platte besteht aus Marmor.Abraham Klein Julius Klein

Grab-Nr. 17 Ruhestättev. Abraham u. Julius Klein Abraham Klein geb. 19. Feb. 1845; gest. 20. Feb. 1927 Julius Klein geb. 23. Feb. 1858; gest. 26. Nov. 1930.
Zwischen der zweiten und der dritten Zeile der deutschen Inschrift steht noch eine 4-zeilige hebräische Inschrift. Abraham Klein wurde am 19.02.1845 in Heppenheim geboren. Sein Bruder Julius kam am 23.02.1858 zur Welt. Ihre Eltern waren der Handelsmann Moritz Klein und seine Frau Helena geb. Mayer. Beide Brüder waren von Beruf Händler. Sie blieben beide unverheiratet. Ihren Wohnsitz hatten sie in der Wormser Landstr. (heute Filiale der Sparkasse). Abraham und Julius starben beide in Heppenheim. Ersterer am 20.02.1927 und der Zweite am 26.11.1930.
Der Grabstein besteht aus Marmor. Er ist gut erhalten.
Martha ReinheimerGrab-Nr. 18 Hier ruht in Gott Martha Reinheimer geb. Salomon geb. 15. April 1896 in Heppenheim a.d.W. gest. 21 April 1927 in Mailand.
Über dieser Inschrift steht noch eine 6-zeilige hebräische Inschrift. Wilhelmine Martha Reinheimer kam am 15.04.1896 zur Welt. Ihre Eltern waren Albert Salomon (Kaufmann) und Regine S. geb. Eppler.
Am 28. August 1919 heiratete sie Milton Reinheimer (geb. am 02.01.1888). Martha R. starb am 21. April 1927 in Mailand. Sie wurde nach Heppenheim überführt und hier begraben.
Die Grabplatte besteht aus Marmor. Sie ist gut erhalten.

Literatur: ARNSBERG, PAUL; Jüdische Gemeinden in Hessen. Darmstadt 1971.
KROPP,WERNER; Der Judenfriedhof in Worms-Heppenheim in: Der Wormsgau, 17. Band, 1998, Seite 178 ff.
SCHMITT, RAIMUND; Heppenheim an der Wiese, 1975 Archive. Stadtarchiv Worms 50/112

Quelle: www.alemannia-judaica.de