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Herzlich Willkommen im Stadtteil Worms-Hochheim

Martinsmarkt 2020 abgesagt

Wie viele andere Veranstaltungen, findet auch in diesem Jahr der Hochheimer Martinsmarkt nicht statt.

Dies erklärte Ortsvorsteher Timo Horst gemeinsam mit der Vorsitzenden des Hochheimer Martinskomitees Ulrike Knies. Bei den beengten Verhältnissen der Ortsverwaltung sei es schlicht unmöglich, ein Hygienekonzept zu entwickeln, dass die Herausforderung von Corona erfüllt. Auch der Martinszug mit mehreren 1000 Teilnehmern sei in diesem Jahr unrealistisch da die Veranstalter keine Möglichkeit sehen, mit einem entsprechenden Konzept die notwendigen Abstandsregelungen einzuhalten. Damit fällt der Martinszug zum ersten Mal seit über 55 Jahren aus. 

Der Hochheimer Martinszug ist einer der größten Martinszüge im südwestdeutschen Raum. In der Regel nehmen 2000-4000 Personen an dem Zug teil. Höhepunkt der Veranstaltung ist in jedem Jahr das große Martinsspiel im Pfrimmpark, dass aufgrund der Enge des Platzes ebenfalls nicht durchgeführt werden kann. Horst und Knies betonten abschließend, dass sie sich wünschen, den Martinsmarkt und den Martinszug im Jahre 2021 wieder stattfinden zu lassen." Wir möchten diese Tradition gerne fortsetzen und gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen im kommenden Jahr wieder unser Martinsfest feiern."

 
 
 

Wie alt ist Hochheim tatsächlich?

Corpus Delicti - zwar ist die Hochheimer Urkunde im mittleralterlichen Sinne eine Fälschung, aber inhaltlich vermutlich korrekt. Insbesondere das Datum ist höchstwahrscheinlich authentisch.    
Corpus Delicti - zwar ist die Hochheimer Urkunde im mittleralterlichen Sinne eine Fälschung, aber inhaltlich vermutlich korrekt. Insbesondere das Datum ist höchstwahrscheinlich authentisch.

950 Jahre Hochheim

Im Jahr 2018 soll es soweit sein: Die Hochheimer feiern 950 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung, so wünschen es sich zumindest der Ortsbeirat und Ortsvorsteher Timo Horst.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Urkunde, in der das Jahr 1068 angegeben ist und die der Feierlichkeit zu Grunde liegt, gefälscht, abgeschrieben oder eine Kopie ist. Der Expertenkreis, den Horst und der Ortsbeirat eingesetzt hatte, bemühte sich nun etwas Licht in dieses Dunkel zu bringen. 

Der Dissertation von Dr. Andreas Urban Friedmann aus dem Jahr 1994 kann man entnehmen, dass diese Urkunde offensichtlich eine Fälschung ist, so Stadtarchivar Professor Dr. Gerald Bönnen - allerdings im mittelalterlichen Sinne. 

Damals wurden Urkunden häufig rückdatiert, um alte Besitzrechte nachträglich zu legitimieren oder was in diesem Fall wahrscheinlicher ist, um eine beschädigte oder verschwundene Urkunde zu ersetzen. So sei der Inhalt der Urkunde korrekt, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass dieser von einer älteren Urkunde stammt.  

„Vermutlich wurde die ursprüngliche Urkunde beschädigt oder vernichtet, so musste eine neue Urkunde angefertigt werden.“, so Historiker Josef Schork. Die in der Urkunde beschriebenen Besitztümer und auch die Erwähnung von Hochheim seien aus seiner Sicht vermutlich authentisch. 

 

Auch die Jahreszahl der Urkunde stamme wahrscheinlich von einem älteren Schriftstück, das allerdings heute nicht mehr existiere. Deshalb könne man auch ohne Probleme die erstmalige urkundliche Erwähnung des Stadtteils im Jahre 2018 feiern, ist sich die Expertenrunde einig.

Gleichsam wisse man, dass Hochheim bedeutend älter sei, so der Vorsitzende des Heimat-und Kulturvereins Wolfgang Hasch. Die Endung „Heim“ lässt auf eine fränkische Besiedlung schließen, die im 6. oder 7. Jahrhundert stattgefunden haben muss. Zuvor hatten bereits die Kelten und Römer in Hochheim gesiedelt, wie entsprechende Bodenfunde belegen.

So wurden in Hochheim sowohl Glockenbechergefäße aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, römische Öllampen um Christi Geburt, als auch fränkische Halsketten aus dem sechsten Jahrhundert gefunden. Dies belegt eindeutig, dass Hochheim bereits viel älter ist, so Ehrenhochheimer Bernd Rauh. Der erste schriftliche Beweis finde sich allerdings erst in der Urkunde, die das Jahr 1068 nennt und dieses Datum wollen wir im Jahre 2018 kräftig feiern, so Horst abschließend. 

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