Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Schriftvergrößerung
AAA

Von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert

Aus der Geschichte

Bild: Rheinblick
Bild: Rheinblick
Bild: Simultankirche von Innen
Bild: Simultankirche von Innen

Der Anfang der Geschichte Rheindürkheims reicht bis in die Jungsteinzeit ins 4. Jahrtausend v.Chr. zurück. 32 Steinzeitgräber werden 1898 beim Bau der Bahnstrecke entdeckt und wissenschaftlich ausgewertet. Dieser Fund beweist, dass Rheindürkheim und sein Umfeld eine dicht besiedelte Gegend war. Auch in der keltischen und römischen Zeit wohnten hier Menschen. Das bezeugen Töpfe und Krüge, die man in Steinsärgen fand, und Funde von Hals- und Armringen und Fibeln aus Bronze. Alle Fundgegenstände werden in verschiedenen Museen außerhalb Rheindürkheims aufbewahrt.

Die Mönche Samuel und Altwin aus dem Kloster Lorsch halten Schenkungen 769/770 und 812 n.Chr. urkundlich fest und damit auch den ersten Dorfnamen Durincheim.

Ab 1040 gehörte der Ort zur Pfalz, dargestellt als pfälzischer Löwe im oberen rechten Geviert des Wappens. Neben der Pfalz sind der Bischof von Worms (Stab und Schlüssel), das Sankt-Paulus-Stift und die Grafen von Leiningen (drei silberne Adler) die Herren des Dorfes.

Schriftstücke vom Oktober 769/770 belegen den Wechsel von Besitzungen an das Kloster Lorsch. Das Kloster Otterberg erhielt am 14.12.1298 Teile des Dorfes. Die Rheingrafen Werner und Sifrid verkaufen ihre Besitzungen am 23.6.1266 zu Rindorincheim an Heinrich von Worms.

Seit 1250 besitzt Rheindürkheim eine Pfarrkirche. Das Andreasstift erwirbt 1281 das Patronatsrecht von Friedrich von Meckenheim. Das erste Kirchlein "Zur Ehre der Jungfrau Maria" soll "nahe am Rhein" erbaut und von diesem weggeschwemmt worden sein. Eine zweite Kirche hat bis 1775 am alten Friedhof an der Ecke Kirchstraße/Landstraße Worms-Oppenheim gestanden. Danach wurde die heutige Simultankirche erbaut. Seit der Karolingerzeit ist die Bevölkerung katholisch. Nach der Reformation treten 1570 alle Bürger zum neuen Glauben über. In der Zeit der Gegenreformation siedeln sich Katholiken an. 1685 wird die Kirche simultan.

1649 wird unsere Gegend durch den Sohn des Kurfürsten Friedrich, Karl-Ludwig wiederaufgebaut. Im Erbfolgekrieg werden am 22.3.1689 die Häuser von den Franzosen eingeäschert. 1797 kommt Rheindürkheim mit den linksrheinischen Ortschaften an Frankreich im Kanton Bechtheim, später Osthofen, in das Departement Mont Tonnerre. Am 15.7.1816 wird Rheindürkheim rheinhessisch.

Während der Revolution 1848/49 kommt es am 28.5.1849 an der Gemarkungsgrenze zu Bechtheim/Mettenheim zu einer Schießerei zwischen Freischärlern und hessischer Infanterie.

Schon vor 1600 besitzt Rheindürkheim eine evangelische Schule. 1831 wird ein neues Schulhaus gebaut, 1871 durch Anbau erweitert und 1872 in eine Simultanschule umgewandelt. Bis dahin werden die katholischen Kinder im Rathaus-Obergeschoß unterrichtet. 

Am 3.3.1872 wird vor dem Gasthaus "Zum Schiff" eine Friedenseiche gepflanzt und vom 2.07. - 4.07.1898 das Germania-Denkmal auf dem Kiesplatz eingeweiht. 

Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke nach Osthofen und Guntersblum am 31.12.1900 und durch die Ansiedlung von Industriebetrieben erhält Rheindürkheims Entwicklung starke Impulse. Auch die Schifffahrt bietet den Bürgern gute Verdienstmöglichkeiten. Die größte wirtschaftliche Entwicklung erlebt Rheindürkheim von 1918 bis 1939 durch die "Vereinigten Strohzellstofffabriken" mit Sitz in Coswig (Elbe) bei Dresden. 1948 wird das Werk Rheindürkheim eingerichtet und nennt sich "Rheinische Strohzellstoff AG". Die Fabrik wird 1963 still gelegt. 

Von 1939 bis 1945 verbindet eine Rheinbrücke die beiden Ufer. Die Lücke in der Fahrtrinne wird durch eingefahrene bebaute Schuten im Bedarfsfalle geschlossen. Vor dem Einmarsch der Amerikaner werden Brückenteile gesprengt und die Schuten versenkt. Am 26.03.1945 setzt die 45. US-Division mit dem 179. und 189. Infanterieregiment am Dorf und am Fahrt über den Rhein.

Nach dem 2. Weltkrieg setzt der deutsche Wiederaufbau ein. Durch gute Steuereinnahmen von 1948 bis 1965 ist Rheindürkheim ein blühendes Gemeinwesen. Am 2.11.1952 wurde das damals modernste Schulgebäude des Kreises Worms eingeweiht. Für 200 Evakuierte, Flüchtlinge und Zugewanderte müssen 1954 Unterkünfte geschaffen werden. 

Am 7.06.1969 wird die Gemeinde Rheindürkheim in die Stadt Worms integriert. Als weiterer Stadtteil der Nibelungen-, Dom-, Wein- und Lutherstadt Worms setzt sie ihre Entwicklung zu einem modernen Gemeinwesen fort. 

Viele Vereine gestalten das kulturelle Leben. Jährlich am 1. Mai wird der Maibaum gestellt und die neue Rheinperlenkönigin mit Ehrendamen gekürt. Seit 1951 feiert Rheindürkheim im letzten Wochenende im Juni das Rheinperlenfest. Höhepunkt im Oktober ist die Kerb mit "Babbelowend" und Umzug. Der Schifferverein schickt den Nikolaus mit dem Schiff nach Rheindürkheim und beschenkt die Kinder auf den vorbeifahrenden Schiffen. In der Adventszeit findet ein Weihnachtsmarkt statt. Besondere Ehrungen werden mit der Verleihung des "Gerichtssiegels" durch den Ortsvorsteher beim Neujahrsempfang vorgenommen.


Text: Ortsgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft e.V. und Büro des Ortsvorstehers