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JÜDISCHES GEMEINDEARCHIV

Die Originale der bedeutsamen Archivalien des früheren jüdischen Gemeindearchivs befinden sich seit 1957 in Jerusalem. Sie reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. In digitaler Form werden die Dokumente im Stadtarchiv Worms verwahrt.

Jüdische Gemeindearchivalien (Foto von 1947) 
Jüdische Gemeindearchivalien (Foto von 1947)
Zählt zu den bekanntesten handschriftlichen hebräischen Gebetbüchern: das Wormser Machsor von 1272 (Foto: Stadtarchiv Worms) 
Zählt zu den bekanntesten handschriftlichen hebräischen Gebetbüchern: das Wormser Machsor von 1272 (Foto: Stadtarchiv Worms)
Schutzbrief des Mainzer Erzbischofs für den Juden Raphael Aron zu Seligenstadt, 1695 
Schutzbrief des Mainzer Erzbischofs für den Juden Raphael Aron zu Seligenstadt, 1695

WECHSELVOLLES SCHICKSAL

Die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Unterlagen blicken seit ihrer Auffindung 1877 auf ein wechselvolles Schicksal zurück.

Die Akten und Urkunden wurden 1877 zufällig auf dem Speicher der Synagoge entdeckten Unterlagen und bald wissenschaftlich bearbeitet. In den 1920er Jahren wurden sie zum Teil öffentlich ausgestellt und nach dem Synagogenbrand 1938 von der Gestapo beschlagnahmt und nach Darmstadt gebracht. Dem früheren Archiv- und Museumsleiter Dr. Friedrich Illert gelang es noch während des Krieges die unersetzlichen Dokumente nach Worms zu bringen, wo sie den Krieg unbeschadet überstanden haben.

Nach einem längeren Rechtsstreit um den Verbleib kam es in den 1950er Jahren zu einem Vergleich, in dessen Folge die Originale - samt dem berühmten Wormser Machsor (ausgesuchte Gebete und Bibelstellen, die zu Feiertagen vorzulesen sind) von 1272 - im Jahre 1957 nach Jerusalem in das "Archiv für die Geschichte des Jüdisches Volkes" verbracht wurden. Hier liegen die Papiere und Pergamente bis heute.

Das Stadtarchiv verwahrt die inzwischen auch digitalisierten Unterlagen auf Mikrofilm und CD-ROM.