Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)
Schriftvergrößerung
AAA

Lutherkirche

Zwischen 1910 und 1912 nach Plänen von Prof. Friedrich Pützer erbaute Kirche mit starken Anklängen an den Darmstädter Jugendstil. Sparsame Ornamentik an den Außenseiten. Mehrfach erscheint als durchgängiges Kennzeichen der Kirche die achteckige Lutherrose. Einschiffiger Hallenbau mit Kanzelaltar. Ausstattung u. a. von Varnesi, Habich, Riegel.

Lutherkirche (Foto: R. Uhrig) 
Lutherkirche (Foto: R. Uhrig)
Wurden 1912 von Augusto Varnesi eigens für die Lutherkirche geschaffenen: die vier Evangelisten-Statuen auf der Empore (Foto: R. Uhrig) 
Wurden 1912 von Augusto Varnesi eigens für die Lutherkirche geschaffenen: die vier Evangelisten-Statuen auf der Empore (Foto: R. Uhrig)
Über dem Eingang der Lutherkirche leuchtet in goldenen Lettern der Schriftzug: "Ein feste Burg ist unser Gott" - Luthers berühmtestes Kirchenlied. (Foto: B. Bertram) 
Über dem Eingang der Lutherkirche leuchtet in goldenen Lettern der Schriftzug: "Ein feste Burg ist unser Gott" - Luthers berühmtestes Kirchenlied. (Foto: B. Bertram)

Kirche im Darmstädter Jugendstil

Am 10. November 1912 erfolgte die Einweihung in Anwesenheit des hessischen Großherzogs und seiner Gattin. Der erste Pfarrer war Otto Pabst (1912–1925). Das Gotteshaus ist bis ins letzte Detail dem Darmstädter Jugendstil verpflichtet (herausragende Beispiele dieses Stils sind das Ernst-Ludwig-Haus oder der Hochzeitsturm in Darmstadt). Der Architekt war Friedrich Pützer (1871–1922), seit 1898 Privatdozent und seit 1902 Ordinarius für Baukunst an der Technischen Hochschule Darmstadt, seit 1908 außerdem – obwohl Katholik – auch Kirchenbaumeister der Evangelischen Landeskirche des Großherzogtums Hessen. Als Bildhauer waren Ludwig Habich (1872–1949) und Augusto Varnesi (1866–1944), beide ebenfalls Vertreter des späteren Jugendstils Darmstädter Prägung, beteiligt.

Die Lutherkirche ist nördlich des Eleonoren-Gymnasiums am heutigen Karlsplatz an der Friedrich-Ebert-Straße im Westteil der Stadt gelegen. Als Material für die Quaderung des bis zur Kuppelspitze in Werkstein ausgeführten Turmes, der östlichen Portalfront und der vorgelegten Terrasse wählte man den roten Sandstein des Wormser Doms. Pützer ordnet sich damit bewusst in die Tradition des mittelalterlichen Wormser Kirchenbaus ein. Der Sandstein schafft den Bezug zum Dom, die aufgemauerte Turmkuppel erinnert an die Türme der Pauluskirche. Der Turm misst 42,5 Meter. Der dunkle, rauhe Putz der übrigen Mauerflächen fasst den Bau einheitlich zusammen.

Bau knüpft an Luthers berühmtestes Kirchenlied an

An der Portalseite befindet sich eine ionisierende Säulenhalle mit zwei freistehenden Säulen und sechs Wandpfeilern. Mit dem über der monumentalen Säulenreihe vor dem Haupteingang prangenden Schriftzug „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ knüpft der Bau an Luthers berühmtestes Kirchenlied an. Vier große Kupfertüren, von denen zwei zum Kirchenschiff und zwei zu den seitlichen Emporentreppen führen, wurden von dem Wormser Kunstschmied Philipp Jung geschaffen.

Das Walmdach der Kirche findet seine Entsprechung im quergestellten Walmdach des sich westlich anschließenden Pfarrhauses und war ursprünglich mit silbergrau-schwärzlichen Pfannenziegeln gedeckt, die jedoch dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen. Turmkreuz, Turmuhr, Turmgitter, Fenster- und Lampengitter des Portikus sowie die Architravinschrift waren und sind wieder vergoldet.

Der Innenraum wurde mit großer Strenge nach den Forderungen des Wiesbadener Programmes von 1891 gestaltet, das für protestantische Kirchen das Gepräge eines Versammlungshauses für die Gemeinde forderte; es gibt keine Trennung von Schiff und Chor. Man betritt von Osten her durch zwei Portale zunächst einen schmalen, quer gelagerten Vorraum. Von ihm aus führen zwei Holztüren in das eigentliche Kirchenschiff, einen rechteckigen Saal von 17,7 Metern Breite und ca. 21 Metern Länge. Der Raum ist von einer mächtigen, stuckierten Tonne überspannt, die mit geometrischer und pflanzlicher Ornamentik in Ocker, Bronze und Blau bemalt ist. Die Westwand wird von dem Kanzelaltar aus poliertem Muschelkalk eingenommen, der beide Verkündigungsstätten einschließt. Darüber liegen Sängerempore und Orgel. Die gestufte Empore an den Seiten und über dem Eingang rundet den Raum nach oben ab.

Zweitgrößte Wormser Orgel

Bei einem Umbau Anfang der 60er-Jahre wurde ein von Fritz Schwarzbeck geschaffenes Kruzifix über der Kanzel installiert. Die 1912 von Augusto Varnesi eigens für die Kirche geschaffenen vier Evangelisten-Statuen wurden hierbei zunächst entfernt. Sie fanden vor einigen Jahren einen neuen Platz auf der Empore über dem Eingang.

Der Darmstädter Goldschmied Ernst Riegel schuf u. a. das mit Amethysten besetzte Altarkreuz sowie Altargitter und Taufbecken. Von Ludwig Habich stammt das bronzene Lutherrelief über der Innentür zum Turmraum.

Der etwa 900 Plätze umfassende Kirchenraum beherbergt die zweitgrößte Wormser Orgel, ein von den Gebrüdern Link (Giengen/Brenz) gebautes Instrument mit 40 Registern, das in den vergangenen Jahren mehreren aufwändigen Umbauten unterzogen wurde.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie zur Lutherkirche.

(Quelle: regionalgeschichte.net / Ergänzungen: Luthergemeinde)

 

Kontakt / Lage

Adresse der Kirche:

Lutherkirche
Karlsplatz 5
67549 Worms
(am Eleonoren-Gymnasium, gegenüber Finanzamt)

Lage im Stadtplan
 

Adresse der Gemeinde:

Evangelische Luthergemeinde
Friedrich-Ebert-Straße 45
67549 Worms
Telefon: (0 62 41) 59 41 90
E-Mail: info@luthergemeinde-worms.de
www.luthergemeinde-worms.de