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Heylshof - Museum & Kunsthaus

Das Museum Kunsthaus Heylshof erstreckt sich mit seinem kleinen Park an jener Stätte, an der sich einst mit dem Bischofshof die Wormser Kaiserherberge des Mittelalters erhob. Hier hielten die deutschen Kaiser Hof, wenn sie zu den Reichstagen in Worms weilten.

Eingang des Museums Heylshof (Foto: B. Bertram) 
Eingang des Museums Heylshof (Foto: B. Bertram)
Museum Heylshof - Parkseite (Foto: R. Uhrig) 
Museum Heylshof - Parkseite (Foto: R. Uhrig)

Palais mit parkartigem Garten

Das Palais Heylshof mit parkartigem Garten wurde im Bereich der ehemaligen Kaiser- und Bischofspfalz 1884 von Bluntschli für Freiherr Cornelius W. von Heyl zu Herrnsheim und seine Frau Sophie, geb. Stein, erbaut. Es war von Anfang an als "Kunsthaus" konzipiert, um die bedeutenden Kunstsammlungen des Paares aufzunehmen. 

Freiherr von Heyl verfügte nach dem Tode seiner Frau testamentarisch, dass das Haus mit Park und Kunstschätzen auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich sein solle. 1923 wurde eine entsprechende Stiftung errichtet.

1945 brannte das Gebäude aus. Fast alle Sammlungsstücke waren zuvor an sichere Orte ausgelagert worden. In dem für Museumszwecke verkleinert aufgebauten Haus sind seit 1961 die exquisiten Sammlungen von deutscher, niederländischer und französischer Malerei, Frankenthaler Porzellan, Glas, Keramik, Glasmalerei und Kleinplastik wieder ausgestellt. 

Darüber hinaus ist es lohnenswert, sich über die wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu informieren, die dort regelmäßig angeboten werden.

 
Besucher/innen erwartet eine bedeutende Kunstsammlung (Foto: R. Uhrig) 
Besucher/innen erwartet eine bedeutende Kunstsammlung (Foto: R. Uhrig)

Eines der führenden Kunstmuseen / exquisite Sammlung

Das Museum Kunsthaus Heylshof zählt zu den führenden Kunstmuseen in Rheinland-Pfalz. Zur Bedeutung der Sammlung, darunter die einzige Rubens-Madonna, schrieb der berühmte Kunsthistoriker Georg Swarzenski, Direktor des städtischen Kunstinstituts und der städtischen Galerie in Frankfurt 1913:

"Die Kunstsammlung im Heylshof zu Worms ... dürfte die vielseitigste und gehaltvollste Privatsammlung Deutschlands sein. Als solche hat sie eine über das künstlerische Interesse hinausgehende, allgemeine Bedeutung: sie ist ein stolzes Denkmal der Kultur, die das Bürgertum der deutschen Städte auch abseits von den großen Centren gezeitigt hat ..."

 
Gemälde: Frau mit Instrument (Foto: R. Uhrig) 
Gemälde: Frau mit Instrument (Foto: R. Uhrig)
Zarte Porzellanfigur: Dame mit Schirm (Foto: R. Uhrig) 
Zarte Porzellanfigur: Dame mit Schirm (Foto: R. Uhrig)
Prächtiges Möbelstück am Treppenabgang (Foto: R. Uhrig) 
Prächtiges Möbelstück am Treppenabgang (Foto: R. Uhrig)

"Die Sammlung hat in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ihre definitive Form erhalten. Aus der Kölner Familie Stein stammt die Mehrzahl der altdeutschen Gemälde und Skulpturen, für deren künst -lerischen Wert man in Köln schon seit der Romantik ein besonderes Verständnis hatte, hierher stammt der Grundstock der Sammlung von deutschen Krügen und Gläsern, die durch spätere glückliche Erwerbungen ergänzt wurde. Die Sammlung von deutschem Steinzeug ist wohl die bedeutendste, die sich heute noch in Privatbesitz befindet ...

Vor allem ist die Porzellansammlung zu nennen, die zu den großartigsten ihrer Art gehört, und in der bezeichnender Weise die Erzeugnisse der benachbarten Frankenthaler Manufaktur im Vordergrund stehen. Fast alle Meister, die hier gearbeitet haben, sind mit ihren charakteristischen Werken in hervorragenden Exemplaren vertreten ...

Die Einheitlichkeit der gleichen künstlerischen Gesinnung hat schließlich auch den Charakter der Gemäldesammlung bestimmt. Zwar ist den altdeutschen Meistern, zumeist Kölner Schule und Herkunft, ein hervorragendes Werk eines Florentiner Quattrocentisten eingefügt, im übrigen aber besteht die Sammlung, von Ausnahmen abgesehen, aus Niederländern des 17. Jahrhunderts. Neben den Gemälden von Rubens sind die besten Meister der Landschaft, des Interieurs, des Genre und Stillebens nahezu vollständig vertreten. 

Aus der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts ... findet man ... Klassiker der älteren Zeit, wie Rottmann, Schirmer, Schwind und Steinle; neben der schönen Venus Anadyomene Böcklins, ist es die Düsseldorfer und Münchner Schule, die den beherrschenden Ton angibt.

Es sind die Künstlerkreise, mit denen die Familie in lebendiger, persönlicher Verbindung stand. Während die Düsseldorfer Meister, wie Knaus, Vautier und die beiden Achenbach im Steinschen Haus in Köln verkehrten, ergab sich die Beziehung zu dem Münchner Kreise Lenbachs und Kaulbachs durch die Zusammenarbeit mit Gedon und Gabriel Seidel."

Sehen Sie hier eine Bildergalerie zum Kunstmuseum Heylshof.

 
Im Park weisen Bodenplatten auf historische Stätten und Ereignisse hin 
Im Park weisen Bodenplatten auf historische Stätten und Ereignisse hin

Museum & Park am historischen Ort

Das Museum Kunsthaus Heylshof erstreckt sich mit seinem kleinen Park an jener Stätte, an der sich einst mit dem Bischofshof die Wormser Kaiserherberge des Mittelalters erhob. Hier hielten die deutschen Kaiser Hof, wenn sie zu den Reichstagen in Worms weilten.

Auch Kaiser Karl V. zitierte 1521 Martin Luther nach Worms. Leider wurde die bedeutende Anlage des Bischofshofes 1689 völlig niedergebrannt. Aufgrund von Mauerresten im Erdreich des heutigen Parks wurde die Stelle des weltgeschichtlichen Lutherverhörs rekonstruiert. So markiert heute eine Tafel den denkwürdigen Ort, wo Martin Luther 1521 vor Kaiser und Reich den Widerruf verweigerte.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie zum Park.

 

 
Der runde Saal 
Der runde Saal

Heiraten im Heylshof

Wer sich für den "schönsten Tag im Leben" ein ganz besonderes Ambiente wünscht, kann sich im Heylshof das Ja-Wort geben. Näheres erfahren Sie beim

Standesamt Worms