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Liebfrauenkirche und Liebfrauenmilch

Im nördlichen Vorstadtbereich von Worms - inmitten eines Weinberges - wurde im Jahre 1298 an der Stelle einer Marienkapelle durch den Wormser Bischof ein Kollegiatstift errichtet: Das Liebfrauenstift. Aus dieser Weinlage stammt der berühmte Rebensaft "Liebfrauenmilch", der heute als "Wormser Liebfrauenstift-Kirchenstück" erhältlich ist.

Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig) 
Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig)
Figur des Heiligen Valentin in der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig) 
Figur des Heiligen Valentin in der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig)

Stiftskirche mitten im "Wingert"

Die Liebfrauenkirche wurde im gotischen Baustil seit 1276 neu erbaut und ist laut Bauinschrift erst 1465 vollendet worden. Sie war eine Stiftskirche, an deren Bau die Bürgerschaft von Worms regen Anteil nahm, und sie ist die einzige erhaltene der ehemals zahlreichen gotischen Kirchen von Worms.

Ursprünglich fügten sich ein Kreuzgang und Stiftsgebäude an. Von dem benachbarten Kapuzinerkloster ist noch ein Gebäude in den Weinbergen (Liebfrauenstift 20) erhalten. Im Mittelalter befand sich in der Nähe der Kirche eine Schiffsanlagestelle am Rhein. Hohe Gäste der Stadt zogen durch die „güldene Pforte“ beim Neuturm (wo heute ein Silo steht) in die Stadt ein, besuchten die Liebfrauenkirche und wurden dann von einer Abordnung in die Stadt geleitet.

Der älteste Teil der Kirche ist das Südportal, auf das man durch einen Torbogen hindurchblickt, wenn man von der Stadt her kommend durch die Straße „Liebfrauenstift“ auf die Kirche zugeht. Das Hauptportal ist jedoch das Westportal, um 1300 entstanden und von der Straßburger Münsterbauhütte beeinflusst. In den Bogenläufen des Portals sind die „klugen und die törichten Jungfrauen“ zu sehen und im Bogenfeld die Szenen des Marientodes und der Marienkrönung.

Die Kirche selbst ist eine geostete Pfeilerbasilika mit Chorumgang und Kreuzrippengewölbe. Markant sind die beiden Westtürme. Aber auch die Innenausstattung ist bemerkenswert, so das „Heilige Grab“ im südlichen Turm untergeschoss, das Gnadenbild der Madonna mit Kind am südöstlichen Vierungspfeiler, der „Maria-Schlaf-Altar“, die Figur der Anna Selbdritt im nordöstlichen Seitenschiff, das Chorgestühl im Querhaus und die Schlusssteine der Gewölbe.

Im Laufe der Zeit machten sich immer stärkere Bauschäden bemerkbar, und so konnten in den letzten Jahren das Südportal und die Westgruppe mit Vorhalle und Türmen restauriert werden. Dabei orientierte man sich an historischen Befunden und so änderte sich das Aussehen der Kirche. Nach diesem Konzept sollen dann auch die nächsten Restaurierungsabschnitte durchgeführt werden.

Die Kirche dient heute nicht nur der Liebfrauengemeinde als Pfarrkirche, hier feiern auch die polnischen Mitbürger jeden Sonntag Nachmittag Gottesdienste in polnischer Sprache. Eine besondere Bedeutung hat sie als Marienkirche seit dem 15. Jahrhundert durch die Wallfahrt zum Gnadenbild, einer gotischen Madonnenfigur mit Kind, um 1260 entstanden. Außerdem gibt es in der Kirche Reliquien des Heiligen Valentin: Und so findet am 14. Februar als herausragendes Ereignis eine Valentinswallfahrt mit Gottesdiensten statt. Die Liebfrauenkirche ist eine alte, aber sehr lebendige Kirche, die durch ihre Umgebung mit den Weinbergen einzigartig ist.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie zur Liebfrauenkirche.

 
 
 
 
Bunt bemalte Statuen in der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig) 
Bunt bemalte Statuen in der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig)
Kapelle an der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig) 
Kapelle an der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig)
Altarraum der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig) 
Altarraum der Liebfrauenkirche (Foto: R. Uhrig)
Liebfrauenkirche im Abendlicht (Foto: R. Uhrig) 
Liebfrauenkirche im Abendlicht (Foto: R. Uhrig)

Berühmte Weinlage - Höhepunkt der Weinkultur

Ein edler Rebensaft: Die "Liebfrauenmilch" aus Worms

Historische Einzellage in der Stadt Worms (Bereich Wonnegau) im deutschen Anbaugebiet Rheinhessen: Der berühmte Weinberg zählte einstmals zum kirchlichen Besitz des namensgebenden Kapuzinerklosters Liebfrauen-Stiftskirche. Im Zuge der napoleonischen Säkularisation wurden im Jahre 1808 die Rebflächen von Peter Joseph Valckenberg (1764-1837) gekauft und befinden sich noch immer zum Teil in Besitz seiner Nachkommen und Eigentümer des gleichnamigen Weingutes. Vom historischen Teil mit neun Hektar Rebfläche stammte der ursprünglich nur von hier produzierte berühmte Wein Liebfrauenmilch. Leider wurde dann dieser geographisch eng begrenzte Begriff auf alle Rheinweine ausgedehnt. 

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Die Weinberge umfassen heute durch Erweiterungen insgesamt 17 Hektar Rebfläche, die sich inmitten der Stadt Worms um die Liebfrauenkirche herum befinden. Der Oberboden besteht aus Löss Schicht aus Sanden und Kiesen. Die Lage ist von Mauern umgeben, die einen guten Schutz vor Wind bewirken. Der nahe Rhein übt einen positiven Einfluss aus. Zu 80% wird Riesling kultiviert, den Rest belegen andere Sorten wie zum Beispiel Weißburgunder. Anteile an der Lage haben die Weingüter Gutzler, Schembs, Spohr und Valckenberg.

"Soweit der Turm seinen Schatten werfe"

Erstmals 1744 wurde die berühmte "Lieben Frauen Milch" zu Worms erwähnt. Damals durfte diese Bezeichnung nur verwendet werden, wenn die Trauben in dem Bereich "soweit der Turm der Liebfrauenkirche seinen Schatten werfe" wuchsen. Diese "echte" Liebfrauenmilch ist heute als "Wormser Liebfrauenstift-Kirchenstück" von den oben genannten Winzern erhältlich.

Heute gilt Liebfrauenmilch eher als eine Marke für lieblichen Weißwein. Will man Original-"Liebfrauenmilch" kosten, muss man nach "Liebfrauenstift-Kirchenstück" Ausschau halten. 

Seit Sommer 2010 zählt diese berühmte Wormser Weinlage zu den "Höhepunkten der Weinkultur" in Rheinhessen.

Für Liebfrauenmilch dürfen nur bestimmte Rebsorten verwendet werden, die aber nicht auf dem Etikett genannt sind:

  • mindestens 70 % Riesling,
  • außerdem: Müller-Thurgau, Bacchus, Silvaner und/oder Kerner.

Die Restsüße darf nicht unter 18 gr./l liegen.

Lagepläne:

Zwei Lagepläne der Liebfrauenkirche mit dem Anbaugebiet der "Liebfrauenmich" finden Sie:

hier (Ausschnitt)
hier (Lage in Stadt)

 

"Höhepunkt der Weinkultur" in Rheinhessen

Drei "Höhepunkte der Weinkultur" hat das Deutsche Weininstitut (DWI) in Rheinhessen ausgezeichnet, darunter die berühmte Wormser Lage Liebfrauenstift-Kirchenstück. In ganz Deutschland wurden besondere Orte ausgewählt, die die Geschichte und Tradition des Weinbaus, die Leistungen der Weinwirtschaft und das Kulturgut Wein dokumentieren.

 

Lage

Liebfrauenring / Liebfrauenstift (nahe B9)
67547 Worms

Adresse: Liebfrauenstift 22

Lage im Stadtplan