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Schmalkalden – Fachwerk, Renaissance & Reformation

Die auf der Südseite des Thüringer Waldes gelegene Altstadt von Schmalkalden ist ein wertvolles Zeugnis mitteleuropäischen Städtebaus, eine historisch gewachsene „Erlebniswelt“.
Zu entdecken sind: romantische Winkel und enge Gässchen, die sich zu kleinen Plätzen auftun, liebevoll restaurierte Fachwerkbauten, Steinerne Kemenaten, die spätgotische Hallenkirche St. Georg und Schloss Wilhelmsburg – die Perle der Renaissance-Baukunst.

Im Zusammenhang mit der herausragenden Stellung der Stadt im Zeitalter der Reformation ist der Name Schmalkalden weltweit bekannt und zieht jährlich mehr inländische und ausländische Gäste an.

Luther in Schmalkalden

Die ehemals hessische, heute thüringische Stadt Schmalkalden war ein Brennpunkt in der deutschen und europäischen Geschichte des 16. Jahrhunderts. Hier vereinigten sich die protestantischen Städte und Fürstenhäuser im Schmalkaldischen Bund. Hier veröffentlichte Martin Luther sein „mit Herzblut geschriebenes“ Glaubenszeugnis – die Schmalkaldischen Artikel. Sie wurden 1580 in das Konkordienbuch aufgenommen und nahmen als ev.-luth. Glaubensbekenntnis den Weg in die Welt.
Schmalkalden stand von 1360 bis 1583 unter der Doppelherrschaft der Grafen von Henneberg und der Landgrafen von Hessen. Landgraf Philipp von Hessen (1504-1567), war einer der ersten protestantischen Fürsten Deutschlands und Widersacher Karls V. , weil er die Reformation der Kirche und des Glaubens durch Martin Luther nicht nur als Ereignis im Reich betrachtete, sondern die Wirksamkeit dieser Veränderungen für ganz Europa sah. Schon 1525 setze er in Schmalkalden den ersten ev. Pfarrer ein.

Nach dem Augsburger Reichstag von 1530 und der Erneuerung des Wormser Edikts gehörte er auch zu den Fürsten, die vor Augen hatten, dass nur ein gemeinsames Bündnis aller Protestanten Schutz gegen den Kaiser bieten konnte. In der letzten Dezemberwoche des Jahres 1530 kam es deshalb zur Gründung des Schmalkaldischen Bundes. Sieben Bundestagungen wurden in der Stadt abgehalten. 1537 ist in die Geschichte als der "glanzvollste Fürstentag" eingegangen. Sechzehn Fürsten, sechs Grafen, Gesandte des Kaisers, des Papstes, des französischen und des dänischen Königs, Vertreter von 28 Reichs- und Hansestädten, sowie 42 evangelische Theologen, an deren Spitze Martin Luther und Philipp Melanchthon waren anwesend. Gemäß dem Auftrag des Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrich, legte Martin Luther Glaubenssätze vor, die als Schmalkaldische Artikel Eingang in das Konkordienbuch der evangelischen Kirche fanden und auf die auch heute ev.-luth. Pfarrer weltweit ordiniert werden.
Auch wenn der Schmalkaldischen Krieg ( 1546/47 ) dem Heer der Schmalkalder in der Schlacht bei Mühlberg/Elbe eine vernichtende Niederlage brachte, die Reformation und der evangelische Glaube setzten sich durch.

So kann man Schmalkalden deshalb heute mit Recht als den Entscheidungsort für das Überleben der Reformation bezeichnen.

Im Bewusstsein der historischen Ereignisse, im Wissen um die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt Schmalkalden wird Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, Sohn Philipps des Großmütigen, Schloss Wilhelmsburg" ( 1585-90 ) errichten. Es entsteht ein Bau der deutschen Renaissance nach modernsten Gesichtspunkten dieses Zeitalters, dessen Vorbilder in Frankreich und Deutschland zu suchen sind.

Schmalkaldischer Bund

Ein Hinweis auf die bedeutende Rolle Schmalkaldens in der Vergangenheit darf nicht fehlen, in der die Stadt ja bekannterweise einige Kapitel deutscher Geschichte mitgeschrieben hat. Stichworte wären beispielsweise der Schmalkaldische Bund, die Schmalkaldischen Artikel, der Schmalkaldische Krieg – Begriffe, die auch dem Ortsfremden aus dem Geschichtsunterricht bekannt sind. Nicht zuletzt der Aufenthalt Martin Luthers 1537 in unserer Stadt unterstreicht die Rolle Schmalkaldens während der Zeit der Reformation.

Darüber hinaus bietet Schmalkalden eine reizvolle Umgebung mit seiner Lage zwischen der Rhön und dem Thüringer Wald mit dem allseits bekannten Rennsteig.

(Quelle: www.schmalkalden.de )