Außengebietsentwässerung in Leiselheim

20.06.2022

Areal „Auf der Platte“ umgestaltet zum Schutz bei Starkregenereignissen

Das neue Einlaufbauwerk „Auf der Platte“ (Foto: ebwo AöR) 
Das neue Einlaufbauwerk „Auf der Platte“ (Foto: ebwo AöR)
Umgestaltetes Areal „Auf der Platte“ in Leiselheim in der Übersicht (Grafik: Stadtgrundkarte Worms/ebwo AöR)  
Umgestaltetes Areal „Auf der Platte“ in Leiselheim in der Übersicht (Grafik: Stadtgrundkarte Worms/ebwo AöR)
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Schutz, Naherholung und Biodiversität

Die Entsorgungs- und Baubetrieb Worms AöR setzte im Rahmen der Außengebietsentwässerung im Stadtgebiet Worms den Bau einer Versickerungsmulde im Bereich „Auf der Platte“ in Leiselheim um.

„Sie dient den Leiselheimer Anwohnern*innen aus dreierlei Aspekten: Schutz vor Starkregen, Naherholung und Biodiversität“, so Eva Wiktorowski, die die Projektleitung solcher Maßnahmen bei der ebwo AöR inne hat: „Nicht nur die Versickerungsmulde, sondern auch die Grünlandentwicklung bewirken einen Schutz vor Starkregen: Jeder Halm ist ein Damm, sozusagen. Das Außengebietswasser wird durch diese Maßnahme durch Versickerung und Verdunstung dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt und das Areal bietet den Anwohnern damit nicht nur Schutz vor Starkregen.“

Auf Grundlage einer umfassenden Außengebietsstudie aus dem Jahr 2008 von Brandt-Gerdes-Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH (BGS Wasser) war ursprünglich vorgesehen, das vorhandene Einlaufbauwerk im Außengebiet vom Mischwasserkanal abzuklemmen und an einen neu herzustellenden Regenwasserkanal bis zum Mühlgraben umzuhängen. Diese Idee wurde noch bis ins Jahr 2017 verfolgt und war bereits in Planung. Im Sinne eines ökologischen und ökonomischen Grundgedankens kam dann die Idee auf, Außengebietswasser auf den landwirtschaftlichen Flurstücken zurückzuhalten. Das Ingenieurbüro BGS Wasser führte daraufhin eine weitergehende Analyse inklusive Planungskonzept durch.

Als Ergebnis kam man zu dem Schluss, anstelle des Kanalbaus eine Versickerung des Außengebietswassers auf den Flächen anzustreben. Die ebwo AöR eruierte die Möglichkeiten für den Grundstückskauf- bzw. -tausch und stellte daraufhin bei der SGD Süd einen Genehmigungsantrag für den Bau einer Versickerungsmulde zur Rückhaltung von Außengebietswasser. Bis Ende 2020 erwarb die ebwo AöR die benötigten Flächen und konnte dann mit Genehmigungserteilung bereits im Dezember 2020 mit dem Bau der Versickerungsmulde und Überlaufschwelle beginnen. Die Bauarbeiten wurden außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeit der Vogelarten, zwischen September und Februar, durchgeführt und mit abschließenden Saatarbeiten im April 2021 fertiggestellt. Die Pflanzung von sechs Obstbäumen erfolgte im November 2021. Im Spätsommer 2022 wird die Restparzelle dann abschließend als artenreiches Grünland mittels Heumulch angelegt.

„Dass solche Maßnahmen oft sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wissen wir nur zu gut, gerade deshalb sind wir froh, dass trotz notwendigem Genehmigungsprozess und Gutachten alles reibungslos funktioniert hat“, so Bürgermeisterin Stephanie Lohr, die vor Ort Bilanz zieht, als der Presse das umgestaltete Areal im Juni 2022 präsentiert wurde. Hans Gugumus, technischer Vorstand der ebwo AöR, der ebenfalls beim Termin Rede und Antwort stand, dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit: „Dass so ein Projekt gelingen kann, liegt vor allem an den gemeinsamen Anstrengungen aller, besonders auch dem Engagement der Anwohner wie auch dem Entgegenkommen der Landwirte, da sie bereit waren für diese Maßnahme ihr Land an uns zu verkaufen bzw. mit anderen Ackerflächen, die in unserem Besitz waren, zu tauschen. Ohne dies hätten wir das Projekt nicht umsetzen können. Herzlichen Dank!“

Eckdaten zur Maßnahme:
- Außengebietsgröße: ca. 13 ha
- Max. 260 m3 Fassungsvermögen
- Fläche der ebenen Beckensohle: ca. 785 , Sohllänge: ca. 41 m, mittlere Sohlbreite: ca. 19 m
- Gesamtfläche: ca. 1.250 m²
- Max. Wassertiefe: 0,32 m, dann beginnt die Überlaufschwelle anzuspringen und das überschüssige Wasser läuft in den Mischwasserkanal zur Kläranlage


Im Juni versammelten sich die an Planung und Bau Beteiligten und präsentierten der Presse das Ergebnis der Maßnahme im Rahmen der Außengebietsentwässerung zum Schutz der Leiselheimer Anwohner vor Starkregenereignissen. v.l. Dipl.-Ing. (FH) Franz-Otto Brauner, Ingenieurbüro Brauner Worms; Dipl.-Ing. Hans-Dieter Gugumus, technischer Vorstand der ebwo AöR; Johann Nock, Ortsvorsteher Leiselheim; Hans Peter Schneickert, stellv. Ortsvorsteher; Dipl.-Ing. (FH) Peter Funk, Abteilungsleiter Abwasserentsorgung, Kanalnetz ebwo AöR; Dipl.- Ing. Andrea Prior, Ingenieurbüro Brauner Worms; Anwohner Herr Heydt; M. Sc. Eva Wiktorowski, Projektleitung, Abt. Abwasserentsorgung, Kanalnetz ebwo AöR; Dipl.-Ing. Ralf Rausch, Brandt-Gerdes-Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH (BGS Wasser); Stephanie Lohr, Bürgermeisterin und Verwaltungsratsvorsitzende der ebwo AöR; Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Reich, Abteilung 3.05 - Umweltschutz und Landwirtschaft, Stadt Worms (Foto: ebwo AöR) 
Im Juni versammelten sich die an Planung und Bau Beteiligten und präsentierten der Presse das Ergebnis der Maßnahme im Rahmen der Außengebietsentwässerung zum Schutz der Leiselheimer Anwohner vor Starkregenereignissen. v.l. Dipl.-Ing. (FH) Franz-Otto Brauner, Ingenieurbüro Brauner Worms; Dipl.-Ing. Hans-Dieter Gugumus, technischer Vorstand der ebwo AöR; Johann Nock, Ortsvorsteher Leiselheim; Hans Peter Schneickert, stellv. Ortsvorsteher; Dipl.-Ing. (FH) Peter Funk, Abteilungsleiter Abwasserentsorgung, Kanalnetz ebwo AöR; Dipl.- Ing. Andrea Prior, Ingenieurbüro Brauner Worms; Anwohner Herr Heydt; M. Sc. Eva Wiktorowski, Projektleitung, Abt. Abwasserentsorgung, Kanalnetz ebwo AöR; Dipl.-Ing. Ralf Rausch, Brandt-Gerdes-Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH (BGS Wasser); Stephanie Lohr, Bürgermeisterin und Verwaltungsratsvorsitzende der ebwo AöR; Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Reich, Abteilung 3.05 - Umweltschutz und Landwirtschaft, Stadt Worms (Foto: ebwo AöR)