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Preis der Lutherstädte “Das unerschrockene Wort“

Seit 1996 verleiht der „Bund der Lutherstädte“ den mit 10.000 Euro dotierten Preis „Das unerschrockene Wort“ alle zwei Jahre. Der Preis knüpft an die mutige Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag 1521 an. 

Yara Badr nimmt in Wittenberg den Lutherpreis 2015 für ihren Mann, Mazen Darwish, entgegen, Foto: Stadt Wittenberg 
Yara Badr nimmt in Wittenberg den Lutherpreis 2015 für ihren Mann, Mazen Darwish, entgegen, Foto: Stadt Wittenberg

Wormser Initiative

Auf Anregung des Evang. Dekanats Worms-Wonnegau initiierte der damalige Wormser Oberbürgermeister Gernot Fischer den Preis bei einem Treffen der Lutherstädte  anlässlich der 125. Wiederkehr der Einweihung des Wormser Reformationsdenkmals im Jahr 1993.  
In der Präambel des Preisstatuts wird die zentrale Bedeutung des freien Wortes, das der Wahrheit verpflichtet ist, für ein freiheitlich demokratisches Gemeinwesen betont. 

Insofern orientierte man sich auch an den gerade gemachten Erfahrungen der friedlichen Revolution im Osten Deutschlands, die dem totalitären Staat die Grund- und Menschenrechte entgegengesetzt hatte, die sich aus Reformation und Aufklärung entwickelt hatten. 

 

Bund der Lutherstädte

Der „Bund der Lutherstädte“ besteht aus den Städten Augsburg, Coburg, Eisenach, Eisleben, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg, Marburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz. Neben den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der Lutherstädte sind in der Jury der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Ernst-Otto Czempiel von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt Stefan Rhein, Klaus Blümlein von der Evang. Kirche der Pfalz, Roland Hoffmann von der Evang.-Lutherischen Kirche Thüringen und der frühere Staatsminister Florian Gerster vertreten.

Die Vergabekriterien regelt ein Statut. Die Lutherstädte schlagen dem Preis würdige Personen vor. Im Vorfeld werden dazu können die Bürger der jeweiligen Städte Vorschläge einreichen.  Die Jury ermittelt dann den Preisträger.

Bisherige Preisträger:

  • Richard Schröder (1996), evangelischer Theologe und Philosoph, 1977 bis 1990 Dozent am Katechetischen Oberseminar Naumburg und am Sprachenkonvikt Berlin, 1991 bis 2008 Professor an der Humboldt-Universität Berlin, SPD-Mitglied

  • Hans Küng (1999), katholischer Theologe, 1960 bis 1996 Professor an der Universität Tübingen, bis 2013 Präsident der Stiftung Weltethos, 1979 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis wegen seiner Kritik am Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit

  • Uta Leichsenring (2001), Polizeipräsidentin von Eberswalde, Auszeichnung für Zivilcourage im Kampf gegen Rechtsextremismus

  • Gertraud Knoll (2003), evangelische Theologin, 1994 erste Superintendentin Österreichs im Burgenland, Engagement gegen Rechtspopulismus und für ein Sozialvolksbegehren, SPÖ-Mitglied

  • Stephan Krawczyk (2005), Liedermacher und Autor, DDR-Dissident, 1985 Austritt aus der SED, Berufsverbot, Verhaftung und Abschiebung 1988

  • Emel Zeynelabidin (2007), Muslimin, Vater Gründer von Mili Görüs (IGMG) in Deutschland, Mitbegründerin von islamischen Kindergärten und einer Grundschule in Berlin, legte im Zuge des Kopftuchstreits 2005 ihr Kopftuch ab, Kritik an patriarchalen Religionsstrukturen

  • Andrea Röpke (2009), Politologin und Journalistin, Auszeichnung für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, zahlreiche Reportagen über die rechte Szene, VVN-Mitglied, Sachverständige im NSU-Untersuchungsausschuss

  • Dimitrij Muratow und das Redaktionsteam von „Nowaja Gaseta“ (2011), 1993 Mitbegründer der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Chefredakteur, kritische Berichterstattung zur russischen Politik, Mitarbeiter der Zeitung wurden verfolgt, verletzt und ermordet (u.a. 2006 Anna Politkowskaja), 2015 Einstellung der Papierausgabe

  • Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ (2013), gegründet 2010 anlässlich eines rassistisch motivierten Überfalls auf einen Regensburger Barkeeper, Informationsbroschüren, Aufkleber in 199 Regensburger Lokalen

  • Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit (2015), syrischer Rechtsanwalt und Journalist, Präsident des 2004 gegründeten „Center for Media and Freedom of Expression (CMFE)“, 2008 verhaftet, 2015 Freispruch