Wormser Machsor (Foto: IR/Stadt Worms)

Aktuelles

Was gibt es Neues? Infos über Veranstaltungen im Raschi-Haus und Aktuelles rund um das Jüdische Museum sowie das Jüdische Worms finden Sie hier:

 
 

Pressemitteilungen




Mod Helmy - Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete

Lesung mit Igal Avidan am 29. August im Raschi-Haus

 
 
Mod Helmy

Die meisten Menschen in Nazi-Deutschland reagierten gleichgültig auf die Judenverfolgung, viele nahmen aktiv daran teil. Nur 600 von ihnen wurden von Yad Vashem als Judenretter geehrt und ein einziger war ein Araber. Der Arzt Mod (Mohamed) Helmy wurde von den Nationalsozialisten als »Nichtarier« diskriminiert und als Ägypter inhaftiert. Trotzdem half er jahrelang einer jüdischen Familie, sich vor der Gestapo zu verstecken. Mitten in Berlin gelang es ihm sogar mithilfe von Hitlers Intimfreund, dem Mufti von Jerusalem, eine Jüdin als Muslima in Sicherheit zu bringen. Igal Avidan fand Helmys ehemalige Patienten, besuchte seine Verstecke und zeichnet seine einzigartige Geschichte nach.


Igal Avidan, 1962 in Tel Aviv geboren, hat in Israel Englische Literatur und Informatik und dann in Berlin Politikwissenschaft studiert. Seit 1990 arbeitet der Nahostexperte als freier Berichterstatter aus Berlin für israelische und deutsche Zeitungen und Hörfunksender.

 
Die Lesung findet am Donnerstag, den 29. August um 19 Uhr im Raschi-Haus, Hintere Judengasse 6, statt.
Der Eintritt ist frei.

Veranstaltet wird die Lesung von: WARMAISA - Gesellschaft zur Förderung und Pflege jüdischer Kultur in Worms in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung RLP.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Herrn Christoph Sievers, 06241-7235, kontakt@warmaisa.de

Weiteres Ölgemälde von Herta Mansbacher vom Jüdischen Museum Worms erworben

 
 
Ölgemälde von Herta Mansbacher, 1908
Ölgemälde von Herta Mansbacher, 1908

Herta Mansbacher (1885-1942), die aus Darmstadt stammende bekannte Wormser jüdische Lehrerin, die die NS-Gewaltherrschaft nicht überlebte, war neben ihrer Arbeit als engagierte Pädagogin und Chronistin der ab 1933 erzwungenen Abwanderung der Wormser jüdischen Bürgerinnen und Bürger auch eine künstlerisch äußerst begabte Frau. Davon zeugen drei im Jüdischen Museum im Raschi-Haus in Worms befindliche Ölgemälde aus den Jahren 1910 bis 1920. Es gelang jetzt, ein weiteres, sehr gut erhaltenes, aufwendig gerahmtes Stück aus dem Jahre 1908 für das Haus zu erwerben; es zeigt eine Ansicht von Kreuzwertheim am Main (von Wertheim aus gesehen). Seit 1907 unterrichtete Frau Mansbacher an der Westendschule, bevor sie durch das NS-Regime 1933 entlassen und für die neue jüdische Bezirksschule tätig wurde.

Das Gemälde wird ab Mitte März im Jüdischen Museum gemeinsam mit dem letzten Erwerb eines Gemäldes (2017) gezeigt. Näheres über das künstlerische Wirken von Herta Mansbacher ist bislang nicht bekannt, es besteht aber immer die Hoffnung, dass noch weitere Werke aus Privatbesitz und neue biographische Daten und Fakten bekannt werden.

 

Fotografie des Inneren der Synagoge (ca. 1900-1920)

 
 
301_042 Fotografie des Inneren der Wormser Synagoge (ca. 1900-1920)
301_042 Fotografie des Inneren der Wormser Synagoge (ca. 1900-1920)

Fotograf: Johann Heinrich Mayer, Worms
StadtAWo Fotoabt. Bürgis Nr. 42
Glasnegativ 13 x 18 cm

Die Fotografie gelangte im Jahre 2016 im Zusammenhang einer Abgabe von Glasnegativen und weiteren Fotografien aus dem Besitz des Wormser Bürgers Dr. Heinrich Bürgis in das Stadtarchiv. Die Sammlung seines Großvaters Johann Heinrich Mayer umfasst private Amateurfotografien aus Worms aus den Jahren etwa 1900 bis in die 1920er Jahre, die vom Archiv erschlossen und verzeichnet wurden.

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Der Blick des Fotografen geht von der in den 1870er Jahren in die Synagoge eingebauten Orgelempore aus nach Osten auf den Thoraschrein. Links ist eine der beiden Säulen des Männerbaues mit dem 1938 zerstörten romanischen Kapitell zu sehen, dessen hebräische Inschrift den Bau des Gotteshauses in das Jahr 1174/75 datierbar macht. 

Die Fotografie ist als authentisches Zeugnis des Synagogeninnern vor seiner barbarischen Zerstörung in der NS-Diktatur von besonderem Wert. Viele originale, mit der Vernichtung verschwundene originale Ausstattungsstücke wie die fünf von der Decke herabhängenden Leuchter des 18. Jahrhunderts sind erkennbar. Sie sind mit dem Doppeladler als Zeichen des Heiligen Römischen Reiches bekrönt.
Die Inschrift an der Ostwand neben dem Aron (Thoraschrein) bezieht sich noch auf die erste Synagogenstiftung des Jahres 1034, die Reste des Sandsteins konnten beim Wiederaufbau der Synagoge 1957 geborgen werden. 

Die Sonne fällt aus südöstlicher Richtung in die Synagoge ein. Genauer datierbar ist die Aufnahme nicht. Vergleichbare Fotografien aus dieser Perspektive sind bislang nicht bekannt. Dies erhöht die Bedeutung des originalen Negativs, das wir einem privaten Fotografen verdanken.

 

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Hintere Judengasse 6
67547 Worms

Telefon: (0 62 41) 8 53 - 47 01 /  47 07
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