20.05.2021 / Gedenken

Ein dunkles Kapitel der Geschichte

Gedenken an die Sinti- und Roma-Opfer des Naziregimes am Mahnmal mit Kranzniederlegung.

Am Mahnmal für die Opfer des Faschismus wurde der Deportation ganzer Familien von Sinti und Roma am 16. Mai 1940 gedacht. Die Kranzniederlegung erfolgte gemeinsam durch (von rechts) Oberbürgermeister Adolf Kessel, Stefan Köcher, der als kleiner Junge die Vernichtungswelle der Nazis überlebte und Jacques Delfeld, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma.
Am Mahnmal für die Opfer des Faschismus wurde der Deportation ganzer Familien von Sinti und Roma am 16. Mai 1940 gedacht. Die Kranzniederlegung erfolgte gemeinsam durch (von rechts) Oberbürgermeister Adolf Kessel, Stefan Köcher, der als kleiner Junge die Vernichtungswelle der Nazis überlebte und Jacques Delfeld, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma.
© Fotograf: Rudolf Uhrig

Erinnerung am Mahnmal

Am 16. Mai 1940 begannen in Deutschland die ersten Deportationen ganzer Familien von Sinti und Roma in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Betroffen davon waren 2800 Menschen, darunter 71 Wormser Bürger. In Rheinland-Pfalz wurden die Familien zunächst in das Sammellager Hohenasperg bei Ludwigsburg gebracht. Unter ihnen befand sich der Wormser Stefan Köcher, der damals noch ein kleiner Junge war und als einer der Wenigen überlebte. Zur Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse von einst fanden am 15. und 16. Mai in Worms und weiteren Städten Gedenkveranstaltungen des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma statt. Am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Adenauerring begrüßte Oberbürgermeister Adolf Kessel Jacques Delfeld, den Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, den Überlebenden Stefan Köcher, der mit Töchtern, Urenkeln und zwei anderen Sinti an der Gedenkfeier teilnahm sowie neben seinem Vorgänger Michael Kissel auch Stadtratsmitglied Carlo Riva, den Initiator des Gedenktags in Worms, sowie Heiner Boegler vom Bündnis gegen Naziaufmärsche.

In seiner Ansprache vor der Kranzniederlegung erinnerte Adolf Kessel an die Verschleppung und Ermordung Wormser Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten und mahnte zugleich wider das Vergessen. Auch heute, im Deutschland des Jahres 2021, seien Antisemitismus und Antiziganismus wieder auf dem Vormarsch und Angriffe auf Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauungen vielfach zu beobachten“, blickte der Stadtchef mit Sorge auf die jüngeren Entwicklungen.

„Unser Grundgesetz zieht die Lehre aus dem Grauen des Nationalsozialismus und dem Scheitern der Weimarer Republik, indem es in Artikel 1, Absatz 1 feststellt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das muss die Richtschnur unseres Handelns sein; und zwar sowohl politisch als auch gesamtgesellschaftlich“, betonte OB Kessel. „Wir müssen entschieden gegen Verunglimpfung, Ausgrenzung, Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Radikalismus vorgehen.“

Quelle: Stadt Worms / Pressestelle

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