20.09.2022 / Jubiläum

120-Jahre Hauptfriedhof "Hochheimer Höhe"

Der Hauptfriedhof "Hochheimer Höhe" blickt auf eine 120-jährige Geschichte zurück.

"Einer der ansprechendsten Parkfriedhöfe in Rheinland-Pfalz"

Anlässlich der 120-Jahr-Feier des Hauptfriedhofes „Hochheimer Höhe“ gaben letzten Freitag Vertreter der ökumenischen Hospizhilfe, des Vereins Sternengeflüster, des Kulturvereins Worms-Hochheim und des islamischen Kulturvereins auf Einladung des Integrationsbetriebs Friedhof der Stadt Worms (IBF) Einblicke in ihr Wirken. Auch ortsansässige Steinmetze, Bestatter, Gärtner und die Mitarbeiter des IBF berichteten ebenfalls von ihren Tätigkeitsfeldern. Oberbürgermeister Adolf Kessel eröffnete mit seiner Begrüßungsrede das Jubiläumsprogramm. „120 Jahre besteht der zentrale Wormser Friedhof auf der Hochheimer Höhe nun, eines der hervorragendsten Beispiele für eine großzügige kommunale Planung in der Blütezeit der Stadtentwicklung. Mit seinem landschaftlich hervorragend durchdachten und gestalteten Areal gilt er unter Fachleuten als einer der ansprechendsten Parkfriedhöfe in Rheinland-Pfalz“, so Oberbürgermeister Kessel in seiner Ansprache. Im Anschluss hielt Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst die Festrede. Anschließend fand ein ökumenischer Gottesdienst mit der Dekanin Jutta Herbert und dem Domprobst Tobias Schäfer statt. Für musikalische Untermalung während des Tages sorgten Astrid Haag und Shana Moehrke sowie die Singgemeinschaft des MGV 1922 Worms-Hochheim und der GV Liedertafel 1968 Worms-Pfiffligheim. Bei geführten Rundgängen konnten die Besucher das ein oder andere versteckte Kleinod auf der „Hochheimer Höhe“ entdecken.

Zur Historie des Friedhofes: Im Jahr 1840 wurde der „Neue Friedhof“ auf dem Liebenauerfeld, später auch „Bahnhofsfriedhof“ oder „Alter Friedhof“ genannt, (heute Albert-Schute-Park) außerhalb der städtischen Bebauung errichtet. Doch bereits 1874 erwies sich der Standort für eine notwendige Erweiterung aufgrund der rasanten städtebaulichen Entwicklung und Ausdehnung von Worms als ungeeignet. Auch der 1878 eingeweihte „Rheingewannfriedhof“ diente nur als Übergangslösung. Erst mit der Eingemeindung von Hochheim 1898 bot sich der Stadt eine langfristige Lösung in der Bestattungsfrage. Ein unbebautes Gelände zwischen Hochheim, Neuhausen und Herrnsheim wurde für die neue Begräbnisstätte der Stadt Worms ausgewählt, weiß Timo Horst, der auch lange Zeit Ortsvorsteher in Hochheim war. Bereits 1899 wurde mit dem Bau des neuen allgemeinen städtischen Friedhofs begonnen. Im Jahr 1902 wurde die „Hochheimer Höhe“ ihrer Bestimmung übergeben. Das markanten Gebäudeensemble am Haupteingang mit Kapelle und Trauerhalle wurde jedoch basierend auf den neuromanischen Entwürfen des Stadtbaumeisters Karl Hofmann erst zwischen 1903 und 1905 von seinem Nachfolger Georg Metzler fertiggestellt. Bereits 1907 erfolgte die erste Erweiterung des Friedhofsgeländes. Von ursprünglich zwei Hektar hat sich die Fläche des Friedhofes bis heute auf über 26 Hektar um ein Vielfaches vergrößert. 11.087 stehende Grabsteine und circa 17.800 Grabstätten verteilen sich auf der Fläche. Pro Jahr finden auf der Hochheimer Höhe im Schnitt über 500 Bestattungen statt. Dabei werden sowohl Urnen- als auch Erdbeisetzungen angeboten. Des Weiteren gibt es auf dem Gelände ein islamisches Bestattungsfeld und einen jüdischen Friedhof.

„Die „Hochheimer Höhe ist ein historisch gewachsener, aber zugleich auch modernen Friedhof mit Parkcharakter. Das Gelände dient zudem ganz nebenbei als grüne Lunge für die Stadt“, nennt Stadtentwicklungsdezernent Timo Horst, in dessen Zuständigkeit auch die Friedhofsverwaltung liegt, die Vorzüge der einzigartigen Friedhofsanlage. Neben vielen Kriegsgräbern aus beiden Weltkriegen befindet sich auch ein spätgotisches Kruzifix aus dem Jahre 1493 am Hauptweg, welches ursprünglich auf dem Friedhof südlich der Liebfrauenkirche stand. Zudem wurden zahlreiche Grabsteine vom Künstler Gustav Nonnenmacher gestaltet, der seine letzte Ruhestätte auch auf dem Hauptfriedhof gefunden hat.

Ein so genannter Prominentenweg führt zu besonders herausragenden Grabmonumenten. Der gesamte Parkfriedhof mit den zahlreichen Bäumen und Wegen bietet zudem zahlreiche versteckte Kleinode, besonders ist das Tempelchen (Grabstätte der Familie August Müller) im Bezirk 9, aber auch eine Sitzgruppe unter Bäumen im Bereich des islamischen Grabfeldes hervorzuheben.

Quelle: Stadt Worms / Pressestelle

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