15.05.2024 / Gesundheit

Bluthochdruck – die schleichende Gefahr

Anlässlich des Welthypertonietages am 17. Mai werben Kardiologen für regelmäßiges Blutdruckmessen. Wie gefährlich Bluthochdruck ist und was Sie dagegen tun können:

Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Jens Jung, der empfiehlt seinen Blutdruck regelmäßig zu überprüfen. Das Foto zeigt den Arzt in weißem Kittel und lächelnd an seinem Schreibtisch sitzend.
Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Jens Jung, der empfiehlt seinen Blutdruck regelmäßig zu überprüfen. Das Foto zeigt den Arzt in weißem Kittel und lächelnd an seinem Schreibtisch sitzend.
© Fotograf: Klinikum Worms; pakalski

Blutdruck regelmäßig messen!

In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga etwa 20 bis 30 Millionen Menschen von zu hohem Blutdruck (Hypertonie) betroffen. Der Welthypertonietag am 17. Mai erinnert daran, wie wichtig es ist, seinen Blutdruck regelmäßig zu messen.

„Viele Menschen wissen nicht, dass sie einen hohen Blutdruck haben, da keine Beschwerden vorliegen“, weiß Prof. Dr. Jens Jung, der die Kardiologische Klinik des Wormser Klinikums als Chefarzt leitet. Da unbehandelter Bluthochdruck schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann, nehmen viele Patienten mit zu hohem Blutdruck erst dann ärztliche Hilfe in Anspruch, wenn es bereits zu spät ist. 

„Hoher Blutdruck ist einer der führenden Risikofaktoren für weitere Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Verschlüsse der Beinschlagadern, Schlaganfall oder schwere Nierenschäden“, erklärt der Herzspezialist weiter. „Deswegen“, so Prof. Jung, sollte der Blutdruck ab dem 40sten Lebensjahr einmal jährlich und ab dem 50sten Lebensjahr halbjährlich kontrolliert werden. Dies kann entweder im Rahmen einer Kontrolluntersuchung beim Hausarzt oder zu Hause per Selbstmessung erfolgen. 

„Werte von 130-139/85-89 mm Hg gelten noch als normal, alles, was darüber liegt, weist auf einen zu hohen Blutdruck hin“, erklärt der Chefarzt. Übrigens sei es ganz normal, wenn die Messwerte in der Arztpraxis höher ausfallen als zu Hause. „Meistens sind die Patienten vor der Messung etwas aufgeregt, was sich in höheren Blutdruckwerten niederschlägt.“ Übrigens kann auch der Genuss von Kaffee oder schwarzem Tee die Werte nach oben hin verzerren. Selbiges gilt für den Konsum von Nikotin oder Alkohol.

Ursachen von Bluthochdruck

Wenn ein Bluthochdruck diagnostiziert wird, sollte nach der Ursache gesucht und dann eine medikamentöse Einstellung vorgenommen werden. Bei etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten mit hohem Blutdruck lässt sich trotz der Einnahme mehrerer Blutdruckmedikamente keine adäquate Einstellung des Blutdrucks erreichen. 

„Hier muss zunächst eine Ursache des Hochdrucks wie beispielsweise Nierenerkrankungen, Verengungen der Nierenschlagader, hormonelle Ursachen oder im Schlaf auftretende Atemstörungen ausgeschlossen werden“, berichtet Prof. Jung. „Weiterhin können bestimmte Medikamente wie beispielsweise Schmerzmittel oder Cortison den Blutdruck erhöhen oder die blutdrucksenkende Wirkung der Medikation vermindern.“ Auch bei Menschen mit Übergewicht, hohem Salz- und Alkoholkonsum und körperlicher Inaktivität tritt ein behandlungsresistenter Bluthochdruck laut dem Mediziner häufiger auf.

Durch eine Bewertung des Blutdruckverlaufes über 24 Stunden im Rahmen einer ambulanten Langzeitblutdruckmessung können tageszeitliche Schwankungen des Blutdrucks aufgedeckt werden. Hierdurch ist es möglich, die Behandlung zu optimieren und auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen anzupassen.

Gesunder Lebensstil ist entscheidend

Ganz allgemein sei ein gesunder Lebensstil die entscheidendste Maßnahme, um einen zu hohen Blutdruck in den Griff zu bekommen. Eine gesunde Ernährung, der Abbau von Übergewicht und regelmäßige sportliche Betätigung spielen eine wesentliche Rolle in der Verbesserung des Blutdrucks. 

„Eine salzarme, gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und der Verzicht auf Alkohol führen alleine schon zu einer Blutdrucksenkung um etwa 10 mm Hg“, erklärt der Mediziner. 

Insgesamt könne der Einzelne durch eine Anpassung der Lebensweise und der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten viel dazu beitragen, dass der Blutdruck optimal eingestellt ist.

Quelle: Klinikum Worms

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