18.07.2024 / Schweinepest

Maßnahmen betreffen auch Worms

Afrikanische Schweinepest: Zur Bekämpfung der Seuche hat die Kreisverwaltung Alzey-Worms eine Allgemeinverfügung und notwendige Maßnahmen festgelegt. Sie gelten auch für zwei Wormser Stadtteile.

Symbolbild, es zeigt ein Wildschwein im Tiergarten Worms, es steht mit den Vorderbeinen auf einem Kürbis.
Symbolbild, es zeigt ein Wildschwein im Tiergarten Worms, es steht mit den Vorderbeinen auf einem Kürbis.

Eindämmung mittels Elektrozaun

Update 18. Juli 2024: Damit sich die Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht weiter ausbreitet, wird das Umweltschutzministerium den Kreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen einen Elektrozaun zur Verfügung stellen. So soll verhindert werden, dass mit ASP infizierte Tiere weiter abwandern.

In den vergangenen Tagen sind im Gebiet des Landkreises Alzey-Worms und im Landkreis Mainz-Bingen mehrere Wildschweinkadaver gefunden worden, die nachweislich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind. Die Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen arbeiten derzeit gemeinsam mit der Jägerschaft und den Landwirten intensiv daran, nach Wildschweinkadavern in den betreffenden Gebieten zu suchen und eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. „Ich danke der Jägerschaft herzlich für ihre Unterstützung bei der Fallwildsuche und für das Verständnis bezüglich des zunächst geltenden Jagdverbots in der infizierten Zone, über das weiter intensiv beraten wird, betont Landrat Heiko Sippel. Auch eine Leinenpflicht für Hunde gelte in diesem Bereich.

„Um die Schäden in der Landwirtschaft möglichst gering zu halten und Einschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger auf ein erforderliches Minimum zu reduzieren, ist es wichtig, dass wir alles daransetzen, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht weiter ausbreitet. Mithilfe eines mobilen Elektrozauns, den das Umweltministerium bereits vor Jahren für den Seuchenfall angeschafft hat, wollen wir verhindern, dass infizierte Tiere weiter abwandern, womit sich das Restriktionsgebiet ausdehnen würde", so Umweltministerin Katrin Eder. Der Zaun ist damit ein weiterer wichtiger Faktor unseres Maßnahmenbündels. Nachdem in den letzten Tagen ein über 4700 Hektar großes Gebiet mittels Drohnen und Kadaverspürhunden in der infizierten Zone der Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms abgesucht wurde, kann jetzt die B9 bzw. die unmittelbar im räumlichen Kontext liegende Bahnstrecke als Abgrenzung genutzt werden, um die Verbreitung des Virus aus der Kernzone möglichst zu verhindern", so Eder. Der Zaun berücksichtigt dabei die Wanderbewegung der Wildschweine.

Der Zaun wird auf einer Länge bis zu 30 Kilometer in der Nähe der B9 bzw. der Bahntrasse gestellt. Die genaue Streckenführung kann noch nicht angegeben werden. Ist alles geklärt, können in zwei bis drei Tagen rund 20 Kilometer Zaun aufgestellt werden. Dieser wird dann täglich auf etwaige Schäden überprüft. Über den genauen Zeitpunkt zum Start des Zaunbaus wird rechtzeitig informiert.

Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich, allerdings für Haus- und Wildschweine hoch ansteckend und meist tödlich. Wird der Erreger eingeschleppt, verursacht dies hohe ökonomische Schäden in der Landwirtschaft und bringt ein großes Leiden für die Tiere mit sich.

„Jede und jeder kann dazu beitragen, dass sich die Afrikanische Schweinepest nicht weiter ausbreitet. Deshalb appelliere ich, Speisereste nicht in der Landschaft und nur in Abfallbehältnissen mit Deckel zu entsorgen, damit Wildschweine diese nicht fressen können. Das gilt nicht nur für die Restriktionszonen in den Kreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen, sondern generell. Denn auch aus anderen betroffenen Gebieten weltweit kann das Virus weiterhin eingeschleppt werden“, so Eder angesichts der Ferienzeit, die mit einem erhöhten Reiseaufkommen verbunden ist.

Die Tierseuche kann durch infizierte Wurst- und Fleischreste, mitgebrachte Souvenirs oder Jagdtrophäen eingeschleppt werden. Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist extrem widerstandsfähig und sowohl in rohem Fleisch als auch in gepökelten oder geräucherten Fleischwaren, wie Schinken und Salami, über mehrere Wochen und Monate überlebensfähig, in tiefgefrorenem Fleisch kann der Erreger sogar jahrelang überleben.

Service

  • Die Außengrenze der infizierten Zone ist detailliert über die Homepage der Kreisverwaltung Alzey-Worms abrufbar.

  • Wer tote Wildschweine findet, soll dies bei der Polizei, den zuständigen Jagdausübungsberechtigten oder beim Veterinäramt melden: E-Mail.

Weitere aktuelle Informationen finden Sie hier:

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Jagdverbot und strenge Hygienevorschriften

5. Juli 2024: Der Fund eines mit der afrikanischen Schweinpest (ASP) infizierten Wildschweins Mitte Juni in Königstädten im Landkreis Groß-Gerau und weiterer infizierter Wildschweine unter anderem in Leeheim, einer Gemeinde in Rheinnähe gegenüber von Oppenheim und am Kühkopf vor wenigen Tagen, hat jetzt aufgrund der räumlichen Nähe auch Folgen für den Landkreis Alzey-Worms: 

Zur Bekämpfung der Seuche hat die Kreisverwaltung Alzey-Worms qua Allgemeinverfügung eine Sperrzone und die notwendigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen innerhalb dieses Gebiets festgelegt. Im Landkreis Alzey-Worms betrifft dies die Gemeinden Gimbsheim, Hamm, Eich und in der Stadt Worms die Ortsteile Ibersheim (Flur-Nr. 1 bis 13) und Rheindürkheim (östlich der B 9 und nördlich der Kirchstraße, Flur-Nr. 2 bis 11). 

Die Verfügung gilt bis auf Weiteres und beinhaltet unter anderem ein Jagdverbot und strenge Hygienevorschriften für Schweinehalter. So dürfen keine Schweine in das betroffene Gebiet gebracht oder aus dem betroffenen Gebiet herausgebracht werden. Es gibt in der betroffenen Zone nur wenige Hausschweine. 

Die Amtstierärzte des Veterinäramtes haben die Besitzer bereits über die notwendigen Maßnahmen informiert. Die in dem Schutzradius befindlichen Gemeinden werden durch Warnschilder entsprechend gekennzeichnet. Dieses Gebiet wird mit Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, abgesucht, um herauszufinden, ob es infizierte Wildschweine trotz der seit Wochen andauernden hohen Pegelstände auf diese Rheinseite geschafft haben. Die Kreisjägerschaft unterstützt den Landkreis bei Durchsuchung der Sperrzone.

Lebensmittel richtig entsorgen / Hunde anleinen

Aktuell ist im Landkreis Alzey-Worms und in den betroffenen Wormser Stadtteilen noch kein infiziertes Schwein gefunden worden, weshalb auch die Landwirtschaft derzeit nicht von der Allgemeinverfügung betroffen ist. Demnach dürfen auch Landwirte, die ihre Felder in dem betroffenen Bereich haben, ihren Betrieb normal weiterführen. Die kurz vor ihrem Start stehende Raps- und Getreideernte ist nach derzeitigem Stand möglich. Wenn ein infiziertes Tier gefunden werden sollte, würden die Vorschriften angepasst.

Die Afrikanische Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine tödlich, für andere Tiere und den Menschen ungefährlich. Auch der Verzehr von infiziertem Fleisch ist ungefährlich, spielt jedoch bei der Weiterverbreitung des Virus eine Rolle. 

Das ASP-Virus kann über verschiedene Wege von Schwein zu Schwein übertragen werden, hauptsächlich wird es über direkte Kontakte zwischen infizierten Tieren oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere übertragen. 

Eine besondere Rolle spielen aber Lebensmittel, die aus infizierten Schweinen hergestellt wurden und von nicht-infizierten Tieren - etwa über achtlos weggeworfene Reste - aufgenommen werden können. Deshalb sollten Lebensmittelreste so entsorgt werden, dass sie für Wildschweine unerreichbar sind. Und: Hunde müssen dringend angeleint werden.

Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms

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