Ein interdisziplinäres Expertengremium bewertete Projekte aus aller Welt am 4. Dezember in Mainz.

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2022 und der Fortsetzung 2024 haben die SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz und der SchUM-Städte e.V. 2025 zum dritten Mal das internationale Künstlerresidenzprogramm „SchUM-Artist in Residence“ ausgeschrieben. Bis zum 16. November waren Kunstschaffende weltweit aufgefordert, sich mit einem künstlerischen Projekt in Auseinandersetzung mit den historischen und kulturellen Aspekten der SchUM-Stätten für das dritte Residenzprogramm in SchUM zu bewerben.
Am 4. Dezember kam die hochkarätige und interdisziplinär besetzte Jury in der SchUM-Stadt Mainz zusammen, um aus den zahlreichen Bewerbungen die drei Stipendiaten für das kommende Jahr auszuwählen. Die Projektvorhaben stammten aus der ganzen Welt und spiegelten ein breites Spektrum an künstlerischen Ansätzen, Perspektiven und Hintergründen wider. Sie zeugten von einer intensiven Auseinandersetzung mit den Zielen von SchUM-Artist in Residence – einer Reflexion der historischen Orte, der reichen Geschichte und der Kultur in SchUM.
Die Jury setzte sich aus ausgewiesenen Experten der Bereiche Judaistik, Kunst, Kultur, Musik, Architektur und Literatur zusammen:
Prof. Dr. Günther Albers bringt über dreißig Jahre Erfahrung als Pianist und Dirigent mit. Er arbeitet mit führenden Musikern zusammen und ist gefragter Kammermusik-Partner sowie Liedbegleiter. Er wirkte u.a. am Aalto Theater Essen, der Deutschen Oper am Rhein, am Nationaltheater Mannheim und an der Staatsoper Berlin. Seit 2015 ist er als Professor für die Musikalische Leitung in der Gesangabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) tätig.
Prof. Dr. Björn Hayer ist Autor, Kritiker sowie Professor für Literatur und Kulturwissenschaft an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau. Er leitet seit 2025 das Künstlerhaus Edenkoben, veröffentlicht Essays, Lyrik- und Prosabände und ist Literatur- und Theaterkritiker.
Dr. Christopher Naumann ist Kunsthistoriker und seit 2023 Leiter des Kulturamts der Stadt Flörsheim. Außerdem ist er Geschäftsführer der Flörsheimer Bürgerstiftung und ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender im Skulpturenverein Rheinland-Pfalz e.V.. Zuvor war er Direktor der van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft in Mainz und unterrichtete 2023 im Fachbereich Architektur an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.
Sara Soussan ist seit 2018 Kuratorin für Jüdische Gegenwartskulturen und zeitgenössische Kunst im Jüdischen Museum Frankfurt. Sie studierte Judaistik an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und Erziehungswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität. Für die Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt führte sie u.a. zahlreiche Filminterviews zur jüdischen Gegenwart und Tradition und kuratiert den Kabinettraum „Kunst und Tradition“.
Prof. Dr. Regina Rose Stephan ist Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Architekturgeschichte und -theorie. Seit 2008 lehrt sie Architektur- und Stadtbaugeschichte an der Hochschule Mainz. Sie ist sachverständiges Mitglied im Landesdenkmalbeirat Rheinland-Pfalz und engagiert sich in internationalen UNESCO-Projekten: Gemeinsam mit Jörg Haspel initiierte sie die transnationale Nominierung ausgewählter Bauten Erich Mendelsohns für die Welterbeliste.
Die Sitzung war geprägt von intensiven Diskussionen, einem offenen fachlichen Austausch und großer Wertschätzung gegenüber der hohen Qualität der eingereichten Projekte. Letztlich einigte sich die Jury auf drei Künstler, deren Arbeiten sich in besonderer Weise durch Innovationskraft, künstlerische Tiefe und eine überzeugende Auseinandersetzung mit dem UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz hervortaten. Anfang 2026 werden die drei Stipendiaten bekanntgegeben und in einer Online-Pressekonferenz gemeinsam mit den Projektverantwortlichen vorgestellt.
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