20.01.2026 / Historie

100. Geburtstag von Dr. Günther Kuhfuß

Am 31. Januar 2026 würde der frühere Wormser Oberbürgermeister und SPD-Politiker Dr. Günther Kuhfuß 100 Jahre alt. Die Stadt Worms erinnert zu diesem Tag an einen Mann, der die Entwicklung der Stadt nachhaltig geprägt hat.

Ankunft von Bundespräsident Gustav Heinemann am Bahnhof, Begrüßung durch OB Dr. Kuhfuß, April 1971 Stadtarchiv Worms, Neg.-Nr. SH 341 Nr. 22
Ankunft von Bundespräsident Gustav Heinemann am Bahnhof, Begrüßung durch OB Dr. Kuhfuß, April 1971 Stadtarchiv Worms, Neg.-Nr. SH 341 Nr. 22

Berufliche Laufbahn

Geboren wurde Günther Kuhfuß 1926 in Dortmund. Nach dem Abschluss der Realschule absolvierte er eine Ausbildung für den gehobenen Dienst in der Finanzverwaltung. Arbeitsdienst, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft prägten seine frühen Lebensjahre. In der Nachkriegszeit besuchte er von 1946 bis 1949 das Gymnasium in Schwerte, wo er das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Münster. Weitere Studien führten ihn mit einem Stipendium an die Sorbonne in Paris sowie an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Er schloss sein Studium mit dem ersten und zweiten juristischen Staatsexamen sowie 1956 mit der Promotion zum Doktor beider Rechte ab.

Nach ersten beruflichen Stationen als Jurist in Frankreich und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde Kuhfuß 1959 parteiübergreifend zum Stadtdirektor der Stadt Duderstadt gewählt. Bereits 1962 übernahm er als Oberkreisdirektor Verantwortung im Landkreis Osterode am Harz.

Tätigkeiten als Oberbürgermeister 

1967 wählte der Stadtrat Dr. Günther Kuhfuß zum Oberbürgermeister der Stadt Worms. In den folgenden zehn Jahren entwickelte sich Worms zu einem florierenden Wohn- und Geschäftszentrum im südlichen Rheinhessen. In seine Amtszeit fallen unter anderem der Bau neuer Schulzentren wie der Diesterweg- und der Kerschensteinerschule, die Eröffnung des Bildungszentrums, die Einrichtung der Fußgängerzonen sowie die Grundsteinlegung des Stadtkrankenhauses auf der Hochheimer Höhe. Hinzu kamen zahlreiche Straßen- und Brückenprojekte, die Sanierung der Altstadt und die Ansiedlung neuer Betriebe im Industriegebiet Nord. Dadurch konnten viele Arbeitsplätze geschaffen werden, um den Wegfall der Lederindustrie auszugleichen.

Neben der baulichen Entwicklung lag Kuhfuß auch das kulturelle Leben der Stadt am Herzen. Ein Höhepunkt war die bundesweit beachtete Ausstellung zum Luther-Reichstags-Jubiläum im Jahr 1971. Zudem wurden der Tiergarten und der Verkehrsgarten eröffnet.

Auch die Eingemeindung von Pfeddersheim sowie der Gemeinden Abenheim, Heppenheim an der Wiese, Ibersheim, Rheindürkheim und Wiesoppenheim fällt in seine Amtszeit.

Große Bedeutung maß Kuhfuß der internationalen Verständigung bei. 1968 begründete er die Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Auxerre. Die Partnerschaft mit St Albans in Großbritannien vertiefte er, und 1976 brachte er die Städtepartnerschaft mit Mobile im US-Bundesstaat Alabama auf den Weg. Das Amt des Oberbürgermeisters hatte er bis zum 29. November 1977 inne.

Zeit nach dem Amt

Auch nach dem Ende seiner kommunalpolitischen Laufbahn blieb Günther Kuhfuß aktiv. Er lehrte an verschiedenen Hochschulen, unter anderem an der Fachhochschule Worms und an der European Business School. Fünf Jahre lang war er zudem Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften (FGAN) in Wachtberg bei Bonn. Anfang der 1990er Jahre unterstützte er als Kommunalberater die Thüringische Landesregierung beim Aufbau neuer Verwaltungsstrukturen und war anschließend in ähnlicher Funktion in Dresden tätig. Ehrenamtlich engagierte er sich als Lektor und später als Prädikant der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Günther Kuhfuß verstarb am 2. Februar 2001 im Alter von 75 Jahren in Mainz.

Oberbürgermeister Adolf Kessel erinnert an seinen früheren Amtsvorgänger: „Günther Kuhfuß hat Worms nachhaltig geprägt. Für sein großes Engagement gilt ihm meine Anerkennung und mein Dank. Sein Wirken ist in unserer Stadt bis heute sichtbar.“

Quelle: Stadt Worms

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