27.02.2026 / Gesundheit

BGM-Netzwerktreffen am 17. Februar

„BGM-Zahlen sind nicht neutral – sie erzählen eine Geschichte“: Unter diesem Leitgedanken stand der jüngste Praxisdialog des BGM-Netzwerks Worms „BGMstrategisch – Erfolgreiche HR-Kennzahlen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement“.

Hand am Mikrofon vor einer Menschenmenge
Hand am Mikrofon vor einer Menschenmenge

Unternehmensübergreifender Austausch

Die Veranstaltung löste sich bewusst von der gängigen Praxis, immer nur neue Kennzahlen zu sammeln. Stattdessen rückte der Dialog die Frage in den Mittelpunkt, wie Zahlen richtig gelesen und in ihrer Bedeutung verstanden werden können.

Christiane Brandt, Gründerin des Netzwerks und Expertin für strategisches Betriebliches Gesundheitsmanagement, eröffnete die Veranstaltung, an dem zahlreiche BGM-Verantwortliche namhafter Wormser Unternehmen teilnahmen, mit einem Perspektivwechsel: Wer Kennzahlen isoliert betrachte, erkenne lediglich Symptome, erklärte sie. Erst im Zusammenspiel verschiedener Daten entstünden Muster, die Rückschlüsse auf Ursachen und Zusammenhänge zuließen. Analyse bedeute daher Einordnen und Interpretieren von Zahlen, sie hinterfragen und mit den Beschäftigen ins Gespräch zu kommen. Nur so lassen sich wirkungsvolle Maßnahmen gemeinsam, mit den Beschäftigen, ableiten. Denn sie sind die Experten an ihrem Arbeitsplatz.

Eine Kritik ging dabei an die Berichterstattung der Krankenkassen: „Die Zahlen von nur einer großen Krankenkasse in einem Unternehmen auszuwerten, liefert falsche Ergebnisse, da nur ein Bruchteil der Belegschaft abgebildet ist. Denn sowohl die Kennzahlen als auch die Benchmarks beziehen sich immer nur auf die, bei der Krankenkasse versicherten Beschäftigten. Dabei können bei einer Kennzahl auch mal fünf unterschiedliche Branchen-Benchmarks stehen“, so Brandt. Daher ein klarer Appell und Bitte an das GKV-Bündnis, dass sich die gesetzlichen Krankenkassen auf eine einheitliche Berechnung der Zahlen und Berichterstattung einigen könnten.

Im zweiten Impuls weitete Bernd Schäufle, Geschäftsführer von New Work Vision, den Blick auf ein Thema, das viele Unternehmen beschäftigt: psychische Belastungen. Sie entstünden selten isoliert, betonte Schäufle, sondern seien häufig strukturell mitbedingt. Gesundheit dürfe daher nicht nur als Fürsorgeaufgabe verstanden werden, sondern müsse Teil strategischer Steuerung sein. Sichtbar würden psychische Belastungen weniger in Einzelgesprächen, sondern vielmehr über strukturelle Indikatoren. Hohe Fehlzeiten seien oft ein Spätsignal, Fluktuation ein kultureller Hinweis, Produktivitätseinbrüche selten rein fachlich erklärbar. Viele Kennzahlen messen zwar nicht direkt Gesundheit, doch sie reagierten auf Belastung – und genau darin liege ihr Wert für die Organisationsentwicklung. Gesunde Unternehmen entstünden nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch eine klare Steuerungslogik und den Mut, auch unbequeme Zusammenhänge zu betrachten.

Beide Impulse machten deutlich, dass systemisches BGM weit über das Optimieren einzelner Werte hinausgeht. Gesundheit entsteht im Zusammenspiel von Führung, Kultur, Prozessen und Strukturen. Nachhaltigkeit bedeutet, Ursachen zu ermitteln und zu beeinflussen, statt Symptome zu verwalten. Anhand eines Praxisbeispiels zeigte Brandt auf, wie durch Kennzahlen Bereiche priorisiert werden, aktuelle Arbeitsbedingungen weiter analysiert und sinnvolle Maßnahmen abgeleitet werden. Das Fazit: Zahlen liefern Hinweise – doch Veränderung entsteht erst im Zusammenspiel der Menschen und Rahmenbedingungen, die eine Organisation prägen.

Das Klinikum Worms stellte für den Praxisdialog seine Räumlichkeiten mit beeindruckendem Ausblick zur Verfügung. Christiane Brandt und Bernd Schäufle setzten mit ihren Beiträgen wichtige Akzente für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, das nicht verwaltet, sondern gestaltet.

Quelle: Stadt Worms

Datenschutzhinweis

Unsere Webseite nutzt teilweise externe Komponenten, welche auch personenbezogene Daten verarbeiten. Diese sogenannten Cookies helfen uns, unser Angebot stetig zu verbessern und Ihnen einen komfortablen Besuch zu ermöglichen. Durch das Laden externer Komponenten können Daten, über z.B. Ihr Verhalten, an Dritten weitergegeben werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Eine Einwilligung wird für alle technisch nicht notwendigen Cookies benötigt. Bei einer Zustimmung kann es gegebenenfalls auch zu einer Weiterleitung Ihrer Daten in ein Drittland kommen, dessen Datenschutzstandards sich von denen der EU unterscheidet.
Ihre Entscheidung wird für ein Jahr gespeichert. Sie können Ihre Einwilligung jedoch jederzeit ändern oder widerrufen.
Ohne Ihre Einwilligung kann es zu Einschränkungen bei Inhalten und der Bedienung kommen.

Detaillierte Informationen zum Einsatz von Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Notwendige Cookies werden immer geladen