04.03.2026 / SchUM-Stätten

5 Jahre Welterbe

Am 27. Juli 2021 um 15:47 Uhr war es soweit: Nach jahrelangen Bemühungen wurden die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz als UNESCO Welterbe anerkannt – das erste jüdische Welterbe in Deutschland und Erbe für die gesamte Menschheit.

Vorstandsmitglieder des SchUM-Städte e. V. im Anerkennungsjahr 2021. (V.l.n.r.) Avadislav Avadiev (Vorsitzender des Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz K.d.ö.R.), Roger Lewentz (damaliger Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz), Stefanie Seiler (Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer), Anna Kischner (Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen K.d.ö.R.), Adolf Kessel (Oberbürgermeister der Stadt Worms), Michael Ebling (damaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz).
Vorstandsmitglieder des SchUM-Städte e. V. im Anerkennungsjahr 2021. (V.l.n.r.) Avadislav Avadiev (Vorsitzender des Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz K.d.ö.R.), Roger Lewentz (damaliger Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz), Stefanie Seiler (Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer), Anna Kischner (Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen K.d.ö.R.), Adolf Kessel (Oberbürgermeister der Stadt Worms), Michael Ebling (damaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz).

Jerusalem am Rhein

Mit einem bunten Festjahr feiert der SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. gemeinsam mit den SchUM-Städten 2026 das erste Jubiläum im „Jerusalem am Rhein“. Die seit dem Mittelalter eng miteinander verbundenen jüdischen Gemeinden in den drei Kathedralstädten am Rhein Speyer, Worms und Mainz hatten immensen Einfluss auf die Architektur, die Kultur, die liturgische Dichtung und das religiöse Recht des nord-, mittelund osteuropäischen Judentums (Aschkenas). Seither gelten die SchUM-Gemeinden als Zentrum und Wiege des aschkenasischen Judentums. Hier sind vorbildgebende Synagogenbauten, beeindruckende und richtungsweisende Ritualbäder sowie die ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe Europas entstanden und als Zeugnisse des reichen jüdischen Lebens heute noch zu entdecken. Es sind herausragende Belege der 1.000-jährigen Geschichte von Jüdinnen und Juden am Rhein. Der Begriff SchUM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Städtenamen zusammen: Schpira - Speyer, Warmaisa - Worms, Magenza – Mainz. Die SchUMStätten und ihr Erbe verbinden jüdische mit europäischer und globaler Geschichte.
Site-Managerin der SchUM-Stätten und Geschäftsführerin des SchUM-Städte e. V., Birgit Kita, betont die herausragende Bedeutung des Welterbes: „Fünf Jahre UNESCO-Welterbe sind ein wichtiger Meilenstein – doch SchUM klingt in der jüdischen Welt seit fast 1.000 Jahren nach. Architektur, Kultur und religiöse Traditionen, die hier entstanden sind, erzählen von einer einzigartigen Geschichte, von dunklen und hellen Zeiten des jüdischen Lebens am Rhein, die bis heute Identität stiftet – in Deutschland und weltweit. An keinem anderen Ort sind die Zeugnisse so eindrucksvoll erhalten wie im Jerusalem am Rhein.“

Das Programm des Jubiläumsjahres

Über das gesamte Jahr hinweg erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm – von Ausstellungen, festlichen Events wie der Eröffnung des ersten SchUM-Besuchszentrums in der SchUM-Stadt Mainz oder der feierlichen Übergabe der WelterbeUrkunde-Kopien an die Vorstandsmitglieder des SchUM-Städte e. V. samt festlicher Jahresfeier in Speyer bis hin zu wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops. „Das Welterbe verbindet uns – über Zeiten, Religionen, Kulturen und Grenzen hinweg. Wir freuen uns gemeinsam mit den Menschen vor Ort und aus der Region diese internationale Strahlkraft jüdischen Lebens mit den Events im Jubiläumsjahr zu feiern“, so Birgit Kita.
Stefanie Seiler, Vorstandsvorsitzende und Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer, ergänzt: „Schon seit dem Mittelalter richtet die Welt ihren Blick auf SchUM. Seit fünf Jahren steht unser serielles Welterbe
für Geschichte von internationalem Rang und unsere gemeinsame Verantwortung, dieses Erbe der Menschheit weiter in die Welt zu tragen. Die Eröffnung des ersten Besuchszentrums für das Welterbe in Mainz sowie die Übergabe der Welterbe-Urkunde-Kopien in Speyer unterstreichen die vertrauensvolle Zusammenarbeit und würdigen das Engagement aller Beteiligten. Zugleich wird dadurch deutlich, dass die Bedeutung von SchUM nur im Zusammenspiel der beteiligten Städte vollständig erfahrbar wird.“

Die UNESCO-Welterbekonvention verpflichtet seit 1972 Staaten weltweit, Natur- und Kulturgüter von außergewöhnlichem universellem Wert als gemeinsames Erbe der Menschheit für kommende Generationen zu bewahren und zu vermitteln. Von den derzeit 1.248 Welterbestätten in 170 Ländern befinden sich 55 in Deutschland und sieben in Rheinland-Pfalz – die SchUM-Stätten stehen somit auf einer Ebene mit Wahrzeichen wie den Pyramiden von Gizeh, der Chinesischen Mauer oder der Freiheitstatue in den USA. Das Jubiläumsjahr 2026 zelebriert diese besondere Verantwortung und bietet Besuchenden einzigartige Einblicke in die Geschichte, das religiöse Leben und die kulturelle Bedeutung der jüdischen Gemeinden am Rhein.

Service

Weitere Informationen finden Sie in den Sozialen Medien unter @welterbe.schum und hier:

Quelle: SchUM-Städte e. V.

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