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Aktuelles & Veranstaltungen

Verbesserung der Versorgung gewaltbetroffener Frauen

Projektgruppe Worms „FrauenLeben – Sucht- und Gewaltfrei“ veröffentlicht Flyer 

zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

am 25.11.2023

Flyer FrauGewaltSucht
Flyer FrauGewaltSucht
Flyer FrauGewaltSucht
Flyer FrauGewaltSucht

Jede 3. Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt. Gewalt gegen Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit und hat auch in unserer Gesellschaft ein enormes Ausmaß.

Die erlebte Gewalt hat viele Gesichter, sie kann unterschiedliche Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit haben. Das können Angstzustände oder Schuldgefühle sein bis hin zu langfristigen psychischen und körperlichen Erkrankungen wie Depression, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Suchterkrankungen. 

„Frauen, die Gewalt erfahren haben, greifen häufig auf Alkohol oder andere Drogen zurück, um den unerträglichen Druck, belastende Erinnerungen an das Geschehene oder Gefühle von Angst, Scham und Schuld besser aushalten zu können. Der Konsum von Suchtmitteln ist daher als eine Bewältigungsstrategie zu verstehen. Ein großer Teil von Frauen wendet sich aufgrund der Suchtmittelabhängigkeit des gewalttätigen Partners an unsere Beratungsstelle“, so Heike Sohl von der Frauenspezifischen Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Worms.

„Frauen, die durch Gewalterfahrungen und eine Suchtmittelproblematik doppelt belastet sind, können bislang durch das bestehende Hilfesystem nur unzureichend versorgt werden“, erklärt Sandra Noppenberger vom Frauenhaus des DRK Kreisverbandes Worms. „So verfügen Unterstützungseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen meist nicht über die notwendigen personellen und konzeptionellen Ressourcen für den Umgang mit der Suchtproblematik. Suchtspezifische Angebote wiederum können den besonderen Anforderungen, die sich aus der Gewalterfahrung ergeben, oft nicht ausreichend gerecht werden.“

Vor diesem Hintergrund wurde 2019 vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz das „Modellprojekt zur Verbesserung der Versorgung suchtkranker Frauen mit Gewalterfahrung“ ins Leben gerufen, das seither an verschiedenen Standorten in Rheinland-Pfalz regional umgesetzt wird. In Worms hat sich daraus die Projektgruppe „FrauenLeben – Sucht- und Gewaltfrei“ gebildet, bestehend aus der Frauenspezifischen Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Worms, dem Frauenhaus Worms und Frauenberatungsstelle, der Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, dem Warbede Frauennotruf/Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt sowie dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes Alzey-Worms. „Betroffene Frauen benötigen professionelle Hilfe für den Ausstieg aus der Gewalt- und Suchtproblematik“, erläutert Anaïs Ndiminnha vom Warbede Frauennotruf Worms. „Durch den Aufbau der Projektgruppe ist eine engmaschige kollegiale Zusammenarbeit der einzelnen Facheinrichtungen in Worms entstanden. Kooperation und Vernetzung verstehen wir als Chance, die Grundlagen zu schaffen, suchtmittelabhängige Frauen mit Gewalterfahrung in ihrer Gesamtsituation zu sehen und ihnen die bestmöglichen Hilfen anzubieten.“

Um Betroffene auf das Hilfesystem vor Ort aufmerksam zu machen, hat die Projektgruppe einen Flyer „Wir schauen hin – Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“ entworfen, der über die einzelnen Unterstützungseinrichtungen in Worms informiert. Mittels eines QR-Codes werden Interessierte an die jeweilige Website weitergeleitet. Die Veröffentlichung des Flyers erfolgt anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Hierzu hat sich die Projektgruppe mit der Gleichstellungsstelle Worms zusammengeschlossen. Der Flyer liegt ab sofort in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen in Worms aus.

#makeUsVisible Worms

im Rahmen des Förderprojektes "Worms wird wow"

Die Vernissage war beeindruckend. Die Künstler und Künstlerinnen gaben einen umfassenden Einblick in Ihre künstlerischen Erstellung Ihrer Statue mit deren Darstellung und die Kuratorinnen berichteten nochmals detailliert, wie bereits unten aufgeführt, über die Entstehung des gesamten Projektes zu MakeUsVisible. Erfahren Sie mehr in der Bildergalerie und besuchen Sie die Standorte der Statuen in der Innenstadt! Lassen Sie über den QR-Code die berühmten Wormser Frauen zur Geltung kommen.....

Die Präsentationstafeln der ausgewählten weiblichen Persönlichkeiten sind in der Innenstadt zu finden:

Maria Elisabeth Kranzbühler (1726 - 1790) wurde die Herausgeberin der ersten Wormser Zeitung. - vor dem Amtsgericht, Obermarkt, Ecke Martinsgasse -

Elisa Blenker (1824 - 1908), die "Amazone von Worms", kämpfte als eine der wenigen Frauen in der Revolution von 1848 und war für ihre Tapferkeit und ihren Kampfgeist bekannt.  - Parmaplatz -

Wilhelmine Marie Michel (1859 - 1937) stammte aus einer jüdisch-bürgerlichen Familie. Sie war in der Frauenbewegung aktiv und engagierte sich im 1902 gegründeten Verein für Frauenstimmrecht. - Wilhelm-Leuscher-Straße (KW) 4 -

Mathilde Geiger (1873 - 1932) und Elisabeth Mendel (1870 - 1927) waren die ersten zwei Frauen im Wormser Stadtparlament. - Marktplatz vor dem Rathaus -

Emma Giesen (1895 - 1982) war eine alleinerziehende Mutter und eine berufstätige Frau. Sie behauptete sich in der Männerdomäne der Fotografie durch eine moderne Auffassung des Porträts. - Tourist Information Worms, Neumarkt - 

#MakeUsVisible Worms
#MakeUsVisible Worms
Einladung S 2 mit Künstlerin MUV Worms
Einladung S 2 mit Künstlerin MUV Worms

In München, New York, Venedig und … Worms!

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Worms hat sich zum Ziel gesetzt - in Anlehnung an das Projekt München „#denkFEmale“ x makeUsVisible“ - auch die Wormser Innenstadt repräsentativer zu gestalten: Ausgewählte historische Wormserinnen bekommen künftig ein virtuelles Denkmal gesetzt!

In München begann das Kunstprojekt „denkFEmale“ im Rahmen einer Abschlussarbeit mit dem Titel „Gendergerechtigkeit im Stadtbild“ von Mathilde Marest und Tristan Nigratschka an Bekanntheit. Darauf wurden die beiden Gleichstellungsbeauftragten aus Worms, Jasmine Olbort und Melanie Schiedhelm, schnell aufmerksam. Mit der Zusage von Fördergeldern im Rahmen von „Worms wird Wow“ war klar, dass sie den Kontakt mit München suchten, um ein ähnliches Vorhaben für die Wormser Innenstadt umzusetzen.

Bereits 2016 setzte die Gleichstellungsstelle gemeinsam mit Ulrike Schäfer als Herausgeberinnen ausgewählten Wormserinnen im Worms Verlag ein literarisches Denkmal. In Kooperation mit dem Wormser Stadtarchiv wurden in den Jahren 2018 und 2019 im Rahmen der Kampagne „Endlich Frauenwahlrecht. Kein Kreuz mehr mit dem Kreuz“ (rund um die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrecht) Fotografien von Frauen in einer Postkartenaktion festgehalten, um Zeitzeuginnen ein Gesicht zu geben.

Mit #makeUsVisible x Worms sollen ausgewählte historische Frauen nun auch im Stadtbild selbst digital und künstlerisch gezeigt werden.

Digitale Ausstellung

Mit dem Medium „Augmented Reality“ (Zweit-Realität) werden dem realen Stadtbild digitale Elemente hinzugefügt. Augmented Reality macht es möglich, das reale Bild vor der Kamera eines mobilen Endgeräts mit einem virtuellen Inhalt zu überlagern. Ausgewählte Wormserinnen werden an den Orten in der Innenstadt präsentiert, die für die Frauen wichtig waren. Mit dem Projekt wird auf das Thema der unsichtbaren Frauen in der Geschichtsschreibung und auf die historischen Frauenrollen in Worms aufmerksam gemacht.

Alle Statuen werden über QR-Codes vor Ort zu sehen sein. Sie werden über Dibond Aluminium Verbundplatten im Rahmen des Fördergebiets platziert. Zum Aktivieren einer Statue genügt es, den QR-Code mit einem mobilen Endgerät zu scannen. Darüber hinaus werden die Denkmäler auch webbasiert und ortsunabhängig zugänglich gemacht. Zusätzlich wird ein Audioguide, Geschichte lebendig werden lassen.

Alle Informationen zu den Frauen wurden mit Unterstützung des Wormser Stadtarchivs aufbereitet. Die Umsetzung erfolgt über die Kuratorinnen und das Künstlerinnen-Kollektiv rund um Anne Wichmann, Tabitha Nagy und Jacqueline-Amadea Pely (www.makeusvisible.io). Die Steuerung des Projekts liegt in der Verantwortung der Wormser Gleichstellungsstelle.

Historische Repräsentation und Gleichberechtigung

In den letzten Jahrhunderten beeinflussten viele Wormserinnen die Geschichte unserer Stadt. Das Lutherdenkmal und Hagendenkmal sind wohl die bekanntesten Denkmäler in Worms, aber auch Siegfried und die Lederarbeiter sind im Stadtbild präsent. Aber wo sind die Frauen?

„Für uns hat Geschlechtergerechtigkeit auch etwas mit dem Stadtbild und historischer Repräsentation zu tun. Deshalb freuen wir uns sehr, Fördergelder für dieses wichtige Projekt erhalten zu haben. Denn in der Geschichtsschreibung werden Frauen nur allzu oft vergessen. Trotz beeindruckender Leistungen schaffen es nur wenige Frauen auf einen Sockel im öffentlichen Raum. Auch in Worms leisteten über Jahrhunderte hinweg Frauen großartiges für unsere Stadt und dies möchten wir zeigen“, so die Gleichstellungsbeauftragte Jasmine Olbort.

Der Wormser Gleichstellungsstelle geht es bei dem Projekt auch um die Aneignung und Nutzung von öffentlichen Räumen. Frauen und Mädchen* erleben und nutzen den öffentlichen Raum unterschiedlich. „Mit dem Projekt möchten wir auch eine Diskussion über die (Un-)Sichtbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum anregen. Deshalb plädieren wir für eine geschlechtergerechte Stadtplanung in Bezug auf Sicherheit und Infrastruktur, die vielfältige Lebensrealitäten mitdenkt“, fasst Gleichstellungsbeauftragte Melanie Schiedhelm ihr Anliegen zusammen. 

Ein Denkmal verdient

Viele Wormser Frauen haben die Geschichte der Stadt über Jahrhunderte geprägt, doch im Stadtbild sind nur wenige wirklich sichtbar. Zukünftig sind folgende Wormserinnen als virtuelles Denkmal in der Innenstadt zu sehen:

Maria Elisabeth Kranzbühler (1726 - 1790) wurde die Herausgeberin der ersten Wormser Zeitung.

Elisa Blenker (1824 - 1908), die "Amazone von Worms", kämpfte als eine der wenigen Frauen in der Revolution von 1848 und war für ihre Tapferkeit und ihren Kampfgeist bekannt.

Wilhelmine Marie Michel (1859 - 1937) stammte aus einer jüdisch-bürgerlichen Familie. Sie war in der Frauenbewegung aktiv und engagierte sich im 1902 gegründeten Verein für Frauenstimmrecht.

Mathilde Geiger (1873 - 1932) und Elisabeth Mendel (1870 - 1927) waren die ersten zwei Frauen im Wormser Stadtparlament.

Emma Giesen (1895 - 1982) war eine alleinerziehende Mutter und eine berufstätige Frau. Sie behauptete sich in der Männerdomäne der Fotografie durch eine moderne Auffassung des Porträts.

Die Eröffnungsvernissage war am Samstag, den 23. September 2023 um 11 Uhr vor dem Rathaus der Stadt Worms, Marktplatz 2, 67547 Worms.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: glchstllngsstllwrmsd.

Ukraine-Hilfe

 Aktuelles Hilfetelefon für flüchtende Frauen und Kinder aus der Ukraine 

Hinweise des Bundesministeriums

Grafik mit Textinformationen zu Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Kinder und für Schwangere in Not.
Grafik mit Textinformationen zu Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Kinder und für Schwangere in Not.

Infos gegen häusliche Gewalt

Notruf- und Beratungsstelle in Worms:

Aktuelles zu Corona und Gleichstellung

Erreichbarkeit der Gleichstellungsstelle in Worms:

Auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Worms kann aufgrund der Corona-Pandemie keine persönliche Beratung mehr anbieten. Wir sind eingeschränkt telefonisch, aber von montags bis freitags per E-Mail erreichbar:

Zurzeit können wir keine Prognosen abgeben, wann wir wieder zu den üblichen Bürozeiten erreichbar sein werden. Auch in Worms gibt es weiterhin Hilfsangebote, die trotz der Einschränkungen in Pandemie-Zeiten für hilfesuchende Frauen zur Verfügung stehen:

Notruf- und Beratungsstelle in Worms:

Konkrete Hilfsmaßnahmen für Frauen in der Corona-Krise

Die Corona Krise hat Auswirkungen auf die Lebenssituationen von uns allen – aber auch ganz besonders auf die von Frauen. Bund und Länder haben sich auf zehn Maßnahmen zum Schutz von Frauen angesichts der Corona-Krise geeinigt. Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey dazu:

„Es ist wichtig, dass Frauen jetzt schnell und unbürokratisch Schutz und Beratung bekommen. Gemeinsam können Bund, Länder und Kommunen viel dafür tun. Frauen, die zuhause Gewalt erfahren, brauchen Rettungsanker wie das Hilfetelefon oder einen sicheren Zufluchtsort. Dass einzelne Kommunen dafür bereits leerstehende Wohnungen oder Hotels anmieten, zeigt, was alles möglich ist. Und auch bei der Beratung von Schwangeren in Konfliktsituationen muss das übliche Verfahren der Lage angepasst und auf Telefon- oder Internet-Kommunikation umgestellt werden. Es ist jetzt die Zeit für pragmatische und unkonventionelle Lösungen. Da wo Hilfe gebraucht wird, muss geholfen werden.“

zu den Maßnahmen auf der Homepage des BMFSFJ

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