
Auf dem Weg zur Klimaneutralität legt die Stadt Worms mit der kommunalen Wärmeplanung die Basis für den Umstieg auf erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung. Hierbei wird die Verwaltung durch die EWR Climate Connection GmbH bei der Erarbeitung unterstützt. Zeitgleich untersucht die EWR AG mit dem Projekt „Wärme für Worms“ in einer Machbarkeitsstudie, ob in Worms ein klimaneutrales Fernwärmenetz gebaut werden kann.
Die kommunale Wärmeplanung und die Machbarkeitsstudie zur Fernwärme gehen Hand in Hand und sollen für Worms eine zukunftsfähige und nachhaltige Wärmeversorgung sicherstellen.
Die Stadt Worms ist gesetzlich dazu verpflichtet, die kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30.06.2028 abgeschlossen zu haben.
Auf dieser Webseite erhalten Sie alle Informationen über das Projekt sowie über neue Themen, Veranstaltungen und Beteiligungsmöglichkeiten.
Im Zuge der künftigen Planungen können Sie sich bei verschiedenen Veranstaltungen und Beteiligungsformaten informieren und einbringen. Wir informieren Sie rechtzeitig!
Viel Spaß beim Entdecken!
Liebe Wormserinnen und Wormser,
Heizen und Energieversorgung sind seit einigen Jahren und auch aktuell wieder ein großes Thema für viele Menschen. Gerade dann, wenn Öl-, Gas- und Strompreise wieder sprunghaft steigen, weil Kriege oder Pandemien die Lieferketten stören, spüren das viele unmittelbar im eigenen Geldbeutel.
Um sich von diesen Abhängigkeiten zu lösen und eine zukunftsfähige, bezahlbare und krisensichere Wärmeversorgung für Worms aufzubauen, erstellt die Stadt seit Oktober vergangenen Jahres die sogenannte kommunale Wärmeplanung (KWP).
Ziel ist es, eine Strategie zu entwickeln, wie die Wärmeversorgung in Worms umgebaut werden kann und von der möglichst alle Wormserinnen und Wormser profitieren.
Dabei möchten wir Sie beteiligen, denn die Wärmewende betrifft uns alle. Mit einem Fragebogen möchten wir in rund 10 Minuten von Ihnen wissen, welche Themen Sie besonders umtreiben, wo Informationsbedarf besteht und ob Sie sich auch vorstellen könnten, aktiv Teil der Wärmewende bei uns in Worms zu werden. Die Ergebnisse sollen bei der Abschlussveranstaltung der KWP am 11.12.2026 im Wormser vorgestellt werden.
Die Umfrage erfolgt vollständig digital und läuft bis Mitte September. Sie kann unter nachfolgendem Link oder über den QR-Code auf untenstehendem Flyer gestartet werden.
Die Teilnahme an der Umfrage ist selbstverständlich freiwillig und anonym.
Die Bestandsanalyse sowie die Potentialanalyse der kommunalen Wärmeplanung sind größtenteils abgeschlossen.
Die Ergebnisse können Sie sich hier auf der Website weiter unten anschauen. Außerdem finden Sie weitere Informationen im Geoportal der Stadt Worms, Thema "Bauen- Wohnen und Planen – Kommunale Wärmeplanung".
Im Reiter „Downloads“ können Sie sich die Präsentation der Bestandsanalyse und der Potentialanalyse aus der Bürgerveranstaltung „Wärmewende und Energieeinsparung“ am 29.05.2026 herunterladen.

Zurzeit läuft eine Fragebogenaktion rund um die Wärmewende und die kommunale Wärmeplanung.
Machen auch Sie mit unter folgendem Link:
In diesem Bereich finden Sie Unterlagen und Veröffentlichungen aus der kommunalen Wärmeplanung:
Hier finden Sie nachfolgend die aktuell verfügbaren Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung Worms. Sie können sich frei durch die verschiedenen Themen in der Karte klicken. Außerdem können Sie den Kartenausschnitt verschieben und sich so durch ganz Worms navigieren.
Darüber hinaus finden Sie weitere Informationen im Geoportal der Stadt Worms, Thema "Bauen- Wohnen und Planen – Kommunale Wärmeplanung".
1. Ergebnisse der Bestands- und Potentialanalyse
Die Bestandsanalyse beschäftigt sich mit der Frage „Wie wird aktuell in Worms geheizt?“. Dabei wurde festgestellt, dass in Worms fast überwiegend mit Öl- oder Gasheizungen (knapp 90 %) geheizt wird. Außerdem sind ein großer Teil dieser Heizungen schon älter als 20 Jahre. Ebenso wurde festgestellt, dass in Worms viele Gebäude noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut wurden und dementsprechend in einem schlechten energetischen Zustand sind. In Worms befindet sich mit dem Liebenauer Feld lediglich ein mittelgroßes Wärmenetz, fast alle sonstigen Heizungen sind Einzelheizungen für ein Gebäude oder eine Wohnung.
Die Potentialanalyse untersucht die verschiedenen Möglichkeiten, die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energiequellen umzustellen. Dabei werden die theoretischen und technischen Potentiale z.B. von Solarthermie, Windkraft, Geothermie, Flusswärme und Abwärme aus der Industrie berechnet. Rein theoretisch hat Worms aufgrund seiner sonnenreichen Lage und der guten Grundbedingungen im Untergrund für Geothermie das Potential, die eigene Wärmeversorgung um ein Vielfaches erneuerbar zu decken.
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Zur Eingrenzung des Klimawandels und der damit einhergehenden Folgen, hat die deutsche Bundesregierung mit dem Klimaschutzgesetz die Treibhausgasneutralität Deutschlands bis zum Jahr 2045 beschlossen.
Durch die Verbrennung fossiler Energieträger zur Bereitstellung von Strom, Wärme und Mobilität werden große Mengen an Treibhausgasen verursacht. Diese Treibhausgase haben zur Folge, dass der Klimawandel vorangetrieben wird und es zu einer Zunahme der weltweiten Durchschnittstemperatur, von extremen Wetterereignissen wie Hitzeperioden und Trockenheit oder auch Starkregenereignissen kommt. Nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittstemperaturen jeweils im Vergleich zu der Durchschnittstemperatur aus den Jahren 1961 bis 2010 in Deutschland.

Das Ziel der Wärmewende ist es, diesen Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.Es benötigt eine kommunale Wärmeplanung, um alternative Wärmequellen zu finden und eine auf Worms optimal zugeschnittene Wärmeversorgung einzurichten. Darüber hinaus hat sich die rheinland-pfälzische Landesregierung im Koalitionsvertrag vom 18.05.2021 das Ziel gesetzt, das Land bis spätestens 2040 klimaneutral zu machen. Dementsprechend gilt auch für die Nibelungenstadt, dass die Energieversorgung sogar noch fünf Jahre früher als der Bundesdurchschnitt klimaneutral sein muss. Die Wärmewende ist dabei der größte Hebel innerhalb der Energiewende – und das entscheidende Instrument für das Anstoßen der Wärmewende ist die Kommunale Wärmeplanung.
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein Analyse- und Planungswerkzeug zur langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung. Sie trifft insbesondere Aussagen dazu, wie zurzeit die Gebäude in Worms mit Wärme versorgt werden und wo Potenziale für Wärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme zu finden sind. Daraus wird ein Wärmeplan mit einer Wärmewendestrategie entwickelt, der aufzeigt, wie Worms bis 2040 klimaneutral mit Wärme versorgt werden kann.
Der Wärmeplan an sich trifft aber noch keine Aussagen darüber, ob, wann und wie
die Wärmeversorgung umgebaut wird. Die Planung von Fern- oder Nahwärmenetzen
folgt erst in einem späteren Schritt. Aus diesem Grund hat der Wärmeplan weder
eine unmittelbare Außenwirkung noch eine direkte rechtliche Bindungswirkung auf
die Bürgerinnen und Bürger von Worms. Er ist vielmehr der städtische Fahrplan
zur klimaneutralen Wärmeversorgung in Worms.
Die kommunale Wärmeplanung wird nach Abschluss der Untersuchungen durch den Stadtrat beschlossen. Dieser Beschluss ist eine essenzielle Grundlage für die Realisierung der in der Wärmewendestrategie beschriebenen Handlungsstrategien und Maßnahmen. So wird die notwendige Verbindlichkeit für die nachfolgenden Schritte im Handlungsbereich der Stadt hergestellt.
In der nachfolgenden Darstellung sind die einzelnen Schritte der Kommunalen Wärmeplanung dargelegt.

Ein besonderes Augenmerkt legt die Stadt Worms dabei auf die Beteiligung städtischer Akteurinnen und Akteure, Gewerbe- und Industrieunternehmen und der Wormser Öffentlichkeit. Ein gutes Verständnis, Akzeptanz und Beteiligung beim Umbau der Wärmeversorgung in der Nibelungenstadt sind essentiell beim Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele des Landes Rheinland-Pfalz.Bei der Kommunalen Wärmeplanung handelt es sich zudem um einen rollierenden Prozess, der nicht mit der Erstellung des ersten Wärmeplans abgeschlossen ist. Vielmehr muss dann ein Monitoring aufgesetzt werden, das den Umsetzungsfortschritt misst. Alle fünf Jahre muss der Wärmeplan aktualisiert und gegebenenfalls an veränderte Bedingungen angepasst werden, damit die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung bis 2040 auf Kurs bleibt.
Aktuell wird in Worms der größte Teil der Wärmeversorgung durch Öl- und
Gasheizungen gedeckt, wie nachfolgende Abbildung des Zensus 2022 verdeutlicht.
Bisher gibt es keine größeren Heizungsanlagen oder Wärmenetze, die mit erneuerbaren
Energien betrieben werden. Lediglich das Wohngebiet „Liebenauer Feld“ verfügt
über ein Nahwärmenetz, welches durch ein sogenanntes Blockheizkraftwerk
versorgt wird. Dieses wird allerdings ebenfalls mit Gas betrieben.
Das bedeutet für die Stadt, dass ein umfangreicher Umbau der Wärmeversorgung
hin zur Klimaneutralität notwendig sein wird.

Klimaneutralität ist ein Zustand, in dem das Klima durch menschliches Handeln weder positiv noch negativ beeinflusst wird. Konkreter bedeutet das für Städte, dass sie ein Gleichgewicht zwischen dem Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen (zum Beispiel durch die Wärmeversorgung) und der Aufnahme von Treibhausgasen aus der Atmosphäre (zum Beispiel durch Bäume und Grünflächen) herstellen. Wenn Worms dieses Ziel erreichen will, müssen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Je besser zum Beispiel die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien gelingt und je weniger Energie durch Gebäude verbraucht wird, insgesamt also weniger Treibhausgase produziert werden, desto eher wird das Gleichgewicht erreicht. Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielen also die Wärmeversorgung durch umweltfreundliche Energiequellen und die energetische Gebäudesanierung eine wichtige Rolle.
Zur fossilen Energie zählen Brennstoffe wie zum Beispiel Braunkohle, Steinkohle, Erdgas oder Erdöl. Ziel ist es, deren Einsatz so weit wie möglich zu reduzieren, da ihre Verbrennung zur Erhöhung von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre und damit zur globalen Erwärmung beiträgt. Erneuerbare Energien wie zum Beispiel Solar- und Windenergie oder Geothermie sind in deutlich geringerem Maß umweltbelastend und tragen dazu bei, den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich zu reduzieren.
Der Wärmeplan, also das Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung, hat keine unmittelbare Auswirkungen auf Privateigentümerinnen und -eigentümer. Er bietet vor allem der Verwaltung und den Energieversorgern eine Grundlage, um planen zu können, welche klimaneutralen Wärmeversorgungslösungen in Zukunft verfügbar gemacht werden können, und hilft folglich dabei, sich für eine der neuen Wärmeversorgungen auf Grundlage erneuerbarer Energien zu entscheiden. Erst im Anschluss an die Kommunale Wärmeplanung werden genaue Pläne zur Wärmeversorgung einzelner Gebäude erarbeitet. Bei der Erarbeitung dieser sogenannten Netzpläne werden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger informiert und beteiligt.
Die EWR AG untersucht zurzeit die Möglichkeiten, wie in Worms ein klimaneutrales Fernwärmenetz aufgebaut werden könnte. Das Projekt trägt den Namen „Wärme für Worms“. Dabei könnten die Kläranlage in Kombination mit einer Flusswärmepumpe, industrieller Abwärme und Geothermie als Energielieferant in Frage kommen. Dieses Fernwärmenetz soll zahlreiche Häuser in Worms mit Wärme und Warmwasser versorgen.
Wie und wann die Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeerzeugung erfolgt, wird durch aktuell durch das Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und das Wärmeplanungsgesetz (WPG) geregelt. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt dabei sämtliche Vorgaben in Bezug auf die Energieeffizienz von Gebäuden und die Vorgaben zum Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung. Das bedeutet, dieses Gesetz richtet sich an die Gebäudeeigentümer. Seit dem 01.01.2024 regelt das GEG neue Vorgaben zu Gebäudeheizungen für Neubauten und Bestandsgebäude und vor allem, wie deren Heizungen mit dem Vorliegen einer kommunalen Wärmeplanung zusammenhängen. Wie und in welcher Form genau sich diese Vorgaben durch die Einführung eines potentiellen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) ändern, ist aktuell noch nicht absehbar. Zurzeit gilt ausschließlich das Gebäudeenergiegesetz (GEG)!
Wenn eine Stadt oder Kommune also nach den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetztes (WPG) einen Wärmeplan erstellt und danach die Wärmenetzausbaugebiete formal festsetzt, hat dies direkte Auswirkungen auf das 65-Prozent-Gebot des GEG. Für alle neu eingebauten Heizungen in den Wärmenetzausbaugebieten gilt, dass sie ab einem Monat nach der Festset-zung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Stellt z.B. die Kommune oder ein Energieversorger ein Wärmenetz auf Basis erneuerbarer Energien zur Verfügung, kann das 65-Prozent-Gebot durch einen Anschluss der Immobilie an das Wärme-netz erfüllt werden. In den Teilen der Stadt, in denen keine Wärmeversorgungsgebiete formal festgesetzt werden, gilt die allgemeine Frist des GEG, dass alle neuen Heizungen ab dem 30.06.2028 mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben sind.
Ein Hinweis für alle Heizungen, die zwischen dem 31.12.2023 und dem 30.06.2028 eingebaut werden: Diese Heizungen müssen schrittweise anteilig mit erneuerbarer Energie (bei einer Gasheizung z.B. mit Biogas) betrieben werden. Dieser Anteil beträgt ab 2029 mindestens 15 %, ab 2035 mindestens 30%, ab 2040 mindestens 60% und ab 2045 100% (vgl. § 71 Abs. 9 GEG).
Um mit der kommunalen Wärmeplanung eine möglichst präzise und umsetzungsorientierte Basis für die lokale Wärmewende zu erhalten, werden bereits vorhandene Daten von Gebäuden und Wärmeversorgung in Worms genutzt. Diese liegen öffentlichen Stellen sowie Behörden, Energieversorgern und Schornsteinfegern vor oder sind in öffentlich zugänglichen Registern oder Datenbanken abgelegt, wodurch sie von der Stadtverwaltung erhoben bzw. abgerufen werden können. Bürgerinnen und Bürger müssen keine Daten an die Stadtverwaltung übermitteln. Die erhobenen Daten unterliegen der Datenschutzgrundverordnung. Sie werden, falls ein Personenbezug möglich wäre, nur zusammengefasst erhoben und veröffentlicht, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Verbraucher möglich sind. Weitere Informationen finden Sie auch unter:
Die Stadt Worms geht von einer Planungszeit von ungefähr ein bis eineinhalb Jahren aus. Zurzeit findet eine ausführliche Bestands- und Potentialanalyse statt. Anschließend sind Bürgerveranstaltungen vorgesehen, um einerseits eine transparente Wärmeplanung sicherzustellen und andererseits die möglichen Potentiale in der Bürgerschaft im Bereich der Wärmeversorgung (z.B. durch Bürgerenergiegenossenschaften) zu aktivieren.
Die Stadt Worms wird bei der Finanzierung der kommunalen Wärmeplanung durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Dieses vergibt finanzielle Zuschüsse für die kommunale Wärmeplanung an alle Städte und Gemeinden, abhängig von der Einwohnergröße.
Während des gesamten Projektes wird es immer wieder verschiedene Informations- und Beteiligungsveranstaltungen geben, bei denen sich die Wormserinnen und Wormser aktiv in die Kommunale Wärmeplanung einbringen können. Es ist der Stadt ein besonders großes Anliegen, die Wärmewende auf einer breiten öffentlichen Akzeptanz und mit maximaler Transparenz aufzubauen. Auch nach Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung soll die Beteiligung der Öffentlichkeit fortgeführt werden, um die Umsetzung von Wärmeprojekten zu begleiten und so alle an der Wärmewende teilhaben zu lassen.
Die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) ist eine von vielen Rechtsformen, die eine Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Energiewende ermöglicht. Der Hauptzweck von BEGs besteht im Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen mit dem Ziel, die Energiewende in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern voranzutreiben
und einen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Dabei ist mit 77 Prozent ein Großteil der BEGs im Photovoltaikbereich aktiv, gerade wegen der geringen Komplexität und Kosten sowie kurzen Realisierungszeiten. Neben der Photovoltaik widmen sich die BEGs auch den Themenfeldern Windkraft (17 Prozent), der Wärmeerzeugung/-verteilung
(28 Prozent) (Nahwärmegenossenschaften) sowie dem Themenfeld Biomasse/Biogas (21 Prozent).
Insbesondere im Bereich der Wärmeerzeugung und der Errichtung von Nahwärmenetzen haben BEGs den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Unternehmen andere Renditeziele haben und oft dort aktiv sind, wo Unternehmen keine oder eine zu geringe Rentabilität sehen.
Das Thema der Bürgerenergiegenossenschaft soll insbesondere in der Wormser Wärmewen-de dort eine Rolle spielen, wo sich Wirtschaftsunternehmen nicht an Nahwärmenetzen beteiligen wollen. Somit kann auch dort die oft teurere Einzelversorgung durch ein gemeinschaftliches Wärmenetz ersetzt werden.
Haben Sie Interesse an dem Thema? Dann melden Sie sich gerne bei Herrn Nico Lörsch, Projektleiter für Kommunale Wärmeplanung bei der Stadt Worms. Außerdem können Sie sich bei den öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der Wärmeplanung aktiv beteiligen und sich mit Gleichgesinnten austauschen.
Nähere Informationen zur Gründung oder dem Beitritt in eine bestehende BEG, zur Rechtsform und den Tätigkeitsfeldern finden Sie auf der Website des Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V..
Die Stadt hat vermehrt Anfragen der „Bürgermeisteraktion“ des Umweltinstituts München e.V. erreicht (Nachgefragt: Wie geht es voran mit der Wärmewende?). Diese Anfragen sind automatisch generiert und können von der Nutzerin oder dem Nutzer unter Angabe der Postleitzahl an sämtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bzw. Landrätinnen und Landräte in Deutschland verschickt werden. Ort und Name werden automatisch ausgefüllt. Die Anfragen beinhalten immer folgenden Text (Stand 28.10.2025):
Betreff: Wie weit sind Wärmewende und Gasausstieg in [Ort]
Inhalt
Sehr [geehrte/r] [Frau/Herr] [Bürgermeister/in],
die Wärmewende nimmt derzeit an Fahrt auf, in naher Zukunft werden nicht nur unser Strom, sondern auch unsere Heizungen von erneuerbarer Energie angetrieben werden. Dazu muss auch bei uns in [Ort] ein Wärmeplan erstellt und in den nächsten Jahren regelmäßig aktualisiert werden. Spätestens in 20 Jahren sollen alle Häuser mit erneuerbaren Energien beheizt werden.
Das ist gut so, denn Heizen mit Gas wird immer teurer. Mehr und mehr Menschen steigen schon jetzt auf Wärmepumpen um. Dadurch steigen die Netzgebühren für die übrigen Gasnutzer.
Einige Städte wie Hannover und Mannheim reagieren darauf und planen den Rückzug aus der Gasversorgung. Sie legen nach und nach Teilgebiete des Gasnetzes still, zum Beispiel, wenn ein Stadtgebiet mit Fernwärme versorgt wird.
Wärmewende und Gasausstieg sind komplexe Projekte, die so frühzeitig wie möglich geplant, angekündigt und sorgsam durchgeführt werden müssen.
Daher würde ich gerne wissen:
Sorgen Sie dafür, dass parallel zur kommunalen Wärmeplanung für klimafreundliche Heizungen auch der Rückzug aus der Gasversorgung geplant wird, damit beide Vorgänge Hand in Hand gehen? Sind Sie dazu mit unserem Netzbetreiber im konstruktiven Austausch?
Ist eine baldige Information an alle Bürger und Bürgerinnen geplant, dass sich neue Gasheizungen nicht mehr lohnen?
Setzen Sie sich dafür ein, dass die erneuerbaren Alternativen für unsere Heizungen zügig umgesetzt werden, damit auch [Ort] die Klimaziele erreicht?
[Persönlicher Kommentar]
Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname] [Nachname] aus [Ort]
Aufgrund der gleichlautenden Inhalte dieser Anfragen beantwortet die Stadt Worms diese wie folgt (Stand 26.03.2026):
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Anfrage zur künftigen Entwicklung der Wormser Wärmeversorgung und Ihr privates Engagement im Klimaschutz.
Die kommunale Wärmeplanung in Worms wurde Ende 2025 gestartet und zurzeit finden die Bestandsanalyse und die Potentialanalyse der Wärmeversorgung statt. Parallel dazu führt die EWR AG eine Machbarkeitsstudie zum Bau eines klimaneutralen Fernwärmenetzes durch, welches u.a. durch die Abwärme der Kläranlage und Flusswärme gespeist werden soll und große Teile der Wormser Kernstadt versorgen kann.
Beide Projekte gehen hier Hand in Hand und werden sukzessive dazu führen, dass alte Gasheizungen verdrängt werden. Gleichzeitig wird diese Entwicklung dazu führen, dass Gasnetze per se für die Netzbetreiber unwirtschaftlicher werden und dementsprechend ist davon auszugehen, dass diese insbesondere in künftigen Fern- oder Nahwärmenetzgebieten absehbar abgeschaltet oder rückgebaut werden. Wasserstoffbetriebene Gasheizungen in Wohngebäuden (sogenannte H2-ready Heizungen) unter der Nutzung des bestehenden Gasnetzes werden für Worms keine Rolle spielen. Wasserstoff wird voraussichtlich im industriellen Umfeld zur Anwendung kommen. Dies wird die kommunale Wärmeplanung zeigen. Darüber hinaus machen die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Gebäudeenergiegesetz die Nutzung fossiler Brennstoffe mit den Jahren immer unattraktiver und dementsprechend werden per se Gasheizungen weniger eingebaut werden und darüber hinaus auch voraussichtlich nicht mehr so lange laufen wie bisher (20-30 Jahre Laufzeit).
All diese Rahmenbedingungen und die gesetzliche Vorgabe zur Klimaneutralität bis 2040 (Landesziel RLP) bzw. 2045 (Bundesziel BRD) werden in der Kommunalen Wärmeplanung im Laufe des kommenden Jahres zusammengetragen und berücksichtigt. Die Stadt Worms ist dabei mehr als bestrebt ihren Beitrag zum Klimaschutz durch eine transparente, effiziente und umsetzbare Wärmeplanung zu leisten. Die gesamte Wärmewende ist jedoch eine generationenübergreifende und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die gemeinsam von Bürger*innen, Kommunen und Unterneyhmen getragen wird. Daher laden wir Sie bereits jetzt herzlich zu den kommenden Workshops und Bürgerveranstaltungen ein, welche im laufenden Jahr begleitend zur Wärmeplanung ausgerichtet werden und freuen uns auf den Austausch.
Die kommunale Wärmeplanung wird von Herrn Nico Lörsch, Projektleiter Stadtentwicklung, aus der Stadtverwaltung betreut. Bei Fragen können Sie sich gerne an ihn wenden:
Kontakt:
Nico Lörsch
Telefon: (0 62 41) 8 53 - 61 26
E-Mail: wrmwndwrmsd