
Der Festplatz und das Rheinufer sollen in den kommenden Jahren in den Fokus der Stadtentwicklung rücken. Die Stadt möchte sich damit dem Bereich des Rheinufers widmen, der für die Stadt Worms den einzigen für Erholung, Freizeit und touristische Zwecke verfügbaren Uferbereich in räumlicher Nähe zur Innenstadt darstellt. Hierfür stellt die Stadt Worms aktuell einen neuen Rahmenplan auf. Nach Abstimmung mit verschiedenen Fachgremien soll der Rahmenplanentwurf nun den Bürgerinnen und Bürgern zur Diskussion gestellt werden. Dazu fand am 29. September 2026 eine Bürgerinformationsveranstaltung zum bisherigen Stand der Ausarbeitung statt. An drei Thementischen wurden der Rahmenplanentwurf und die darin vorgeschlagenen Maßnahmen diskutiert.
Im Rahmen einer Onlinebeteiligung können Sie sich auf dieser Seite über die Inhalte des Rahmenplans informieren sowie uns Ihre Meinungen und Anregungen zu den im Rahmenplan vorgeschlagenen Maßnahmen und Projekte mitteilen. Die entsprechenden Links zum Herunterladen der Pläne finden Sie weiter unten auf der Seite, ebenso wie die Kontaktadresse für Ihre Rückmeldungen:
Digital unter bltplnngwrmsd
oder postalisch: Stadt Worms, 6.1 Stadtplanung und Bauaufsicht, Marktplatz 2, 67547 Worms

Das Areal ist die Schnittstelle zwischen Stadt und Rhein, dessen Ufer ansonsten in großen Teilen von Gewerbe und Industrie geprägt ist. Das zeugt von der hohen Bedeutung des Areals mit seinen Hafenanlagen als wichtiger Industriestandort und trimodaler Umschlagplatz. Hier treffen Binnenschifffahrt, LKW- und Güterzugverkehr aufeinander. Die Hafenanlagen sind damit ein wesentlicher Standortfaktor für Wirtschaftsansiedlungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Worms. Mit der B9 ist das Gebiet die östliche Stadteinfahrt. Der Nibelungenturm als weithin sichtbares Wahrzeichen ist der Stadteingang von Worms aus hessischer Richtung. Am Festplatz treffen auch zwei überregionale Radrouten aufeinander. An diesem Ort präsentiert sich die Stadt Worms den Ankommenden. Besucher und Touristen bekommen hier den ersten Eindruck von Worms. Dem Festplatzareal und dem Rheinufer kommt somit eine besondere touristische Bedeutung zu. Sie sind Ziel für Ausflüge von Besuchern und Einwohnern, ein wichtiger Freiraum für Naherholung und die Rheinuferpromenade wartet mit gastronomischen Angeboten auf. Der Festplatz ist zudem Ort für überregional bekannte Großveranstaltungen wie beispielsweise der Pfingstmarkt oder das Backfischfest, die jährlich Zehntausende Besucher anlocken. Als „Kisselwiese“ ist dieser Ort von jeher Standort für Volksfeste und Veranstaltungen und hat dementsprechend eine lange Tradition. Aus diesem Grund ist das Gebiet für die Stadt als Anziehungspunkt im Sinne einer positiven und nachhaltigen Stadtentwicklung von hohem Stellenwert.

Schon im Jahr 2004 gab es einen Rahmenplan für das Rheinufer Worms. Ziel war eine umfassende Neugestaltung des Rheinufers und des nahegelegenen Festplatzes. Dies geschah auch im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bundesstraße B9, dem Bau der zweiten Rheinbrücke, einer geänderten Verkehrsführung, der Behandlung der Hochwasserproblematik und der potenziellen Durchführung einer Landesgartenschau in diesem Bereich.
Die Bewerbung um die Landesgartenschau war seinerzeit leider nicht erfolgreich. Trotzdem wurden von den damals im Rahmenplan beschlossenen Aufwertungsmaßnahmen einige umgesetzt und werden heute überwiegend positiv bewertet. Manche Planinhalte sind jedoch inzwischen zu hinterfragen oder wurden aus verschiedenen Gründen bis heute nicht umgesetzt beziehungsweise gestrichen. Der Ausbau der B9 brachte weitreichende Veränderungen am östlichen Stadteingang mit sich. Das betraf neben den deutlich höheren Flächenbedarf für die reinen Verkehrsflächen insbesondere die Verlagerung und Neugestaltung des Festplatzes, die Verlagerung einer Sportfläche, Hochwasserschutzmaßnahmen, aber auch Anpassungen der Zuwegungen (Unterführung der B9, Fuß- und Radbrücke über die B9) oder neue Plätze an den neu entstandenen Schnittstellen zur Stadt.
Aus mittlerweile geänderten Handlungserfordernissen und der verbesserungswürdigen stadträumlichen und städtebaulichen Situation ergibt sich die Notwendigkeit zur Fortschreibung und Weiterentwicklung des Rahmenplans. Nach wie vor werden große Teile, insbesondere des Festplatzareals, in ihrer Nutzung und Ausgestaltung dem Ort und der Bedeutung im Stadtgefüge nicht gerecht. Zu dieser Einschätzung kam bereits der Rahmenplan aus dem Jahr 2004 und verwies auf die geringe Nutzung der Flächen und fehlende Anziehungspunkte für Besucher. Vor aktuellem Hintergrund ergeben sich zusätzliche Herausforderungen wie die Anpassung an den Klimawandel, geänderte Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen, der Umgang mit den Auswirkungen des Ausbaus der B9 oder auch die direkte Nachbarschaft zu den Industriehäfen. Von besonderer Bedeutung sind in unmittelbarer Nähe zum Rhein zudem der Hochwasserschutz und die Lage im Überschwemmungsgebiet.
„Das Festplatzareal und Rheinufer ist (zukünftig) ein attraktiver und innerstädtischer Grünraum und Naherholungsbereich mit hohem Freizeitwert, der zudem Ort für überregionale Veranstaltungen ist und ein touristisches Ziel darstellt. Die direkt angrenzenden Hafenanlagen sind aber auch weiterhin ein wichtiger Wirtschaftsstandort und trimodaler Umschlagplatz. In der unmittelbaren Lage am Rhein bleibt das Areal Überschwemmungsbereich und bedarf besonderer Maßnahmen zum Hochwasserschutz.“
Statt einzelner, isolierter Nutzungen soll ein zusammenhängender Freiraum entstehen, der dauerhaft viele Nutzungsangebote bietet und einheitlich gestaltet ist. Das betrifft auch die Oberflächen, Stadtmöbel, Schilder und Hinweistafeln. Originalität, ein Bezug zum Rhein, Stadtgeschichte und Kultur sollen Wiedererkennung schaffen. Ziel ist, den Festplatz, das Rheinufer und die Verbindung zur Innenstadt zu einem großen Grün- und Freiraum zu gestalten, der viel Aufenthaltsqualität bietet. Und das, ohne die benachbarten Hafennutzungen einzuschränken. Zusätzliche Freiraumnutzungen sollen den Bereich aufwerten, neue Attraktionen und Zielorte schaffen.
Der zur Diskussion stehende Rahmenplanentwurf rückt daher insbesondere den Freiraum ins Zentrum der zukünftigen Entwicklung. Aber auch Neubauten könnten zukünftig die bestehenden Nutzungen ergänzen. Außerdem denkt der neue Rahmenplan über eine Erweiterung des Rheinufers nach Süden nach. Brücken könnten den Winterhafen und die Wassersportvereine am Floßhafen anbinden. Damit würden Gastronomie, Freizeitangebote und wichtige Freiflächen besser miteinander verbunden und in einen gestalterischen Zusammenhang gebracht. Außerdem sichert sich die Stadt so stadträumlich wichtige Bereiche für eine langfristige zukünftige Weiterentwicklung.

Im neuen Rahmenplan Rheinufer Worms werden zahlreiche Handlungsfelder, Orte und Maßnahmen für eine Aufwertung und Umgestaltung vorgeschlagen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen dienen sowohl der Festigung, Aufwertung und Weiterentwicklung bestehender, erhaltenswerter Strukturen, als auch der Schaffung neuer Angebote. Der neue Rahmenplan kümmert sich beispielsweise um die Aufwertung bestehender Zuwegungen auf das Festplatzgelände, liefert Anregungen und Ideen für zusätzliche Nutzungsangebote (auch für bisher wenig attraktive Bereiche), versucht die Aufenthaltsqualität für Anwohner, Besucher und Touristen zu steigern und das Erscheinungsbild rund um das Rheinufer zu verbessern. Außerdem bietet er Ansätze für neue, zukünftige Attraktionen, bauliche Entwicklungen und Visionen für die Zukunft. Einige der Ideen lassen sich eher kurzfristig und mit wenigen Eingriffen oder unter Einbeziehung der Bevölkerung umsetzen, andere beinhalten einen jahrelangen Planungs- und Abstimmungsprozess.

Die bisher erarbeiteten Ideen und Maßnahmen stellen den Zwischenstand zur Fortschreibung des Rahmenplans Rheinufer dar, der in der hier vorliegenden Form sowohl dem Bauausschuss, dem Stadtrat als auch Ihnen als Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Worms zur Diskussion gestellt wird.
Geben Sie uns zum Rahmenplanentwurf und den darin vorgeschlagenen Maßnahmen Ihre Rückmeldung. Meinungen, Anregungen und weitere Vorschläge sind uns gerne willkommen. Nutzen Sie die Möglichkeit zur Beteiligung und bringen Sie sich in die geplante Aufwertung und Neugestaltung des Festplatzareals und des Rheinufers ein!
Zeitraum der Online-Bürgerbeteiligung: 30.09.2026 bis 04.11.2026
Digital unter bltplnngwrmsd
oder postalisch: Stadt Worms, 6.1 Stadtplanung und Bauaufsicht, Marktplatz 2, 67547 Worms
Miriam Jasmine Blüm
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