"Zensus 2011" in der Stadt Worms

Eine Inventur für das ganze Land

Im Jahr 2011 fanden europaweit Volks-, Gebäude- und Wohnungszählungen statt. Auch Deutschland beteiligte sich in Form eines registergestützen „Zensus 2011“.

 
 
 

Zensus abgeschlossen

Die bei der Stadtverwaltung Worms zur Durchführung des Zensus 2011 seit dem 15. November 2010 eingerichtete Zensus-Erhebungsstelle wurde gemäß § 3 Absatz 5 des Landesgesetzes zur Ausführung des Zensusgesetzes 2011 vom 28. September 2010 (GVBl. S. 269) nach Erledigung ihrer Aufgaben und im Einvernehmen mit dem Statistischen Landesamt in Bad Ems mit Wirkung vom 30. Juni 2012 aufgelöst.

Zensus abgeschlossen

 
 
 
 

Was ist der Zensus?

Der „Zensus“ ist eine Volkszählung. Durchgeführt wird sie von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder. Beim Zensus 2011 kam in Deutschland erstmals eine neue Methode zum Einsatz. Dabei wurde auf vorhandene Daten in Registern zurück gegriffen. Die Mehrheit der Bevölkerung musste dadurch keine Auskunft geben. Lediglich ein Teil wurde ausgewählt und zusätzlich mittels Fragebogen direkt befragt.

 

Warum ist der Zensus so wichtig?

Die letzte Volkszählung in Deutschland fand 1987 in den alten Bundesländern und 1981 in der damaligen DDR statt. Die damals erhobenen Daten sind, gerade im Hinblick auf die Wiedervereinigung, stark veraltet. Sie mussten auf den neuesten Stand gebracht werden – für eine zukunftsorientierte Politik und Planung.

Die amtlichen Einwohnerzahlen etwa sind eine wichtige Bemessungsgrundlage, zum Beispiel für den Finanzausgleich zwischen den Bundesländern oder die Einteilung von Wahlkreisen und Stimmbezirken.

Mit dem „Zensus 2011“ wurden weitere Daten abgefragt, etwa über Wohnraum, Bildung und Berufstätigkeit, und mit den Einwohnerzahlen verknüpft. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Planung, Entscheidung und Kontrolle einer Vielzahl von politischen Maßnahmen, wie beispielsweise der Planung von Kindertagesstätten und Schulen, Krankenhäuser und Seniorenheime, Verkehrsinfrastrukturen, Sozialleistungen oder der Abschätzung des Wohnungsbedarfs.

 

Wer wurde befragt?

In Rheinland-Pfalz wurde im Rahmen einer Stichprobe etwa ein Drittel der Bevölkerung direkt befragt, es bestand Auskunftspflicht:

  • Bürgerinnen und Bürger (550 000 Personen) – Befragung durch Interviewer 
  • alle Gebäude- und Wohnungseigentümer (ca. 1,1 Millionen) – per Post oder Internet 
  • Bewohner/innen in Gemeinschaftsunterkünften (rd. 2000 Einrichtungen) – Befragung durch Interviewer


Wie wurde befragt?

Um die Belastung der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, wurde in Deutschland ein registergestützes Zensusmodell angewandt. Dabei wurden auf die Daten in den Melderegistern der Kommunen, den Registern der Bundesagentur für Arbeit sowie den Registern der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zurück gegriffen.

Zusätzlich wurden Stichproben in Privathaushalten erhoben – beim Zensus 2011 wurden rund 13 % der rheinland-pfälzischen Bevölkerung ausgewählt und zusätzlich befragt. Dies sollte zum einen der Qualitätssicherung der Daten aus den Registern dienen, zum anderen wurden weitere Informationen abgefragt, die nicht aus den Registern gewonnen werden können (zum Beispiel Bildungsstand, berufliche Selbstständigkeit). Darüber hinaus erfolgten Befragungen an rund 2000 Sonderanschriften, wie Studentenwohnheime, Alten- und Pflegeheime oder Justizvollzugsanstalten.

Die Befragung erfolgte durch speziell geschulte Interviewer/innen nach Voranmeldung. Sie halfen auch beim Ausfüllen der Fragebogen. Die Interviewer/innen wurden verpflichtet, das Statistikgeheimnis zu wahren. Sie wurden von der Erhebungsstelle vor Ort auf ihre Aufgabe vorbereitet und betreut. Befragte konnten ihre Angaben aber auch per Post oder online senden.

Befragt wurden außerdem alle Eigentümer/innen von Gebäuden und Wohnungen. Erhoben wurden unter anderem Gebäudetyp, Ausstattung, Wohnfläche und Baujahr. Diese Befragung fand per Post oder Internet statt.

Alle aus den Registern und Befragungen gewonnenen Daten wurden zu anonymisierten Datensätzen zusammengeführt und in einer Auswertungsdatenbank gespeichert.

 

Wann wurd der Zensus durchgeführt?

Zensusstichtag war der 9. Mai 2011. Ab diesem Zeitpunkt waren deutschlandweit ca. 80.000 Interviewer/innen unterwegs, um die Befragungen durchzuführen. Alle gemachten Angaben sollten sich auf diesen Stichtag beziehen, auch wenn der Fragebogen erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgefüllt wird. 

 

Was war die Aufgabe der Erhebungsstelle

Die Erhebungsstelle führte die Befragungen in privaten Haushalten sowie in Wohnheimen (z.B. für Studenten-, Senioren- und Behinderte) durch. Sie plante und organisiert den Einsatz der Interviewer/innen vor Ort und übernahm deren Schulung. Außerdem trug sie Sorge dafür, dass die ausgefüllten Fragebögen von den Auskunftspflichtigen rechtzeitig und vollständig eingingen. Dafür nahm man auch telefonisch oder schriftlich Kontakt zur Bevölkerung auf.

 

Wo findet man die Ergebnisse der Zählung?

Die Ergebnisse des Zensus 2011 können online abgerufen werden unter www.zensus2011.de.


Datenschutz

Beim Zensus 2011 hat Datenschutz und Statistikgeheimnis - wie bei anderen Erhebungen in der amtlichen Statistik - höchste Priorität. Die Angaben der Bürger/innen unterliegen der strikten Geheimhaltung und dienen ausschließlich zu statistischen Zwecken. Eine Weitergabe an Dritte war untersagt. Hilfsmerkmale wie Name und Anschrift dienten zunächst der Zusammenführung von Einzeldaten aus unterschiedlichen Quellen. Daraus wurde ein anonymisierter Datensatz erstellt. Die Fragebogen werden vernichtet, personenbezogene Daten (z.B. Name und Anschrift) gelöscht.

Gesetzliche Grundlage

Die Durchführung des „Zensus 2011“ wird durch folgende Rechtsvorschriften geregelt:

  • Europäische Verordnung zur Volkszählung 2011 
  • Zensusvorbereitungsgesetz 2011 
  • Zensusgesetz 2011 
  • Strichprobenverordnung Zensusgesetz 2011 
  • sowie Bestimmungen auf Länderebene


 
 

Mehr über den Zensus

Umfassende Informationen über den Zensus 2011, etwa die Methode der Erhebung, Datenschutz, Rechtsgrundlagen, dazu Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs) und vieles mehr, bieten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder im Internet unter
www.zensus2011.de