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Die astronomische Rathausuhr

Gleich fünf Uhren schlagen auf unserem Rathausturm am Marktplatz. Die prächtigste von Ihnen zieht mit ihrer blauen Himmelsscheibe, goldenen Zeigern und Symbolen die Blicke auf sich. Sie verrät nicht nur die Uhrzeit, sondern gibt auch Auskunft über den aktuellen Monat samt Tierkreiszeichen und Mondphase und wann mit der nächsten Mond- und Sonnenfinsternis zu rechnen ist.

Vier "normale" Uhren, in jeder Himmelsrichtung eine, befinden sich oben am Rathausturm, darunter gibt die prächtig gestaltete, astronomische Uhr Auskunft über Mondphase, Tierkreiszeichen und eine zu erwartende Sonnen- oder Mondfinsternis 
Vier "normale" Uhren, in jeder Himmelsrichtung eine, befinden sich oben am Rathausturm, darunter gibt die prächtig gestaltete, astronomische Uhr Auskunft über Mondphase, Tierkreiszeichen und eine zu erwartende Sonnen- oder Mondfinsternis

Die Uhren am Wormser Rathausturm

Hergestellt von der Turmuhrenfabrik Korfhage in Buer bei Osnabrück, nach dem künstlerischen Zifferblatt-Entwurf von Richard Stumm.

Im Jahre 1958 wurde der damalige Rathaus-Neubau am Marktplatz fertig gestellt. Seitdem schlagen am Turm über dem Hauptportal gleich fünf Uhren. An der achteckicken Spitze zeigen zu allen vier Himmelsrichtungen goldene Zeiger auf schwarzen Ziffernblättern die Uhrzeit an. Darunter, auf dem Turmsockel zum Marktplatz hin, lenkt das imposante Ziffernblatt der astronomischen Uhr die Blicke auf sich.

Alle fünf Uhren werden von ein und derselben "Mutteruhr" gelenkt, die im Turminneren angebracht ist, sozusagen das Herz der gesamten Anlage. Zweimal täglich, nämlich morgens und abends jeweils um sieben Uhr, führt die "Mutteruhr" der astronomischen Uhr einen Stromimpuls zu, der ein Anrucken der Zeiger bewirkt. Vom Marktplatz aus dürfte dieser Vorgang mit bloßem Auge jedoch nicht zu erkennen sein. Auch an eisiges Winterwetter hat man gedacht: Um ein eventuelles Einfrieren des Getriebes zu verhindern, kann eine am Werk angebrachte elektrische Heizröhre von Hand eingeschaltet werden.

Konstruiert und geliefert wurden die Rathausuhren von der Turmuhrenfabrik Korfhage in Buer bei Osnabrück in Westfalen, der gleichen Firma, die auch die Uhr und das Glockenspiel der benachbarten Dreifaltigkeitskirche lieferte. Der künstlerische Entwurf des Zifferblatts der Astornomischen Uhr stammt von Richard Stumm.

 
Erstrahlt in neuem Glanz: die astronomische Uhr am 13.07.2009. 
Erstrahlt in neuem Glanz: die astronomische Uhr am 13.07.2009.

Astronomische Uhr erstrahlt in neuem Glanz

Mitte 2009 wurde die aufgrund der Witterung stark beschädigte astronomische Uhr durch den Entsorgungs- und Baubetrieb unter Bauleitung des Gebäudebewirtschaftungsbetriebes der Stadt gesäubert, von Rost befreit und frisch lackiert.

Drei Meter beträgt der Durchmesser der Uhr, die nicht nur die Zeit anzeigt, sondern auch den jeweiligen Monat abbildet. "In den Nachmittagsstunden, wenn die Uhr von der Sonne angestrahlt wird, funkelt sie besonders schön", ist der Tipp der Bauleiterin für die ideale Zeit um sich die Uhr am Rathausturm anzuschauen.

 
 
 
 

Erläuterungen zur astronomischen Uhr

Die astronomische Rathausuhr, Stand am 4. Juni 1959. 
Die astronomische Rathausuhr, Stand am 4. Juni 1959.

Wie drehen sich die Zeiger?

Sonnen- und Mondzeiger der astronomischen Uhr bewegen sich in Uhrzeigerrichtung. Der Sonnenzeiger braucht zu einer Umdrehung ein Jahr, der Mondzeiger 27 Tage. 

Der Drachenzeiger läuft entgegen dem Uhrzeigersinn in 18 Jahren einmal herum.

 
Die Mondscheiben zeigen die Mondphasen an. 
Die Mondscheiben zeigen die Mondphasen an.

Was zeigen die Mondscheiben an?

Hinter dem blauen Sternenhimmel im Mittelkreis der Uhr dreht sich ein blaues Rad, auf dem einander genau gegenüber zwei Vollmondscheiben dargestellt sind. Eine größere Öffnung oben im Mittelkreis gibt eine dieser Mondscheiben gerade soweit frei, was es der Mondphase entspricht. Die andere Mondscheibe ist ganz verdeckt. Bei Neumond verschwindet die erste Scheibe rechts, und am nächsten Tag kommt die zweite links als Sichel zum Vorschein, um zwei Wochen später die vollständige Rundung des Vollmondes zu zeigen.

 

Was kann man auf der Uhr ablesen?

 
Der Sonnenzeiger. 
Der Sonnenzeiger.

Der Sonnenzeiger weist auf das Datum des betreffenden Tages und das Tierkreiszeichen, in dem die Sonne von der Erde aus gesehen gerade erscheint. Da die Zeichen für die Monate des Winterhalbjahres in der unteren und die des Sommerhalbjahres in der oberen Hälfte der Uhr angebracht sind, kennzeichnet der Sonnenzeiger gleichzeitig die Mittagshöhe der Sonne.

 
Der Mondzeiger. 
Der Mondzeiger.

Der Mondzeiger gibt durch das Tierkreiszeichen den Ort des Mondes am Himmel an und durch den Winkel, den er mit dem Sonnenzeiger bildete, auch die Mondphase. Stehen beide Zeiger übereinander, so ist Neumond, stehen sie einander gegenüber, so ist Vollmond. Bei Halbmond bilden die Zeiger einen rechten Winkel. Läuft der Mondzeiger in seiner Rechtsdrehung dem Sonnenzeiger voraus, dann sehen wir den zunehmenden Mond am Abendhimmel, nach Vollmond finden wir ihn abnehmend am Morgenhimmel. Ebenso wie bei der Mittagshöhe der Sonne steigt der Mond am Himmel um so höher, je mehr der Mondzeiger auf die Uhr nach oben zeigt. Die Mondphasen lassen sich auch unmittelbar im Mittelkreis der Uhr ablesen.

 
Der Drachenzeiger. 
Der Drachenzeiger.

Der Drachenzeiger deutet mit Kopf und Schwanz auf die beiden Knoten der Mondbahn, das sind ihre Schnittpunkte mit der Erdbahnebene. Nur wenn der Mond dort steht, können Finsternisse eintreten. Deshalb lässt sich aus der Stellung des Drachenzeigers zu den beiden anderen Zeigern ablesen, wann Sonnen- und Mondfinsternisse stattfinden. Überschreitet der Sonnenzeiger in seinem Jahreslauf zum Beispiel den Drachenkopf, dann entsteht bei Neumond eine Sonnenfinsternis und bei Vollmond eine Mondfinsternis. Meistens ereignet sich dabei im Abstand von 14 Tagen je eine solche Finsternis. Gelegentlich gibt es nur eine Sonnenfinsternis, manchmal auch eine Mondfinsternis zwischen zwei Sonnenfinsternissen. Die nächste Finsternis tritt dann erst ein halbes Jahr später ein, wenn der Sonnenzeiger über dem Drachenschwanz steht (in Deutschland ist allerdings nur ein kleiner Teil dieser Finsternis sichtbar).

 
 
 
 

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