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Der Ibersheimer Streit und der Papst

Weil es dauerhafte Streitigkeiten um die Nutzung kirchliche Besitztümer in Ibersheim gab, schaltete sich schließlich der Papst ein. Aber erst Geldnot beendete die Rankerei, die sich über Jahrhundete hinzog.

Hatte Besitztümer in Ibersheim: das Wormser Paulusstift (Foto: R. Uhrig) 
Hatte Besitztümer in Ibersheim: das Wormser Paulusstift (Foto: R. Uhrig)
Schaltete sich in den Ibersheimer Streit ein: Papst Bonifazius VIII. (hier seine Grabstatue) 
Schaltete sich in den Ibersheimer Streit ein: Papst Bonifazius VIII. (hier seine Grabstatue)

Geldnot beendet Streit

Das Sankt Paul-Stift zu Worms hatte in Ibersheim von ca. 1020 bis 1603 Besitztümer. In diesen 580 Jahren war gleichzeitig auch der Deutsche Orden von 1285 bis 1465 begütert. Es gab für jeden bestimmte Privilegien und auch gemeinsame Nutzungsrechte. Oft konnten sich beide Grundherren nicht einigen, sodass Streitereien unter den christlichen Brüdern nicht ausblieben. Ihrem obersten Dienstherrn im fernen Rom war dies nicht verborgen geblieben.

Papst Bonifatius VIII. (* um 1235 in Anagni; + 11. Oktober 1303 in Rom) war wegen seiner überragenden Fähigkeiten und Intelligenz bekannt. Er soll sich um vieles gekümmert haben - so auch um die Ibersheimer Streitigkeiten.

Im Urkundenbuch zur Geschichte des Deutschen Ordens wird die Urkunde 342 in Deutsch wie folgt beschrieben:

Lateran, 7. Januar 1299
Papst Bonifaz VIII. überträgt dem Dechant des Stifts zu Xanten die Entscheidung in der Streitsache zwischen dem Deutschen Haus zu Coblenz und dem Sanct Paul-Stift zu Worms.

Wenn in dieser Urkunde nicht ausdrücklich Ibersheim genannt wurde, so erkennt ein Heimatforscher jedoch die Zusammenhänge. Der Auftrag des Papstes an den Dechanten von Xanten löste leider nicht die Probleme, wie in Urkunden vom 17. März und 30. Mai 1299, sowie in einer Urkunde vom 24. Mai 1315 belegt werden kann.

Erst als der Deutsche Orden nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg Geld brauchte, musste die Ballei Koblenz ihren restlichen Besitz der Kommende Ibersheim 22. Juli 1465 an Landgraf Hesso von Leiningen verkaufen. Erst dadurch wurden die sich streitenden Parteien nach 180 Jahren getrennt.

17. März 1299 (Dt. Orden, Urk. 344)
Der Offizial von Sanct Paul zu Worms befiehlt dem Pfarrer von Ibersheim, den Comthur und die Brüder des Deutschen Ordens daselbst, sowie die andern dortigen Wiesenbesitzer von der Kanzel wiederholt zu ermahnen, dem genannten Stift den schuldigen Heuzehnten zu entrichten.

30. Mai 1299 (Dt. Orden, Urk. 345)
Der Offizial von Sanct Paul zu Worms transsumirt ein Klaglibell gegen das Deutsche Haus von Ibersheim und kündigt an, dass er am 15. Juni darüber entscheiden werde.

24. Mai 1315 (Dt. Orden, Urk. 398)
Winrich von Basweiler, Comthur des Deutschen Hauses von Coblenz und die Deutschordensbrüder, lassen durch Schiedsrichter von Mainz, Worms und Oppenheim über die Streitigkeiten mit dem Paulstift zu Worms eine Übereinkunft treffen.

Der Ibersheimer Streit zwischen dem Deutschen Orden und St. Paul dauerte Jahrhunderte.

 

Linktipp

Danke

Wir danken Herrn Edmund Ritscher, dass er uns diesen Text zur Verfügung stellt.

 
 
 
 

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