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Das Nibelungenlied sorgt für emotionale Verbindung

Was Literatur in schweren Zeiten zu schaffen vermag, zeigt uns diese Geschichte: Durch das Nibelungenlied fühlten sich im zweiten Weltkrieg zwei Männer, der jüngere von beiden ein Wormser Lehrer, im fernen Russland einander verbunden. Einem Schwur ist es zu verdanken, dass er seinen Schülern eben diese Sage näher brachte. Der Heimatforscher Edmund Ritscher erzählt uns davon:

Nibelungenbrunnen 
Nibelungenbrunnen

Ein Schwur fernab der Heimat

Damals, in der Städtischen Handelsschule in den 1950er Jahren, gab es einen Lehrer für Literaturgeschichte, Studienrat Jörg. Dieser hatte als junger Soldat im Zweiten Weltkrieg im fernen Russland, mehr als 1000 Kilometer weit von Worms entfernt, einen älteren Herrn kennen gelernt, der das Nibelungenlied auch kannte! Das war für beide ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. Beide konnten sich in diesem schrecklichen Krieg durch das Nibelungenlied auf dieser großen Entfernung verbunden fühlen.

Danach schworen sich der junge Soldat und Lehrer: Wenn ich aus diesem Krieg überhaupt wieder nach Hause komme, in meine Heimatstadt Worms, und dort noch als Lehrer angestellt werde, dann müssen alle meine Wormser Schüler das Nibelungenlied auch kennen lernen, wie der alte Mann im fernen Russland. Das hatten später die Schüler sofort eingesehen, dass dies eine Pflicht als Wormser ist und lasen zuhause das lange sagenhafte Nationalepos, das zum großen Teil in ihrer Heimatstadt Worms spielt.

 

Auch nach Jahrzehnten erinnert man sich als ehemaliger Schüler an das Erlebnis des Lehrers und seines Schwurs. In seinem Sinne wird der nachfolgenden Generation das wichtigste literarische Erzeugnis über Worms empfohlen. Mit einer einprägenden bildlichen Darstellung soll mitgeholfen werden Interesse an diesem Wissensstoff zu wecken, sodass damit eine historische Grundlage für all das vorhanden ist, was es zu den Nibelungen sonst noch in vielfältiger Weise in Worms gibt.

Die Städtische Handelsschule hatte in den 1950er Jahren je zwei Klassen in der Unter- und Oberstufe. Dort konnte man die Mittlere Reife erlangen. Der Unterricht fand in dem Gebäude am Karlsplatz hinter dem Wasserturm statt, heute Eleonoren-Gymnasium.

Mit den vorangegangenen Beiträgen "Wo liegt der sagenhafte Nibelungenschatz?" (mit einer Karte, die den alten und neuen Rheinlauf in fränkischer Zeit darstellen soll) und "Die Ahnentafel der Nibelungen" (mit einer Verwandtschaftstafel und den Helden aus den beiden Heerlagern), hat der Autor versucht, der Verpflichtung im Sinne seines Lehrers in Literaturgeschichte, gerecht zu werden.

 

Danke

Ein Beitrag von Edmund Ritscher. Unseren herzlichen Dank dafür!

 
 
 

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