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Das Geheimnis des Wormser "Stadtheiligen"

Als Schüler in dem Mainzer Vorort Weisenau wurde mir die Stadt Worms sehr früh bekannt durch die Nibelungengeschichte, Luthers Auftritt vor Kaiser Karl V. und die Stadtzerstörung 1689. Später kam ich aus beruflichen Gründen hin und wieder in die Stadt, immer dann, wenn an der Nibelungenbrücke größere Sanierungsarbeiten auszuschreiben waren.

Bischof Burchard

Nicht nur in Worms Großes geleistet

Bei diesen Dienstreisen besichtigte ich manchmal zum Abschluss eines der sehenswürdigen alten Bauwerke. Den wunderschönen Dom auch öfter.

Im Heylshofpark sah ich dann auch die Wandmosaiken mit den bedeutenden Wormser Bischöfen und las zum ersten Mal den Namen Burchard I. Unter dem Namen konnte ich mir damals nicht viel vorstellen. Jahre später bin ich dann von Mainz nach Worms umgezogen, weil das Land sparen musste und zwei seiner Bauämter in Worms zusammengelegt hatte.

Die Stadt war mir nicht fremd und mein Arbeitsplatz war gegenüber vom Südportal des Domes. Eine bessere Lage hätte ich mir nicht wünschen können. 2003 ging ich in den Ruhestand und meine Frau und ich blieben in Worms.

Was macht nun ein Ruheständler, der sich schon immer für Geschichte interessiert hat? Richtig, er begibt sich auf Spurensuche nach seinen Vorfahren und er erforscht die Geschichte seiner Heimatgemeinde. Beides war eine aufregende und äußerst spannende Angelegenheit mit vielen Höhepunkten. Einer davon war die Entdeckung des ehemaligen Probstes vom Weisenauer Victorstift. Burchard war vom Mainzer Erzbischof Willigis in den 90er Jahren vor der ersten Jahrtausendwende mit dem Aufbau des Kollegiatstiftes vor den Toren der Stadt Mainz beauftragt worden und hatte gute Arbeit geleistet.

Als er für höhere Aufgaben nach Worms berufen wurde, ließ er in Weisenau ein blühendes christliches Gemeinwesen zurück, um den Wormsern ihren ersten Dom zu bauen. Der jetzige Wormser Dom ist zwar nicht mehr das Original, aber der Nachbau wurde auf den Fundamenten des Burcharddomes errichtet. Und Burchard wird in Worms in hohen Ehren gehalten. Sogar eine Bronzefigur vor dem Südportal erinnert an ihn. In Weisenau ist er fast vollständig in Vergessenheit geraten. Nur an das ehemalige Viktorstift, dessen Gebäudereste bereits im Dreißigjährigen Krieg vollständig beseitigt wurden, erinnert noch ein Straßenname.

Ich freue mich immer, wenn ich bei einem Spaziergang zum Dom, diesem „alten Weisenauer“ begegne, ihn auch bei Verwandtenbesuchen als Überraschung präsentieren kann.

Worms, im Januar 2013
Norbert Falkenhage

 
 
 

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