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Menschenrechtsarbeit in Worms

Am 2. Mai 2007 hat der Wormser Stadtrat einstimmig beschlossen, rechts- und linksextremen Aktivitäten durch eine Präventionsstrategie entgegen zu wirken (Stadtratsbeschluss). Zur Umsetzung des Stadtratsbeschlusses soll auch die Information über Veranstaltungen in diesem Themenbereich beitragen.

 
 
 
Aufkleber wir sind gastfreundlich

Vielfalt Worms

Fremdenfeindlichkeit ist nicht exklusiv bei Nazis zu finden, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Mit der "Bierdeckel-Aktion" möchte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Worms einen Beitrag zu einer positiveren, gastfreundlichen Atmosphäre leisten. Und wo kann ein aufgeschlossener und respektvoller Umgang untereinander besser gelebt werden, als in den Kneipen, Bars und Restaurants in unserer Stadt?

mehr über die Aktion "Worms ist gastfreundlich"

 
 
 
 
Ein Kranz zum Gedenken an die Opfer 
Ein Kranz zum Gedenken an die Opfer

Vielseitige Aktionen

Alljährlich legt der Wormser Oberbürgermeister am "Mahnmal für die Opfer des Faschismus" in einer öffentlichen Gedenkveranstaltung einen Kranz nieder. Mehrfach wurden in den letzten Jahren damit Veranstaltungen verbunden, bei denen Zeitzeugen berichteten und amnesty international über aktuelle Menschenrechtsfragen informierte. 

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Stadt Worms sich in Menschenrechtsfragen immer wieder engagiert. So sind zum Beispiel Publikationen entstanden wie "Auf den Spuren des Nationalsozialismus in Worms" (Worms-Verlag) oder Dokumentationen zum Schicksal der Wormser Juden 1933-45 sowie zum Schicksal der Zwangsarbeiter in Worms (Stadtarchiv Worms). 

Die Stadt Worms ist seit Jahren Mitglied im Förderverein Projekt Osthofen, der die Gedenk- und Erinnerungsarbeit in diesem ehemaligen Konzentrationslager (1933/34) vor den Toren der Stadt angestoßen hat und gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung gestaltet. 

Die Veranstaltungen im Bereich Interkultur und die Jüdischen Kulturtage sind ebenso Teil dieser antirassistischen Stellungnahme.

 
 
 
 

Gedenktage

27. Januar - Gedenktag zur Befreiung von Ausschwitz

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Ihnen bot sich ein Bild des Grauens. Auschwitz ist ein Synonym für den beispiellosen Völkermord der Nazi-Diktatur an europäischen Juden, Sinti und Roma und für die Ermordung Oppositioneller, Homosexueller und Behinderter. 

Diesem Tag sowie den Opfern des Völkermordes durch das Naziregime zum Gedenken, legt der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel am 27. Januar vor dem Mahnmal am Lutherring einen Kranz nieder. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme herzlich eingeladen.

 
 
 

Gedenkstation Güterbahnhof

Am Güterbahnhof verließen drei große Gruppen Wormser Bürger ihre Heimatstadt, um in die Vernichtungslager deportiert zu werden. Am 16.5.1940 waren es 61 Sinti und am 19. März und am 14. September 1942 waren es 174 Mitbürger jüdischen Glaubens. Der Ort, an dem sie ein letztes Mal den Boden ihrer Heimatstadt berührten, sollte auch ein Ort des Gedenkens an das Schicksal dieser Mitbürger werden. Zur Schaffung einer "Gedenkstätte Güterbahnhof" hat der Förderverein Projekt Osthofen in Abstimmung mit Ideengeber Karl Saulheimer ein Spendenkonto eingerichtet: 

Kontonummer: 71 82 16 27
BLZ: 553 900 00.

Der Förderverein kann als anerkannt gemeinnütziger Verein Spendenquittungen ausstellen. Dafür sollte auf der Überweisung die Anschrift mitgeteilt werden.

 
 
 
Das "Mahnmal für die Opfer des Faschismus" am Otto Wels-Platz in Worms  
Das "Mahnmal für die Opfer des Faschismus" am Otto Wels-Platz in Worms

Mahnmal für die Opfer des Faschismus

Am 10. September 1950 wurde das "Mahnmal für die Opfer des Faschismus" in der Grünanlage am Lutherring eingeweiht. In seiner Eröffnungsrede ging der damalige Oberbürgermeister Heinrich Völker, der 1936 im Zug einer NS-Aktion gegen den sozialdemokratischen Widerstand verhaftet und zu Gefängnis verurteilt worden war, auf die Millionen Opfer der national-sozialistischen Gewaltherrschaft ganz im Sinn der Gedenktafel ein. 

Im März 2013 wurde der Platz am Mahnmal nach Otto Wels benannt. Otto Wels hielt für die SPD-Fraktion die letzte freie Rede im Reichstag, mutig und unbeeindruckt von den Schmähungen der NSDAP-Abgeordneten. Und er sprach einen Satz, der als Kern demonstrativen Mutes und aufrechter Entschlossenheit in die Geschichte eingegangen ist: „ Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!“

Verfolgung und Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus

Im Zuge der Wormser Gedenkarbeit sind mittlerweile umfangreiche Informationen zu Verfolgung und Widerstand in Worms zur Zeit des Nationalsozialismus zusammengetragen und im Stadtarchiv zugänglich gemacht worden. Weitere Recherchemöglichkeiten gibt es im Archiv der Gedenkstätte KZ Osthofen. 

In der im Worms-Verlag erschienenen Broschüre "Auf den Spuren des Nationalsozialismus in Worms" wird weiterhin berichtet vom Schmuggel illegaler Flugschriften auf dem Rhein durch den jungen Kommunisten Philipp Wahl, vom Mut der jüdischen Lehrerin Herta Mansbacher, die sich den Brandstiftern an der Synagoge entgegenstellte, vom Schicksal der Elisabeth Groß aus Neuhausen, die wegen einer ganz alltäglichen Kritik am System verraten und in Plötzensee hingerichtet wurde und vom in Neuhausen aufgewachsenen Schriftsteller Georg K. Glaser, der als französischer Soldat gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpfte. Dies sind nur einige Beispiele lokalen Widerstands, an die erinnert werden soll. 

Auf den Internetseiten der „Gedenkstätte DeutscherWiderstand“ in Berlin finden Sie Informationen von Georg Elser und seinem Attentat auf Hitler am 8.11.1939 bis hin zum Widerstand des 20.7.1944.

"60 Jahre Mahnmal" (Stadtnachricht aus dem Jahr 2010)

 

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