Scherenschnitt einer Menschenkette
Scherenschnitt einer Menschenkette

Wormser Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung

Selbstverständnis 

Als Wormser Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung benennen wir Rassismus und Diskriminierung als ein allgegenwärtiges gesamtgesellschaftliches Phänomen, das alle Menschen betrifft und somit nicht nur an den rechten Rändern unserer Gesellschaft zu finden ist. Wir widersprechen der Diskriminierung anderer Personen und sozialer Gruppen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, religiösen, politischen oder sonstigen weltanschaulichen Überzeugungen, ihrer Herkunft oder Identität, ihres Alters, ihrer sozialen Stellung oder ihres Geschlechts. Dabei orientieren wir uns an den Grund- und Menschenrechten, die für uns universell und unteilbar sind.

Rassismus wirkt auf allen Ebenen: Individuell, institutionell und strukturell und drückt sich beispielsweise in Vorurteilen, negativen Stereotypen, abwertenden Überzeugungen, Diskriminierungen und Feindseligkeiten aus. Diese sind zum Teil sehr subtil und für Nichtbetroffene kaum nachzuvollziehen. Viele Bereiche unserer Gesellschaft und unseres Alltags sind mittels rassistischer und diskriminierender Strukturen geordnet. Wie mit uns gesprochen wird, ob unser Anliegen ernst genommen wird, ob wir zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, ob wir eine Wohnung bekommen, all diese und weitere Dinge sind faktisch sehr wohl davon beeinflusst, welche Nationalität, Geschlecht oder Religion wir haben.

Das Netzwerk möchte ein Umdenken und Nachdenken anregen und aufzeigen, wie wichtig es ist, dass sich jede*r immer wieder mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzt und eigene Handlungsweisen und Einstellungen hinterfragt. Das Netzwerk sieht seine Arbeit als einen fortwährenden Prozess, der immer wieder neu angestoßen werden muss, um perspektivisch einen gesellschaftlichen Wandel zu erwirken. Wir setzen uns dafür ein, dass die Menschenrechte von allen Menschen respektiert und geschützt werden und möchten so zu mehr Zusammenhalt in Worms und Umgebung beitragen.

Mitglieder des Netzwerks

Das Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung besteht aus verschiedenen Wormser Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen.

Vorstellung der Mitglieder

Diakonisches Werk Rheinhessen

"Wir beraten, betreuen, begleiten und stärken Menschen in schwierigen Lebenssituationen, wenn die herkömmlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht mehr ausreichen, aktuelle Probleme und Fragen zu lösen. Dabei leiten uns das Recht auf Selbstbestimmung und der besondere Respekt vor der Kompetenz und der Verantwortung der betroffenen Menschen für ihr eigenes Leben.

Als wichtige soziale Akteurin in der Region vertreten wir die Überzeugung, dass alle Menschen die Fähigkeit haben, gesellschaftliche Entwicklungen mitzugestalten. So schaffen wir Orte der Begegnung und sichern den Rahmen für die Entwicklung guter Nachbarschaften und funktionierender Gemeinwesen.

Wir arbeiten zusammen mit unterschiedlichen Partner:innen, sind vielfach vernetzt in der Region sowie in Nachbarschaften, mit Kirchengemeinden und anderen Akteur:innen."

Bildungsbüro der Stadt Worms

"Das Bildungsbüro der Stadt Worms hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildungswege im Lebensverlauf zu verbessern, die Bildungschancen für aller Wormserinnen und Wormser zu erhöhen und die Bildungszugänge von Zugewanderten und Menschen in besonderen Risikolagen zu erleichtern. Hierzu gehört auch der Abbau von diskriminierenden Strukturen im Bildungsbereich. Unter bildung-worms.de finden Sie weitere Informationen.“

Demokratie Leben!

"Unsere Demokratie muss jeden Tag neu mit Leben gefüllt werden. Sie braucht Menschen, die demokratische Kultur leben, sie erhalten und gestalten. Um diese Menschen zu stärken, gibt es das Bundesprogramm "Demokratie leben!". Mit dem Programm fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2015 zivilgesellschaftliches Engagement für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander und die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft. Demokratie wird auf kommunaler Ebene, auf Landes- und auf Bundesebene gestaltet. Jeden Tag. Daher unterstützt das Bundesprogramm "Demokratie leben!" innovative Projekte und langfristiges Engagement auf allen drei Ebenen, insbesondere aber konkret vor Ort."

Caritas

Beirat für Migration und Integration Worms

"Die Aufgabe des Beirates für Migration und Integration ist es, die Interessen aller Migrantinnen und Migranten zu wahren und diese wirkungsvoll zu vertreten. Wir möchten Brücke und Verbindung sein für eine gemeinsame Zukunft aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Getreu unserem Motto:
„ Ich bin weder Ausländer; noch bin Ich Inländer. Ich bin Mensch." ( Naim Sharifi)."

AWO Haus der Generationen Remeyerhof

"Wir als Arbeiterwohlfahrt (AWO) streiten für eine demokratische Gesellschaft, in der Vielfalt gelebt wird und jede Person die gleichen Chancen erhält, unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe. Unser Engagement gilt der Förderung von Toleranz, Gleichberechtigung und einem respektvollen Miteinander. Gemeinsam arbeiten wir daran, Vorurteile abzubauen und eine gerechtere Welt für alle zu schaffen."

Helferkreis Asyl

"Der Helferkreis Asyl Worms e.V. bemüht sich, die Lebensverhältnisse der nach Worms geflüchteten Menschen zu verbessern, über Fluchtursachen aufzuklären, Empathie und Solidarität zu fördern. Hetze und strukturellem Rassismus gegen Geflüchtete treten wir auch im Alltag entgegen."

Mostafa Ben-Et-Taleb

"Aufgrund meiner hauptamtlichen sozialpädagogischen Tätigkeit im Sozialdienst des Sachgebietes Asyl und meiner ehrenamtlichen Arbeit im Kreis Bergstraße setzt mich für dieses Thema ein."

Beauftrage für Migration und Integration

"Migration ist keine Ausnahmesituation, sondern ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Vor diesem Hintergrund beschreibt der Begriff der „Integration“ für uns nicht die Anpassungsleistung einer Minderheit an eine Mehrheitsbevölkerung, sondern vielmehr einen gesamtgesellschaftlichen Prozess, in dem es zu Durchmischungen, Angleichungen und Veränderungen kommt. Unsere Aufgabe als kommunale Integrationsbeauftragte sehen wir somit in der Begleitung und Unterstützung dieses Prozesses. Damit reden wir nicht mehr nur von Integration, sondern auch von Willkommens- und Anerkennungskultur sowie dem Abbau von rassistischen und diskriminierenden Strukturen."

Aktion - Wir sind alle Wormser

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die 2022 unter dem Motto "Haltung zeigen" stand, veröffentlichte das Netzwerk Postkarten und Poster, auf denen verschiedene Bürger/innen unserer Stadt Haltung zeigen gegen Rassismus und anderen Ideologien von Ungleichwertigkeit. Das Netzwerk möchte mit der Aktion an die universelle Gültigkeit unserer Grund- und Menschenrechte erinnern und klar zum Ausdruck bringen: Niemand darf in Worms aufgrund seiner Herkunft, seines Geschlechts, seines Alters, einer Behinderung, seiner sexuellen Orientierung oder seiner religiösen und / oder politischen Weltanschauung diskriminiert werden. Die Postkarten sollen zum Nachdenken anregen, die eigene Haltung und den eigenen Standpunkt zu hinterfragen, Ungerechtigkeiten und Diskriminierung im Alltag nicht still hinzunehmen, sondern zu benennen und dagegen aufzustehen.

Wir sind alle Wormser Motiv 1
Wir sind alle Wormser Motiv 1
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser Motiv 3
Wir sind alle Wormser Motiv 3
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser*innen Motiv 5
Wir sind alle Wormser*innen Motiv 5
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser Motiv 2
Wir sind alle Wormser Motiv 2
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser Motiv 4
Wir sind alle Wormser Motiv 4
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser*innen Motiv 6
Wir sind alle Wormser*innen Motiv 6
© Fotograf: Lautlos Gestalten
Wir sind alle Wormser*innen Rückseite
Wir sind alle Wormser*innen Rückseite

Internationale Wochen gegen Rassismus 2023

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden immer um den 21. März, dem Internationalen Tag zur Überwindung rassistischer Diskriminierung, statt. Der Tag erinnert an die Proteste in Sharpeville, Südafrika, gegen die Passgesetzte des Apartheit-Regimes im Jahr 1960. 1966 riefen die Vereinten Nationen den 21. März zum Internationalen Tag zur Überwindung rassistischer Diskriminierung aus. Seit 1979 gibt es Aktionswochen, rund um diesen Tag, welche auf rassistische Diskriminierung aufmerksam machen und zur Solidarität mit den Betroffenen beitragen soll.

Auch in diesem Jahr finden in Worms verschiedene Aktionen der Bündnispartner des Wormser Netzwerks gegen Rassismus und Diskriminierung unter dem Motto „Misch dich ein“ statt.

Filmvorführung Contra

Filmplakat Internationaler Tag gegen Rassismus
Filmplakat Internationaler Tag gegen Rassismus

Naima Hamid, eine marokkanischstämmige Studienanfängerin wird von ihrem Juraprofessor Richard Pohl während einer Vorlesung rassistisch beleidigt. Ein Video der Szene taucht m Internet auf und dem Professor droht ein Disziplinarverfahren und der mögliche Verlust seiner Stelle. Alexander Lambrecht, der Universitätsprofessor und Freund von Richard Pohl schlägt diesem vor, die Studentin für einen bundesweiten Wettbewerb zu coachen und so seine Aussichten im Disziplinarverfahren zu verbessern. Weder Pohl noch Hamid sind von dem Vorschlag angetan, lassen sich jedoch beide darauf ein. Das Vorhaben scheint zu gelingen, bis Naima Hamid klar wird, dass sie nur dazu benutzt wird, Pohl vor dem Verlust seiner Professur zu bewahren und das Ansehen der Universität zu sichern.

Veranstalter: Beirat für Migration und Integration

Ort: Kinowelt Worms, Wilhelm-Leuchner Straße 20, 67547 Worms

Zeit: 21.03.2023, ab 18:00 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Lesung im Stadtrat

„Gegen die Gleichgültigkeit“ von Rafik Schami

Rafik Shami wurde 1946 in Syrien geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Nada Masri (Auszubildende bei der Volkshochschule Worms) liest aus seinem Essay Appelle gegen die Gleichgültigkeit und den Aufruf zu persönlichem Engagement vor.

Veranstalterinnen: Beauftragte für Migration und Integration

Ort: Mozartsaal im WORMSER, Ratenaustraße 11, 67547 Worms

Zeit: 22.03.2023, 15:00 Uhr (öffentliche Sitzung des Stadtrats)

Luftballonaktion und Tanz gegen Rassismus

Der AWO Bezirksverband Rheinland e.V. lädt gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung der Stadt Worm ein, Gesicht zu zeigen für eine offene und vielfältige Gesellschaft.

Dazu appellieren wir an unsere AWO Werte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Mit einem Luftballonwettbewerb des AWO Kreisverbandes schicken wir unsere positiven Werte in die Welt, die AWOlinokinder führen internationale Tänze vor und der Musiker Erencan Erol wird auf der Saz begleitete Lieder singen.

Veranstalterinnen: AWO Haus der Generationen- Quartiersbüro und Kita Remeyerhof, AWO Kreisverband Worms, Kita AWOlino, AWO Migrationsberatung, AWO Hamm, Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung

Ort: Obermarkt, Worms

Zeit: 23.03.2023, 14:30Uhr -16:00Uhr

AWO gegen Rassismus
AWO gegen Rassismus

Sinti-Familien werden Wormser Bürger

Sinti und Roma
Sinti und Roma

Erst während des ersten Weltkriegs konnten sich Sinti-Familien in Worms niederlassen und wurden zu Wormser Bürgern. Mit dem Machtwechsel 1933 erlebten Sinti und Roma die schrittweise Ausgrenzung aus der nationalsozialistischen Gesellschaft, bis letztendlich ihre Vernichtung beschlossen und ausgeführt wurde.

Der Vortrag von Margita Köhler-Eichberger beleuchtet das Schicksal der Wormser Sinti-Familien zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sollen für das Thema Antiziganismus und für die damit verbundene gemeinsame Geschichte sensibilisiert werden und ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung setzen.

Veranstalterinnen: Beauftragte für Migration und Integration

Ort: Ratssaal im Rathaus Worms

Zeit: 05.04.2023, ab 17:00 Uhr

Anmeldung bis 31.3.2023 unter:

ntgrtnwrmsd oder 06241/853-7102

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