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Fotoarchiv

Das Stadtarchiv Worms verfügt über eine reichhaltige und vielfältige fotografische Überlieferung. Sie geht über eine reine Fotosammlung hinaus, da zu ihr acht umfangreiche, in ihrem Entstehungszusammenhang belassene Fotografennachlässe zählen, die einen Zeitraum zwischen 1880 und 2014 abdecken. Weitere umfangreiche Bestände entstanden durch die jahrzehntelange fotografische Tätigkeit der Mitarbeiter_innen der Fotoabteilung. Ergänzt werden diese beiden Hauptstränge durch diverse Kleinbeständen auch aus dem Fotoamateurbereich. Zusätzliche Bildquellen finden sich in einer Sammlung von Fotoalben, der Postkartensammlung und als Fotografien in Schriftgutbeständen.

 
 
 

Über welche Fotos verfügen wir?

E0272_Dom St. Peter
E0272_Dom St. Peter

Die Fotoabteilung gliedert sich derzeit in 20 Abteilungen (Link zur Beständeübersicht findbuch.net). Sie betreut ca. 440.000 analoge Fotografien darunter gut 18.000 Glasplattennegative sowie Planfilme, Kleinbildfilme, Diapositive und Originalabzüge. Große Teile des Materials aus der Zeit nach 1945 sind bisher erst rudimentär erschlossen.

Auch in vielen Schriftgutbeständen, vor allem in Nachlässen, finden sich Fotos. Diese werden je nach Menge im Bestand belassen oder als Unterbestand mit F gekennzeichnet (Übersicht).

 

Neben klassischen Postkartenmotiven beinhalten die Bestände professionelle Architektur-, Industrie-, Werbe- und Portraitfotografien. Pressefotografien sind seit den 1930er Jahren vertreten. Aus dem Amateurbereich sind die Reise- und Landschaftsfotografien hervorzuheben. Hinzu kommen Motive aus dem Bereich der Alltagsfotografie, die z.B. auch das bäuerlich geprägte Umfeld von Worms zeigen.

 
 
 

Wussten Sie schon ..? Ein Blick ins Schaufenster der Fotoabteilung

305_L113_Kriemhildenstraße 8 um 1930
305_L113_Kriemhildenstraße 8 um 1930

Einst für bürgerliches Wohnen geschaffen, wurde das Haus Kriemhildenstraße 8 ab 1953 als Unterkunft für Geflüchtete aus der DDR genutzt.

Das um 1880 erbaute Haus gehörte der Familie Goldschmidt und diente als Wohn- und Mietshaus, bis die Nationalsozialisten die Familie zur Auswanderung zwangen.

Während der 1940er Jahre war die Stadt Worms Eigentümerin des Hauses und von 1946/47 bis Dezember 1952 nutzte das Landratsamt die Räume. Allerdings war das Dach beim Bombenangriff auf Worms im Frühjahr 1945 schwer beschädigt worden.

 

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315_M18700_Kriemhildenstraße 8 um 1989


In einem Restitutionsverfahren in der Nachkriegszeit erhielt „Frau Albert Goldschmidt Wwe,. [die] bis 1939 Eigentümerin [war]“, das Haus Kriemhildenstr. 8 zurück und ließ sich durch den Wirtschaftstreuhänder Georg Herbold vertreten (Abt. 6 Nr. 810, Bl. 3).

Im Jahr 1953 war die Stadt mit dem kriegsbedingten Problem der Wohnungsknappheit und der Herausforderung konfrontiert, zusätzlich ein Kontingent an Geflüchteten aus der DDR, die über das Durchgangslager Osthofen auf die rheinland-pfälzischen Kommunen verteilt wurden, unterzubringen. Allein im Februar 1953 mussten bundesweit ca. 40.000 Menschen aus der DDR untergebracht werden, davon entfielen 40 auf Worms.

 

Bei der Suche nach einem geeigneten Objekt entschied sich die Stadt, im Vorderhaus Kriemhildenstraße 8, das seit Ende 1952 leer stand, ein sogenanntes Wohnlager einzurichten. Das Haus hatte im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss jeweils sieben Zimmer und eine Küche. Unter dem Dach waren zusätzlich vier Zimmer mit Küche sowie zwei Kammern und ein Speicherraum vorhanden. Der Treuhänder der Eigentümerin wurde über die Umnutzung und Anmietung informiert. „Das Haus Kriemhildenstr. 8 – Besitzer Frau Albert Goldschmidt Ww. in Genf – wurde durch das städt. Wohnungsamt aufgrund des Flüchtlings-Notleistungsgesetzes vom 9.3.53 (BGBl. S 45) durch eine Leistungsanforderung als Durchgangslager für Sowjetzonenflüchtlinge beschlagnahmt“ (Bl. 23).

Das städtische Sozialamt war mit der kostengünstigen Einrichtung der Unterkünfte beschäftigt. Zur Anfangszeit schliefen die in der Behördenkorrespondenz als „Insassen“ bezeichneten Bewohner_innen auf Strohsäcken, bis ab Juli 1953 Matratzen beschafft wurden. Wie klein-klein gerechnet werden musste, belegt der Schriftwechsel über die Abrechnung der Ausgaben mit der Bezirksregierung für Rheinhessen in Mainz (Bl. 37 und 37a).

Anscheinend war das Zusammenleben trotz eines Hausverwalters nicht immer einfach. In der Akte finden sich mehrere Eingaben und Beschwerden, z.B. über nächtliche Ruhestörungen unter Alkoholeinfluss (Bl. 89 und 99), das unerlaubte Halten eines Schäferhunds (Bl. 111) oder das Ersuchen einer Mutter, ihren im Internat lebenden Sohn während der Ferienzeit in Abwesenheit ihres Mannes bei sich aufnehmen zu dürfen (Bl. 66).

Die Eigentümer des Hauses waren mit der Umnutzung nicht einverstanden (Bl. 68 und 69). Um das Haus weiterhin als Flüchtlingsunterkunft nutzen zu können, erwarb die Stadt das Gebäude zum 1.10.1954 (Bl. 120). Es wurde bis Anfang der 1960er Jahre weiter zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Danach beherbergte das Haus zeitweise die städtische Altentagesstätte.

Bis vor wenigen Jahren war in der Kriemhildenstraße 8 das städtische Jugendamt untergebracht. Mittlerweile hat ein privater Investor das denkmalgeschützte Objekt gekauft und man darf gespannt sein, wie er dem Haus zu altem Glanz verhelfen wird.

Kg 21.03.2018

Quellen: Abt. 6 Nr. 810; Adressbücher der Stadt Worms; Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz – Stadt Worms – bearbeitet von Irene Spille, 1992.

 
 
 
 

Was ist unsere Aufgabe?

Die Fotoabteilung innerhalb des Stadtarchivs hat als Bildgedächtnis der Stadt die Aufgabe, das fotografische Erbe der Stadt zu sichern, zu erweitern und nutzbar zu machen. Hierfür lagern die Originale archivgerecht verpackt in einem klimatisierten Magazin im 2. OG des Raschi-Hauses. Zur Nutzung und Sicherung des fotografischen Materials werden Digitalisate hergestellt. In Zukunft soll im Rahmen der digitalen Langzeitarchivierung auch ein Bereich für Digitalfotos geschaffen werden. Das Stadtarchiv steht in ständigem Bemühen die fotografische Überlieferung zu erweitern und zu ergänzen, indem Fotografennachlässe eingeworben oder Serien und Einzelstücke in die Sammlungen eingefügt werden.

Gemäß § 2 der Archivsatzung hat jede Person, die ein berechtigtes Interesse glaubhaft macht, das Recht Fotos zu nutzen. Um die Fotos zugänglich zu machen, werden die Fotos geordnet und in einer Datenbank erfasst. Zukünftig sollen die Bilder online recherchierbar in einer Galerie zugänglich sein.

 
 
 

Wie können Sie bei uns etwas finden?

302_CH1160_Lutherplatz
302_CH1160_Lutherplatz

Um geeignetes Bildmaterial zu recherchieren, stehen Ihnen mehrere Wege offen.

Eine Übersicht der Bestände der Fotoabteilung können Sie online unter findbuch.net einsehen. Hier erhalten Sie vorab Informationen, um einen Archivbesuch vorzubereiten. In dieser Übersicht sind keine Digitalisate eingebunden. Vor Ort gibt es die Möglichkeit in der Archivdatenbank „Augias“ zu recherchieren. Hier werden sukzessive Fotos erschlossen und mit eingebundenen Digitalisaten präsentiert. Als weitere Findmittel stehen Excel-Tabellen zu vorläufig erschlossenen Beständen oder Zugängen sowie aus der analogen Zeit stammende Alben mit Kontaktabzügen zur Verfügung.

 
 
 
 

Was bieten wir Ihnen?

307_JRO_9507_Backfischfest 1955 Die Fotografin U. Giesen auf der Fischerweide
307_JRO_9507_Backfischfest 1955 Die Fotografin U. Giesen auf der Fischerweide

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrer Recherche, indem wir mit Ihnen Suchstrategien entwickeln oder Sie auf ergiebige Bestände und Hilfsmittel hinweisen.

Von der von Ihnen getroffenen Bildauswahl stellen wir Ihnen gerne archivische Scans mit einer Zieldruckgröße von DIN A3 bei 300 dpi zur Verfügung. Bei einem archivischen Scan handelt es sich um den Versuch, das Objekt Foto so authentisch wie möglich zu digitalisieren. Wir verzichten deswegen auf Bildbearbeitung und nachträgliche Korrekturen. Um das Trägermaterial sichtbar zu machen, lassen wir einen minimalen Rand stehen.

 

Jedes Bild hat eine Signatur, bestehend aus der Abteilungs- und der Bildnummer, die zusammen mit der Angabe Stadtarchiv Worms, kurz StA Wo als Quellennachweis dient und unbedingt bei der Veröffentlichung anzugeben ist.

Wir stellen für Sie Archivalienreproduktionen (Reproduktionen von archivischen Schrift- und Bildquellen) her. Die Vorlage darf eine Größe von 53 x 80 cm nicht überschreiten.

Bei hoher Auslastung oder großen Aufträgen beträgt die Bearbeitungszeit bis zu zwei Wochen. Für die Übermittlung der Daten nutzen wir den Datenaustauschdienst WeTransfer, von dem Sie einen sieben Tage gültigen Download-Link für Ihre Bilder erhalten. Bitte informieren Sie sich über die Gebühren nach der   Gebührenordnung des Stadtarchivs.

 
 
 

Geschichte der Fotoabteilung

303_04151 Atelier des Fotografen August Füller
303_04151 Atelier des Fotografen August Füller

Die heutige Fotoabteilung des Wormser Stadtarchivs geht in ihren Anfängen auf den Museums- und Archivdirektor Dr. Friedrich Illert (1892–1966) zurück, der in dem von ihm geleiteten Städtischen Museum seit den 1930er Jahren die Einrichtung einer Fotowerkstätte betrieb. Sie wurde Ende 1941 durch Übernahme der Negative und Gerätschaften des Fotografen Curt Füller (1901–1976) eingerichtet. Im Zuge der Einberufung Füllers zur Wehrmacht 1941 konnte Füllers Sammlung angekauft werden, er blieb als städtischer Fotograf tätig. Unmittelbar nach Kriegsende nahm die Werkstatt bereits im Sommer 1945 die Arbeit wieder auf.

 

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Das Fotoarchiv war innerhalb des Städtischen Museums im Andreasstitft ein Bestandteil der bis 1979 bestehenden Städtischen Kulturinstitute und blieb diesem angeschlossen bis zu seinem Übergang an das verselbständigte Stadtarchiv. Im Jahre 1982 erfolgte der Umzug in das Raschi-Haus.

Den Grundstock der Sammlung bilden Fotografennachlässe, darunter von Christian Herbst (1859–1929, Fotograf und Kunsthändler, Begründer des Wormser Postkarten- und fotografischen Verlages) und von Curt Füllers Vater August Füller (1870–1942). Seit 1898 in Worms ansässig, betrieb dieser als Großherzoglicher Hoffotograf ab 1901 ein renommiertes Geschäft in der Hardtgasse. Weitere wichtige frühe Nachlassgeber waren Leopold Hanselmann (1900–1942, Fotobestand zur NS-Zeit mit ca. 6000 Glasplattennegativen) und Andreas Lonsdorfer (1880–1969). Wichtig sind auch die Aufnahmen der verschiedenen städtischen Fotograf_innen zwischen 1941 und der Zeit kurz nach 2000. Seit 2005 konnten weitere, zum Teil geschlossen erhaltene Fotografennachlässe erworben werden.

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