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Magnuskirche

St. Magnus, erbaut im 8. oder 9. Jahrhundert, dient noch heute als Pfarrkirche. Die Pfarrei wurde vom Kollegiatstift St. Andreas verwaltet und geistlich betreut. Luthers Lehre fand unter den Stiftsherren sehr früh Anhänger, die schon seit 1520 hier evangelisch predigten. 

Die Kirche wurde 1945 bei einem Bombenangriff zerstört und bis 1952 wieder aufgebaut. Das Andreasstift dient seit 1930 als Museum der Stadt Worms. Es zeigt Funde aus 7000 Jahren Geschichte von Worms: Steinzeit, Römerzeit, Mittelalter und ein Lutherzimmer.

Worms um 1521, Magnuskirche und Andreasstift, 3D-Rendering von FaberCourtial 
Worms um 1521, Magnuskirche und Andreasstift, 3D-Rendering von FaberCourtial
Außenansicht der Magnuskirche, Foto: Rudolf Uhrig 
Außenansicht der Magnuskirche, Foto: Rudolf Uhrig
Innenansicht der Magnuskirche, Foto: Stadtarchiv Worms 
Innenansicht der Magnuskirche, Foto: Stadtarchiv Worms
Magnuskirche und Andreasstift, Zustand vor 1689, Zeichnung von Hamman, Bild: Stadtarchiv Worms 
Magnuskirche und Andreasstift, Zustand vor 1689, Zeichnung von Hamman, Bild: Stadtarchiv Worms

Gebäude, die Luther bei seinem Aufenthalt in Worms wahrgenommen hat,  waren sicher der Dom und die Magnuskirche, die älteste der Wormser Kirchen. 

Schon während des Reichstages finden sich in Worms Geistliche, die sich auf die Seite der neuen Lehre stellen: Johannes Rom(anus), Kaplan an der Magnuskirche und ein Teil der Stiftsherren am Andreasstift. Die evangelische Bewegung wird durch die Theologen Nikolaus Maurus, Stiftskantor, Ulrich Preu genannt "Schlaginhaufen", Pfarrer an St. Magnus, seinen Kaplan Johannes Freiherr, ferner Ulrich Sitzinger und die Theologen Friedrich Baur und Heinrich Stoll unterstützt. 

Mit Ulrich Preu steht den Lutheranern die Magnuskirche, die dem Andreasstift inkorporiert ist, zur Verfügung. Als weitere Orte für die Zusammenkünfte dienen bald auch das Tanzhaus und ab 1526 das Schiff der Dominikanerkirche sowie das Barfüßerkloster in der Petersgasse.   

Im Juli 1522 sucht Ulrich von Hutten mit einer Flugschrift die Unterstützung der Städte für seine Kampagne gegen die Papstkirche. In „demütige ermanung an ein gemeyne statt Wormbß“  ermahnt er die junge evangelische Gemeinde um Pfarrer Ulrich Preu, gegen alle Widerstände bei ihrem Standpunkt zu bleiben und er fordert die freie Pfarrer- und Bischofswahl. 

1524 heiratet ein Geistlicher in der Magnuskirche. Die Magnuskirche und die daneben liegende Andreaskirche gehörten ursprünglich zum Andreasstift.

Zur Besichtigung und zum Gebet ist die Magnuskirche von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Ein barrierefreier Zugang befindet sich auf der rechten Seite.