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Lutherbaum, Lutherpförtchen und Schöfferwerkstatt

Legendäre Orte

Um einige Orte in der Stadt ranken sich Legenden, so um den Lutherbaum im westlichen Stadtteil Pfiffligheim und um das Lutherpförtchen am Torturmplatz. 

Der Lutherbaum in Pfiffligheim, Foto: Stadtarchiv Worms 
Der Lutherbaum in Pfiffligheim, Foto: Stadtarchiv Worms

Lutherbaum

Es heißt, während des Reichstags in Worms hätten zwei Frauen über Luther gestritten. Die eine, Anhängerin Luthers, habe ihren Stock in die Erde gestoßen und ausgerufen: »So wahr dieser Stock Wurzeln schlagen und zum Baum emporwachsen wird, so wahr ist Luthers Lehre«. Natürlich hatte sie Recht, denn der Baum, eine Ulme, war jahrhundertelang mit der Höhe von 40 Metern ein Naturdenkmal und landschaftliches Wahrzeichen. 1870 verlor er bei einem Unwetter seine Krone. 1949 musste er endgültig abgesägt werden. Der eindrucksvolle Stamm mit seinem Umfang von 11 Metern ist erhalten und durch eine hölzerne Reliefplatte von Gustav Nonnenmacher zu einem Denkmal ausgestaltet.
(der Lutherbaum ist barriefrei frei zugänglich)

Mehr zum Lutherbaum

 
 
 
Das Lutherpförtchen beim Nibelungenmuseum, Foto: Stadtarchiv Worms 
Das Lutherpförtchen beim Nibelungenmuseum, Foto: Stadtarchiv Worms

Lutherpförtchen

Das »Lutherpförtchen« am Torturmplatz ist keine echte Erinnerung an den Reformator. Richtig ist die Bezeichnung »Fischerpförtchen«. Erst im 19. Jahrhundert fand man Ähnlichkeiten zum Lutherpförtchen in Augsburg, durch das Luther die Stadt seinerzeit nach dem Verhör vor Cajetan fluchtartig verließ. Das Wormser Pförtchen ist für die Stadt und ihre Geschichte deshalb bemerkenswert, weil es durch einen besonders schönen Abschnitt der ehemaligen Stadtmauer führt, in dem heute das Nibelungenmuseum untergebracht ist.
(das Lutherpförtchen ist barriefrei frei zugänglich)

 
Worms um 1521, Stadtmauerbereich des Lutherpförtchens, 3D-Rendering von FaberCourtial 
Worms um 1521, Stadtmauerbereich des Lutherpförtchens, 3D-Rendering von FaberCourtial
 
Die Schöffer-Werkstatt in einem Holzschnitt um 1586 
Die Schöffer-Werkstatt in einem Holzschnitt um 1586
Die Meielburg im Hamman-Plan von 1630, Bild: Stadtarchiv Worms 
Die Meielburg im Hamman-Plan von 1630, Bild: Stadtarchiv Worms

Schöffer-Werkstatt

In der Nähe des Mainzer Tores an der Stadtmauer der nördlichen Vorstadt stand die Meielburg, der burgartige Wohnsitz des Juristen Dr. Balthasar Meiel, Mitglied des Wormser Stadtrates (seit 1502) und bis zu seinem Tod 1525 Schultheiß (Vorsitzender des Stadtgerichts). 

In der Meielburg betrieb Peter Schöffer d. J. aus Mainz (ca. 1475/80-1547) von ca. 1518 bis 1529 die erste Wormser Druckwerkstatt. 

Hier wurden 1526 "The new Testament von" William Tyndale (erster vollständiger Druck des Neuen Testaments in englischer Sprache), 1527 die Wormser Propheten (Übersetzung der Prophetenbücher des Alten Testaments durch die täuferischen Reformatoren Ludwig Hätzer und Hans Denck) und 1529 die Wormser Bibel (erste protestantische Vollbibel vor Luther und Zwingli) gedruckt. 

Die Meielburg wurde  im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Um 1720 entstand hier die Eulenburg, ein barockes Stadtpalais, seit 1840 Wohnsitz von Johann Philipp Bandel (1785-1866) - Weinhändler, Kunst- und Antiquitätensammler, Ratsherr und Vorkämpfer der Demokratie in der Revolution 1848/49. Beim Luftangriff am 21. Februar 1945 wurde das Barockpalais zerstört. Heute steht hier das DRK-Seniorenzentrum Eulenburg. 


 
Worms um 1521, Schöffer-Werkstatt, 3D-Rendering von FaberCourtial 
Worms um 1521, Schöffer-Werkstatt, 3D-Rendering von FaberCourtial